Steuerberatung | 18.03.2016

Was von der Steuer absetzbar ist

Wer im vergangenen Jahr Spesen der persönlichen Lebensführung hatte, kann diese als Guthaben in der ­Steuererklärung geltend machen – sprich von der Steuerschuld abziehen. Welche Spesen das sind, erklärt die Bauernbund-Steuerberatung.

In der Steuererklärung können Steuerpflichtige einige Spesen ihrer persönlichen Lebensführung anrechnen und die geschuldete Einkommenssteuer auf diese Weise reduzieren. Zu beachten ist: Wenn der einzelne Steuerpflichtige überhaupt keine Einkommenssteuer zahlen muss, kann er von diesen Spesen auch keinen steuerlichen Vorteil erzielen. In der Landwirtschaft ist dies häufig der Fall.

Allgemeine Bedingungen
Für die Absetzbarkeit der Spesen der persönlichen Lebensführung müssen eine Reihe von allgemeinen Bedingungen eingehalten werden. Die Spesen müssen im Steuerjahr vom Steuerpflichtigen bezahlt und auch im eigenen Interesse tatsächlich getragen worden sein. Werden etwa Spesen von Dritten zurückerstattet, sind diese nicht absetzbar, da sie dem Steuerpflichtigen nicht effektiv zu Lasten sind. Das ist z.B. bei Beiträgen der Landesverwaltung, Rückerstattungen durch die Sanitätseinheit oder Versicherungen der Fall.
Die Spesen müssen in geeigneter Form belegt werden, z.B. mit Rechnung, Steuerbeleg oder Posterlagschein.

Neu absetzbar: Schulgebühren
Ein neuer Steuerabsetzbetrag ist seit dem 16. Juli 2015 für die Schulgebühren für Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie für die entsprechenden Gebühren für Kindergärten vorgesehen.
Diese Spesen sind in Höhe von 19 Prozent bis zu einem Höchstbetrag von 400 Euro pro Jahr und pro zu Lasten lebendes Kind von der Bruttosteuer absetzbar.
Zu den absetzbaren Schulspesen zählen die Einschreibegebühren („Tassa di iscrizione“), die Gebühren für den Besuch („Tassa di frequenza“) und die Spesen für den Mensadienst („Spese per la mensa scolastica“).
Nachfolgend eine Auflistung der übrigen, am häufigsten vorkommenden absetzbaren Spesen.

Arztspesen
Absetzbar sind Arztspesen wie allgemeine Arztleistungen, chirurgische Eingriffe, Krankenhausaufenthalte, Arztleistungen eines Spezialisten, sanitäre und zahnärztliche Prothesen, Medikamente (Steuernummer, Art und Menge auf dem Spesenbeleg), ärztliche Untersuchungen und Spesen für Pflegepersonal und anderem autorisiertem Personal für besondere Dienste (Pflege, Rehabilitation). Von den gesamten Arztspesen muss ein Sockelbetrag von 129,11 Euro abgezogen werden. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.
Darüber hinaus sind für Personen mit Behinderung noch die speziellen Spesen in Zusammenhang mit der Behinderung abziehbar. Dazu zählen der Kauf von Rollstühlen, Rollstuhlrampen, Umbau von Aufzügen für Rollstühle, Kauf von Motor- und Autofahrzeugen für Behinderte (auch nicht speziell angepasste Fahrzeuge für den Transport von Blinden und Taubstummen), Kauf eines Blindenhundes.

Zinsen aus Hypothekardarlehen
Die Zinsen und andere Spesen aus Hypothekardarlehen sind für den Kauf der Erstwohnung bis zu einem Maximalbetrag von 4000 Euro bzw. für den Bau der Erstwohnung bis zu einem Maximalbetrag von 2.582,28 Euro von der Steuer absetzbar. Zusätzlich sind eine Reihe weiterer Bedingungen einzuhalten. Sie sind im Einzelfall zu prüfen.

Zinsen aus Agrarkrediten
Zinsen aus Agrarkrediten können in Höhe der erklärten Katastererträge abgesetzt werden.

Lebens- und Unfallversicherungen
Lebens- und Unfallversicherungen sind  steuerlich absetzbar, wenn sie den Todesfall oder bleibende Invalidität von mindestens fünf Prozent abdecken. Der Maximalbetrag wurde ab 2014 auf 530 Euro reduziert. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.
Für Versicherungen zur Absicherung der Betreuungsbedürftigkeit bei den gewöhnlichen und täglichen Verrichtungen (Pflegeversicherungen – „Long term care“) gilt weiterhin die alte Höchstgrenze in Höhe von 1.291,14 Euro.

Bestattungsspesen
Bestattungsspesen können bis höchstens 1550 Euro für jeden Todesfall abgesetzt werden. Ab dem Steuerjahr 2015 können die Bestattungsspesen auch für nicht verwandte verstorbene Personen geltend gemacht werden.

Einschreibung bei Amateursportvereinen
Wenn zu Lasten lebende minderjährige Kinder zwischen fünf und 18 Jahren einen Amateursport ausüben, kann für die jährlichen Einschreibegebühren bzw. Abonnements an Schwimmbäder, Turnhallen oder andere Sportanlagen auf maximal 210 Euro pro Kind ein Absetzbetrag beansprucht werden.

Studiengebühren
Studiengebühren können in Höhe von 19 Prozent von der Bruttosteuer abgesetzt werden. Dies ist bei Gebühren von privaten und ausländischen Institutionen möglich. Allerdings dürfen sie immer nur maximal in Höhe der Gebühren der öffentlichen Institutionen abgesetzt werden. Mit eigenem Ministerialdekret werden jedes Jahr die maximal absetzbaren Spesen pro Studiengang für die privaten und ausländischen Universitäten festgelegt. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.

Mieten von Studenten
Die Wohnungsmieten für Universitätsstudenten, die steuerlich zu Lasten sind und an einer Universität außerhalb der Provinz und mindestens 100 km vom Wohnort entfernt studieren, können bis maximal 2633 Euro in Höhe von 19 Prozent von der Steuer abgesetzt werden. Der Absetzbetrag gilt auch für Mietspesen im Ausland.

Kinderhorte und Tagesmutter
Die bezahlten Einschreibegebühren für den Besuch von öffentlichen und privaten Kinderhorten sind in Höhe von maximal 632 Euro pro Kind absetzbar. Der Absetzbetrag gilt seit 2014 auch für den in der Provinz Bozen angebotenen Tagesmutterdienst.

Hausangestellte, Babysitter, Pflegepersonal
Pflichtbeiträge für Hausangestellte, Babysitter und Pflegepersonal für alte Menschen sind vom privaten Arbeitgeber bis maximal 1.549,37 Euro abziehbar.

Spenden
Freiwillige Zuwendungen (Spenden) können abgesetzt oder abgezogen werden, sofern sie zugunsten bestimmter Institutionen getätigt werden. Einen Überblick über die möglichen Institutionen bietet Tabelle 1.

Pflichtbeiträge zur Bauernversicherung

Pflichtbeiträge zur Bauernversicherung können vom Gesamteinkommen abgezogen werden. Abziehbar ist sowohl der Teil der Sozialabgaben als auch jener der Unfallversicherung. Nicht abziehbar sind die Sozialabgaben für landwirtschaftliche Angestellte. Erfolgt eine Rückerstattung der Region, ist dieser Anteil nicht anrechenbar.

Sozialabgaben Handwerker und Kaufleute
Sozialabgaben der Handwerker und Kaufleute sind vom Gesamteinkommen abziehbar.

Freiwillige Versicherungsbeiträge
Freiwillige Versicherungsbeiträge – z.B. Nachkauf der Studien- oder Militärjahre – sind vom Gesamteinkommen abziehbar.

Periodische Unterhaltszahlungen
Periodische Unterhaltszahlungen an den Ex-Ehepartner sind in der laut Gerichtsurteil festgesetzten Höhe abziehbar. Freiwillige Zuwendungen an den Ex-Ehepartner und die Zahlungen für den Unterhalt der Kinder dürfen nicht berücksichtigt werden. Der begünstigte Ex-Ehepartner muss die erhaltenen Unterhaltszahlungen besteuern.

Beiträge an Zusatzrentenfonds
Beiträge an Zusatzrentenfonds können bis maximal 5.164,57 Euro abgezogen werden. Falls die Beiträge nicht abgezogen werden und der Steuerpflichtige dies dem Rentenfonds innerhalb Dezember des Folgejahres auch mitteilt, werden die in Kapital- oder Rentenform ausbezahlten Beträge nicht besteuert. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen. Falls die Beiträge an Zusatzrentenfonds bereits vom Arbeitgeber berücksichtigt worden sind, können diese nicht noch einmal in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden.

Tierarztspesen
Für Haustiere und Tiere, die zur Ausübung eines Sports vorgesehen sind, können Tierarztspesen bis maximal 387,34 Euro und einem Sockelbetrag von 129,11 Euro abgesetzt werden. Dazu zählen auch vom Tierarzt verschriebene Medikamente. Nicht berücksichtigt werden dürfen Tierarztspesen für Tiere, die landwirtschaftlich oder gewerblich genutzt werden.

Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten
Der Steuervorteil für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten kann für folgende Arbeiten beansprucht werden:
- außerordentliche Instandhaltungsarbeiten,
- Sanierungs- und Wiedergewinnungsarbeiten,
- Ankauf einer renovierten Erstwohnung,
- Ankauf oder Bau von Garagen bzw. Autoabstellplätzen, die Zubehör zur Hauptwohnung sind,
- Eingriffe an Gebäuden zur Verbesserung der Einbruchs- und Unfallvorsorge,
- Eingriffe zur Beseitigung von architektonischen Barrieren,
- Eingriffe für Energiesparmaßnahmen,
- Eingriffe zum Wiederaufbau nach Naturkatastrophen.
Für Eingriffe bis zum 31. Dezember 2016 ist der Absetzbetrag von 36 Prozent auf 50 Prozent und der Maximalbetrag für die Spesen von 48.000 auf 96.000 Euro erhöht worden. Die Spesen müssen auf insgesamt zehn Raten aufgeteilt werden.
Es ist darauf zu achten, dass alle notwendigen Ansuchen – z.B. an das Landesamt für Sicherheitstechnik – getätigt worden sind und alle weiteren vorgesehenen Vorschriften eingehalten werden.

Möbel und Elektrogeräte für sanierte Wohnungen
Steuerpflichtige, die den Steuerabsetzbetrag für Sanierungsarbeiten am Wohngebäude beansprucht haben, können für die sanierte Wohnung einen zusätzlichen Absetzbetrag für den Ankauf von Möbeln und energieeffizienten Elektrogeräten beanspruchen. Der zusätzliche Absetzbetrag in Höhe von 50 Prozent kann bis zu einem Maximalbetrag von 10.000 Euro pro Wohneinheit (inklusive Nebeneinheiten) beansprucht werden.

Energiesparmaßnahmen
Der Steuerabsetzbetrag von 65 Prozent für Energiesparmaßnahmen gilt bis 31. Dezember 2016 und kann auf zehn Raten aufgeteilt werden. Der Absetzbetrag gilt bis zu einem Höchstbetrag laut Tabelle 2 auf der vorhergehenden Seite.
Um in den Genuss des Steuerabsetzbetrages von 65 Prozent zu gelangen, ist kein eigenes Ansuchen im Vorfeld der Eingriffe nötig. Innerhalb von 90 Tagen nach Abschluss der Arbeiten müssen, abhängig von den ausgeführten Arbeiten, verschiedene Zertifizierungen und Dokumente telematisch über das Internetportal www.acs.enea.it an die ENEA geschickt werden.
Außerdem benötigt der Steuerpflichtige eine eidesstattliche Erklärung von einem berechtigten Techniker über die Einhaltung der technischen Voraussetzungen des Eingriffs, die zu Hause aufbewahrt und auf Verlangen der Finanzbehörde vorgewiesen werden muss.

Pachtverträge bauernversicherter Junglandwirte
Wenn bauernversicherte Landwirte unter 35 Jahren landwirtschaftliche Pachtverträge abgeschlossen haben, steht ihnen ein Absetzbetrag von 19 Prozent zu. Der Absetzbetrag steht bis zu einem Betrag von 80 Euro pro Hektar und insgesamt bis maximal 1200 Euro zu. Der Pachtvertrag muss in schriftlicher Form abgeschlossen werden und die Pachtflächen dürfen nicht den Eltern des Pächters gehören.

Absetzbetrag für Mieter
Verwenden steuerpflichtige Personen eine gemietete Wohnung als Hauptwohnung, können sie einen Absetzbetrag beanspruchen. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Gesamteinkommen unter 30.987,41 Euro liegt. Der Absetzbetrag geht von 150 Euro bis 991,60 Euro.