Wirtschaft, Südtiroler Landwirt | 17.03.2016

Neue Stufe erreicht

Nach drei Jahren Aufbauarbeit hat der BRING eine neue Entwicklungsstufe erreicht: Praktisch alle Fachbereiche sind mit Beratern abgedeckt, die Mitgliederzahl ist auf über 600 gestiegen. Entsprechend gut war die Stimmung bei der Jahreshauptversammlung. von Hanna Klammer und Guido Steinegger

BRING-Berater mit Bauern auf dem Feld: Dieses Bild gibt es immer öfter. 2015 bot der BRING auf 883 Höfen insgesamt 2839 Einzelberatungen an.

BRING-Berater mit Bauern auf dem Feld: Dieses Bild gibt es immer öfter. 2015 bot der BRING auf 883 Höfen insgesamt 2839 Einzelberatungen an.

Ob es ein schlechtes Omen ist, wenn der Obmann genau bei der Jahreshauptversammlung aus gesundheitlichen Gründen ausfällt? Nein, denn ein gut funktionierendes Team kann das Fehlen der Führungskraft durchaus einmal verkraften und auffangen. Dass dies dem Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING gelingt, hat er am Samstag vor zwei Wochen im Haus der Vereine in Nals gezeigt. Obmannstellvertreter Viktor Peintner sprang in die Bresche und konnte am Ende der Jahreshauptversammlung Zuversicht verbreiten: „Wir sind auf dem richtigen Weg und gelangen Stufe für Stufe an sichere Ziel!“
Peintner dankte – sozusagen aus der Ferne – dem Obmann Daniel Gasser für dessen Einsatz und die „harmonische Führung“ und zog eine positive Bilanz: „Es freut mich, dass der BRING seit der Gründung 2013 einen Mitgliederzuwachs von 85 Prozent verrechnen kann.“ Zum Jahreswechsel zählte die Genossenschaft 618 Mitglieder.
Auch der Beraterstab ist inzwischen fast komplett: Mit der Personalaufnahme von Matthias Mair wurde die Organisation um den Fachbereich des Beerenobst- und Gemüseanbaus erweitert. Somit kann der BRING praktisch alle Fachbereiche, in denen er den Südtiroler Bergbauern als beratende Organisation zur Seite steht, gut abdecken. Einzige Ausnahme bleibt noch die Landtechnik.

Struktur wächst mit Mitgliedern
„Der BRING ist gewachsen“, sagte denn auch BRING-Geschäftsführer Christian Plitzner und ergänzte: „Die Struktur wächst mit den Mitgliedern mit.“ Das zeige sich auch am Verlauf des Geschäftsjahres 2015: Im Jahresverlauf hat der BRING das Personal um drei neue Mitarbeiter aufgestockt und kam somit am Jahresende auf 13 Mitarbeiter. Plitzner hob die gute Zusammenarbeit im Team hervor und freute sich: „Alle ziehen an einem Strang.“ Das sei die Grundlage für eine gute Bilanz: So besuchten die Berater insgesamt 883 Betriebe, das sind 232 mehr als 2014. Die Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Anzahl der Einzelberatungen vor Ort. Besonders freut Plitzner, dass der BRING imstande war und ist, die Mitglieder auch im Bereich „Betriebswirtschaft“ Schritt für Schritt zu sensibilisieren.
Er betonte: „Unsere Beraterinnen und Berater nahmen an unterschiedlichen Fortbildungen im In- und Ausland teil und werden das auch künftig tun. So stärken sie ständig ihre Fachkompetenz und bringen neue Sichtweisen nach Südtirol.“ Es sei wichtig, dass sich das Personal intensiv mit den Entwicklungen in seinem Fachbereich auseinandersetze: „Das soll nicht nur durch Tagungsbesuche gelingen, sondern auch durch den Erfahrungsaustausch mit externen Experten und Beratern.“

Mitgliedsbeitrag erklärt
Noch einmal erklärte der Geschäftsführer den Jahresmitgliedsbeitrag: Er setzt sich aus einem Sockelbeitrag und einem GVE- oder Flächenbetrag zusammen (s. Tab. 2).
Der Flächenbeitrag wird nur bei den Sonderkulturen (Beerenobst, Gemüse- und Ackerbau - exkl. Futterbau und Silomais) berechnet.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag enthält folgende Leistungen: sämtliche Beratungsleistungen, Einzel- und Gruppenberatungen, eine breite Palette an Veranstaltungen sowie nicht zuletzt Informationsblätter für BRING-Mitglieder. Die Kerntätigkeit des Beratungsringes liegt aber in der Beratung vor Ort.

Gut erreichbar
Ein Anliegen des BRING ist es, dass der Landwirt die Möglichkeit hat, den Berater ohne weite Fahrten in dessen Büro persönlich aufzusuchen. Neben der Zentrale im Haus der Tierzucht in Bozen hat die Beratungsorganisation daher weitere vier Außenbüros: So ist er besser erreichbar. Die Räumlichkeiten – wie die Büros in der Viehversteigerungshalle in St. Lorenzen, die Maschinenringbüros in Vahrn, Prad und Meran – sind in bereits bestehende Strukturen integriert. So hält die Genossenschaft die Strukturkosten so gering wie möglich.

Information in jeder Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“
Zufrieden zeigte sich Plitzner auch mit den Veröffentlichungen: In jeder Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“ ist der BRING mit einem Fachartikel vertreten. Gleichzeitig hob er auch die neue Mitgliederzeitschrift „BRING News“ hervor (s. S. 17 unten).
An einige besondere Momente und Höhepunkte erinnerte Geschäftsführer Plitzner auch im Bereich Weiterbildung: die 8. Südtiroler Berglandwirtschaftstagung in Brixen, den Tag der Grünlandtechnik in Vintl, die Agrialp, die voll ausgebuchte Lehrfahrt zum Fendt-Werk in Marktoberdorf und nicht zuletzt die Vinschger Berglandwirtschaftstagung an der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg. In Summe hatte der BRING 55 Veranstaltungen organisiert. Als „bedeutenden Schritt“ bezeichnete Christian Plitzner, dass der BRING mit dem Südtiroler Bauernbund und dem Beratungsring für Obst- und Weinbau erstmals eine gemeinsame Weiterbildungsbroschüre ausgearbeitet und herausgegeben hat.

Gastreferat zum „Tierwohl“
Im Zeichen des Tierwohls stand der Vortrag von Gastredner Florian Bernardi, Agrarberater aus dem Fürstentum Liechtenstein, der unter dem Motto „Vom Zwang zur Freiheit – Wege zur Verbesserung von Tierwohl“ stand.
„Tierwohl ist ein Kontinuum. Man sollte es als Prozess ansehen“, riet der Agrarberater den BRING-Mitgliedern. Schlussendlich liege es an jedem Landwirt selbst, an welchen Schrauben in diesem Prozess er dreht und ob er so die Gesundheit, Bedürfnisse und Leistung des Tieres bzw. des Nutztieres fördert. Dabei sollte er aber einen weiteren, wichtigen Fakt bedenken: „Tierwohl spielt auch in der Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle!“
Grußworte sprachen die Direktorin der Land- und Hauswirtschaftsschulen Salern und Dietenheim Juliane Gasser Pellegrini, Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, Europaparlamentarier Herbert Dorfmann und Bauerbund-Direktor Siegfried Rinner.