Steuerberatung | 18.02.2016

Neuerungen für den Unternehmensbereich

Das italienische Stabilitätsgesetz bringt ein günstigeres Pauschalsystem für Kleinunternehmer und eine erhöhte Abschreibung.

Das staatliche Stabilitätsgesetz 2016 hat im Bereich der Landwirtschaft zahlreiche Neuerungen gebracht. Der „Südtiroler Landwirt“ hat bereits in den Ausgaben Nr. 1 (ab S. 29) und 2 (ab S. 35) ausführlich darüber berichtet. Noch nicht gestreift wurde der Unternehmensbereich. Die Steuerberatung des Südtiroler Bauernbundes informiert darüber, inwiefern das für Landwirtschaftsbetriebe von Interesse ist, die eine gewerbliche Tätigkeit im Nebenerwerb ausüben. Für nähere Informationen können sich die Mitglieder des Südtiroler Bauernbundes in der Abteilung Steuerberatung des jeweiligen Bezirksbüros melden.

Pauschalierte Kleinunternehmen
Das neue das neue Pauschalsystem ist ein vereinfachtes Besteuerungssystem für Kleinunternehmer und wird etwas angepasst. Vor allem für Privatzimmervermieter und Freiberufler kann das System äußerst interessant sein.
Die Obergrenze der Erlöse im Vorjahr wird angehoben und liegt nun unterschiedlich je nach Tätigkeitsfeld zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Der Kleinunternehmer im neuen Pauschalsystem stellt seine Rechnungen ohne Anwendung der Mehrwertsteuer aus, ist von der Wertschöpfungssteuer IRAP und den Sektorenstudien befreit und zahlt eine Ersatzsteuer für die Einkommenssteuer in Höhe von 15 Prozent. Bei Beginn einer neuen Tätigkeit wird der Steuersatz in den ersten fünf Jahren auf fünf Prozent reduziert. Die Ersatzsteuer wird nicht auf den erzielten Gewinn berechnet, sondern auf die Erlöse abzüglich einer fixen Pauschalierung der Kosten, unterschiedlich nach Tätigkeitsfeld. Für die Berechnung der Sozialabgaben kann die Besteuerungsgrundlage um 35 Prozent reduziert werden.
Die Anwendung des neuen Pauschalsystems ist ausgeschlossen, wenn der Kleinunternehmer Anlagegüter von mehr als 20.000 Euro besitzt, Lohnkosten für Angestellte von mehr als 5000 Euro hat oder zusätzlich im Vorjahr ein Arbeits- oder Renteneinkommen von mehr als 30.000 Euro erzielt hat. Das System kann trotzdem angewandt werden, falls das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird.

Erhöhte Abschreibung von 140 Prozent
Für den Ankauf von Anlagegütern zwischen 15. Oktober 2015 und 31. Dezember 2016 wird für die steuerliche Abschreibung der Anschaffungswert um 40 Prozent erhöht. Das bedeutet, dass insgesamt 140 Prozent als steuerliche Abschreibung geltend gemacht werden können. Die erhöhte Abschreibung gilt auch für Anschaffungen mit Leasingverträgen. Ebenso um 40 Prozent erhöht werden die Obergrenzen für die steuerliche Abschreibung der betrieblich genutzten Fahrzeuge.
Keine Erhöhung des Anschaffungswertes gilt bei Gebäuden sowie bei Anlagegütern mit einem Abschreibungssatz von unter 6,5 Prozent.

Privatisierung von Betriebsimmobilien
Die Privatisierung ermöglicht für Einzelunternehmen die begünstigte Herausnahme von Betriebs­immobilien aus dem Unternehmensvermögen und die Überführung in das Privatvermögen. Anstatt der normalen Besteuerung des Veräußerungsgewinns auf den Marktwert der Immobilie kann eine Ersatzsteuer in Höhe von acht Prozent angewandt werden.