Südtiroler Landwirt, Politik | 04.02.2016

Klares „Ja“ zum ländlichen Raum

Die „intelligente Flächennutzung“ ist das Jahresthema 2016 der Plattform Land. Das hat sie vergangene Woche auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen. Dabei kann sie auch auf eine starke Unterstützung aus der Landesregierung zählen.

Plattform-Land-Sitzung im Bauernbund-Haus: Nach klarem Bekenntnis nun Nägel mit Köpfen machen.

Plattform-Land-Sitzung im Bauernbund-Haus: Nach klarem Bekenntnis nun Nägel mit Köpfen machen.

Nach der Verabschiedung des Memorandums zur Stärkung des ländlichen Raumes ging es in dieser Sitzung darum, die nächsten Schritte festzulegen. Dass die Plattform Land – bestehend aus dem Südtiroler Bauernbund und dem Südtiroler Gemeindenverband, den Landesressorts für Wirtschaft und Landwirtschaft, der Handelskammer, dem Raiffeisenverband und den wichtigsten Wirtschaftsverbänden – dabei die Zustimmung der Landesregierung hat, zeigte sich in jüngster Zeit an Rückmeldungen mehrerer Landesräte.

Rückendeckung von der Landespolitik
So hatte sich Arnold Schuler schon bei der Vorstellung des Memorandums auf der Agrialp im vergangenen November für einen „starken ländlichen Raum“ ausgesprochen. Für Philipp Achammer ist vor allem der Erhalt der dezentralen Bildungsstrukturen im ländlichen Raum eine „sehr wichtige Angelegenheit“. Ein lebendiger ländlicher Raum ist aus seiner Sicht ein „geeignetes Mittel für eine positive Gesamtentwicklung Südtirols und gegen die Gefahr der Abwanderung.“ Auch Florian Mussner sagt in einem Brief seine Unterstützung für die Plattform Land zu.
Besonders erfreulich auch, dass Landeshauptmann Arno Kompatscher noch einmal seine frühere Zusage bekräftigt hat, den Breitbandinternetausbau zügig voranzutreiben und die Rahmenbedingungen für eine gute Entwicklung des ländlichen Raumes zu verbessern. Dazu zählt, das Wegenetz, die Nahversorgung, die sozialen Strukturen und die Verlagerung von öffentlichen Diensten in den ländlichen Raum zu erhalten und zu verbessern. Die Politik könne aber nur die Rahmenbedingungen schaffen: „Handeln müssen immer auch die lokal Betroffenen: die Gemeinden und die Bevölkerung.“

Die nächsten Schritte

Die Mitglieder der Plattform Land beschlossen nun die Prioritäten für 2016. Jahresthema ist die „intelligente Flächennutzung – Fokus Innenentwicklung“. Die Plattform will die Politik von der Landes- bis zur Gemeindeebene sensibilisieren – einschließlich der lokal Betroffenen.
Um die Entscheider, Bevölkerung und Interessensgruppen für mehr Kooperation im ländlichen Raum zu gewinnen, findet im späten Frühjahr die Jahrestagung zur Bedeutung der Fläche und zum intelligenten Umgang mit der beschränkten Ressource Fläche im zentralen Alpenraum statt.
Ab Herbst 2016 sind auch verbands- und generationenübergreifend Sensibilisierungsveranstaltungen für alle Interessierten in den einzelnen Talschaften geplant.
Sie sollen die Grundlage für erste Pilotprojekte auf lokaler Ebene schaffen. Denn die größte Herausforderung der Plattform Land im laufenden Jahr ist es, den inzwischen definierten, allgemeinen Grundsätzen konkrete Taten vor Ort folgen zu lassen. Erfolgreiche Pilotprojekte – so die Überzeugung – strahlen über die betroffenen Gemeinden hinaus. Sie dienen als Vorbild für andere Gemeinden und Regionen, um mittelfristig den gesamten ländlichen Raum in Südtirol zu stärken.

Aufgabe für alle
Dies kann jedoch nur gelingen, wenn alle Betroffenen einbezogen werden: Die Bürger kennen ihre Verhältnisse vor Ort am besten. Von ihnen müssen die Vorschläge dafür kommen, was sie selbst wollen und brauchen. Die Landespolitik dagegen muss die geeigneten Rahmenbedingungen für den ländlichen Raum schaffen.