Wirtschaft | 03.02.2016

Schulen mit viel Praxisbezug

Dank neuer Angebote haben Absolventen der Fachschulen jetzt noch mehr Möglichkeiten und Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Einschreibungen sind bis zum 15. März möglich.

Die Ausbildung zum Lebensmitteltechniker wird im kommenden Schuljahr erstmals angeboten.

Die Ausbildung zum Lebensmitteltechniker wird im kommenden Schuljahr erstmals angeboten.

Praxisnaher Unterricht wird an den Südtiroler Fachschulen für Landwirtschaft sowie für Hauswirtschaft und Ernährung seit jeher groß geschrieben. In den letzten Jahren sind einige interessante Angebote dazugekommen. Auch für das Schuljahr 2016/17 gibt es eine neue Fachrichtung für Mittelschulabgänger. 

Dreijährige Ausbildung 
Mit der dreijährigen Ausbildung haben die Abgänger der Fachschulen ihre Bildungspflicht erfüllt und können direkt in die Arbeitswelt einsteigen. Zur Zeit bieten die Fachschulen eine Ausbildung für folgende Berufsbilder an:

  • Fachkraft für Landwirtschaft (Fachrichtungen: Obst- und Weinbau, Obstbau, Berglandwirtschaft, Nutztierhaltung oder Forstwirtschaft)
  • Fachkraft für hauswirtschaftliche Dienstleistungen
  • Fachkraft für Ernährungswirtschaft
  • Fachkraft für Agrotourismus (wurde erst im Schuljahr 2014/15 neu eingeführt und richtet sich vor allem an die Bedürfnisse von „Urlaub auf dem Bauernhof“-Anbietern). 

Die Absolventen der dreijährigen Lehrgänge erhalten ein Berufsbefähigungszeugnis. Dieses ist zugleich die Voraussetzung für den Besuch des vierten Spezialisierungsjahres. 

Viertes Schuljahr
Mit dem Berufsbefähigungszeugnis der dritten Klasse können sich die Schüler in das vierte Spezialisierungsjahr einschreiben, das sie dann mit dem Berufsbildungsdiplom als landwirtschaftlicher Betriebsleiter bzw. landwirtschaftliche Betriebsleiterin (Fachrichtungen: Obst- und Weinbau, Obstbau, Nutztierhaltung oder Forstwirtschaft) oder als spezialisierte Fachkraft für Agrotourismus und Großhaushalte abschließen. 

Maturaführendes Jahr
Im Schuljahr 2014/15 gab es erstmals Maturaklassen an den Fachschulen für Landwirtschaft sowie für Hauswirtschaft und Ernährung. Damit eröffnen sich den Schülern ganz neue Perspektiven: Heute studieren bereits Fachschulmaturanten an Universitäten im In- und Ausland oder haben eine Arbeit gefunden, für die der Besitz des Maturazeugnisses Voraussetzung ist. 
Schüler mit dem Berufsbildungsdiplom der vierten Klasse können um Zulassung zum maturaführenden Lehrgang ansuchen. Außerdem sind ein Test zur Feststellung der sprachlichen und mathematischen Grundvoraussetzungen sowie ein Gespräch zur Ermittlung der Beweggründe und Lernbereitschaft vorgesehen. 
In den letzten beiden Schuljahren wurde das maturaführende Jahr an der Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg, an der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg sowie an der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch angeboten. Der Südtiroler Landwirt hat über die Erfahrungen und Erfolge Schüler berichtet. 

Ausbildung zum Lebensmitteltechniker
Die Ausbildung zum Lebensmitteltechniker wird im Schuljahr 2016/17 erstmals an der Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg angeboten und dauert vier Jahre. Der Lebensmittelsektor gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Südtirol und trägt wesentlich dazu bei, Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Die Berufsausbildung im Bereich der Lebensmitteltechnik wurde zusammen mit Unternehmen entwickelt, die nach qualifizierten Facharbeitern suchen. Damit stehen den Absolventen zahlreiche Möglichkeiten offen. 

Lehre in Gartenbau und Floristik 
Auch die Südtiroler Gärtner und Floristen lernen ihr Handwerk an der Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg. Nach der Mittelschule können interessierte Schüler ein berufsorientiertes Fachbiennium mit der Ausbildung im Bereich Gartenbau und Floristik beginnen. Der gemeinsame Unterricht in den ersten zwei Jahren garantiert eine breite Basisausbildung in diesen grünen Berufen. Nach dem Abschluss des gemeinsamen Bienniums beginnt die zweijährige Lehre in einem Gartenbau- oder Floristikbetrieb mit Qualifizierungskursen an der Fachschule. 
Wer 15 Jahre alt ist und das neunte Schuljahr abgeschlossen hat, kann auch direkt eine Lehre beginnen, die dann drei Jahre dauert. Wer die Lehre erfolgreich abschließt, erhält ein Berufsbefähigungszeugnis und kann ein weiteres Spezialisierungsjahr zum Erlangen des Berufsbildungsdiploms besuchen oder zwei weitere Jahre Fachpraxis zum Erlangen des Meisterbriefes absolvieren. 

Einschreibungen bis 15. März 

Die Einschreibungen in die erste Klasse der Fachschulen für Landwirtschaft sowie für Hauswirtschaft und Ernährung können bis zum 15. März direkt an den Schulen vorgenommen werden. Vom 15. Februar bis zum 15. März kann die Einschreibung auch online mithilfe der aktivierten Bürgerkarte erfolgen. Informationen dazu finden sich auf der Internetseite des Südtiroler Bürgernetzes

Auch Oberschule in Auer ist eine Option
Derzeit besuchen ca. 570 Jugendliche aus dem ganzen Land die Fachoberschule für Landwirtschaft in Auer. Über 2000 Schüler haben in den über 30 Jahren des Bestehens der Schule das Maturadiplom erworben. Nach wie vor ist die Schule in Auer die einzige Oberschule mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt und Maturaabschluss in Südtirol. Was an der Schule geboten wird und wie die Inhalte der drei Schwerpunkte – „Produktion und Verarbeitung“, „Landwirtschaft und Umwelt“ sowie „Weinbau und Önologie“ – aussehen, können Mittelschulabgänger und -innen am Tag der offenen Tür am Freitag, 4. März von 14 bis 17 Uhr erfahren. Einschreibungen sind bis 15. März direkt an der Schule oder auch online möglich.


Praktikumsplätze gesucht

Ab dem Schuljahr 2016/17 bietet die Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg eine neue Ausbildung zum/zur Lebensmitteltechniker/-in in „Fruchtverarbeitung und Getränkeherstellung an. Vier Jahre lang erhalten junge Menschen eine stark praxisbetonte Ausbildung, Teile davon werden in Form von ein- und mehrwöchigen Betriebspraktika in lebensmittelverarbeitenden Betrieben absolviert.
Die Lebensmittelverarbeitung ist in Südtirol nicht nur in industriell organisierten Unternehmen zu Hause. Auch landwirtschaftliche Betriebe verarbeiten Früchte zu Säften und anderen Qualitätsprodukten. Diese Betriebe sind ideale Lernorte für die angehenden Lebensmitteltechniker und -technikerinnen. Der Südtiroler Bauernbund und die Fachschule Laimburg suchen nun für Ausbildung Praktikumsbetriebe. Landwirtschaftliche Betriebsleiter und Betriebleiterinnen, die sich vorstellen können, junge Menschen auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten, indem sie ihnen praxisnahe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsabläufe in ihren Betrieb geben.
Interessierte Betriebe wenden sich an die Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg (Tel. 0471 599 100 oder fs.laimburg@schule.suedtirol.it).