Südtiroler Landwirt, Produktion | 21.01.2016

„Südtiroler Landwirt“ druckt nun garantiert nachhaltig

Der „Südtiroler Landwirt“ druckt ab nun auf PEFC-zertifiziertem Papier. Aber nicht nur das: Auf Anfrage des „Südtiroler Landwirt“ hat Athesia Druck sogar sein gesamtes Zeitungspapier auf diese Zertifizierung für Produkte aus nachhaltig gewonnenem Holz umgestellt.

56.000 kg PEFC-zertifiziertes Papier pro Jahr rollen als „Südtiroler Landwirt“ über die Druckmaschine bei Athesia Druck.

56.000 kg PEFC-zertifiziertes Papier pro Jahr rollen als „Südtiroler Landwirt“ über die Druckmaschine bei Athesia Druck.

3100 Tonnen Papier pro Jahr verarbeitet Athesia-Druck auf der Zeitungsrotationsmaschine Colorman XXL zu verschiedenen Zeitungsprodukten. Seit kurzem tut sie dies auf PEFC-zertifiziertem Papier, also aus garantiert nachhaltig hergestelltem Holz (s.unten).

„Südtiroler Landwirt“ als Auslöser
Auslöser war eine Anfrage des „Südtiroler Landwirt“, wie Chefredakteur Guido Steinegger berichtet: „Als Fachzeitschrift des Südtiroler Bauernbundes war es unser logischer Wunsch, auf PEFC-zertifiziertem Papier zu drucken.“ Immerhin verwaltet der Bauernbund die PEFC-Zertifizierungsgruppe Südtirol, ist also Anlaufstelle für alle Südtiroler Waldbesitzer, die ihren Wald mit PEFC zertifizieren wollen. Rund 18.000 Mitglieder sind es in Südtirol und bilden damit nicht nur die größte Gruppe in Italien oder Europa, sondern weltweit!
Mit dieser Bitte also ist der „Südtiroler Landwirt“ an seine Druckerei herangetreten. Athesia Druck verwendete zwar bereits nachhaltiges Papier, aber mit dem FSC-Zertifikat. FSC ist in der Papierbranche und vor allem auf dem amerikanischen Kontinent weit verbreitet.
Der europäischen Realität hingegen kommt eher das PEFC-Zertifikat entgegen. Daher hatte sich der Südtiroler Bauernbund für seine Waldbesitzer für diese Variante entschieden (s. ausführlich im „Südtiroler Landwirt“ Nr. 6/2015, S. 17).
Auf PEFC umzusteigen war für Athesia Druck mit einigem Aufwand verbunden. Denn über die Rollen der Athesia-Zeitungsrotationsmaschine läuft nicht allein die Bauernbund-Fachzeitschrift. Viele andere Zeitungsprodukte werden hier gedruckt, unter anderem auch die hauseigenen Athesia-Printmedien „Dolomiten“, „WiKu“ und „Zett“. Mit dem „Südtiroler Landwirt“ musste die gesamte Produktionslinie umgestellt werden. Dass Athesia Druck diesen Schritt getan hat, freut auch den Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler: „Jeder Schritt, der die PEFC-Gruppe stärkt, ist ein positiver Schritt.“ Jedes einzelne PEFC-zertifizierte Produkt erhöhe die Sichtbarkeit und Wertschöpfung von PEFC und trage damit zum Gesamterfolg bei. „Daher danken wir der Druckerei, dass sie so unkompliziert auf den Wunsch des ‚Südtiroler Landwirt’ reagiert hat.“

Athesia Druck: „Leisten unseren Beitrag“
Laut Harald Werth, Geschäftsleiter Druckereien, hat der „Südtiroler Landwirt“ bei Athesia Druck GmbH „offene Türen“ vorgefunden: „Der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt ist nicht nur eine Pflicht, sondern für uns bei Athesia Druck auch ein Herzensanliegen.“ Werth verweist darauf, „dass die nachhaltige Forstwirtschaft rücksichtsvoll mit den Geschenken der Natur umgeht. Damit wird garantiert, dass nur die Zinsen investiert werden, das Kapital des Holzbestandes aber gewahrt bleibt. So ist die Nachhaltigkeit eingehalten und ein verantwortungsvoller Umgang respektiert.“
Wie Druckereileiter Harald Werth betont, hängt die PEFC-Zertifizierung von einer Vielzahl von Auflagen, Schulungen und organisatorischen Vorgaben ab. „Dieser Herausforderung haben wir uns gerne gestellt“, berichtet Werth. Daher ist die Athesia Druck PEFC-zertifiziert und berechtigt, auch PEFC-zertifizierte Drucksachen herzustellen.

Großer Wurf für PEFC Italia
Tiefenthaler ist sich bewusst: Mit Athesia Druck ist nicht nur der PEFC-Gruppe Südtirol, sondern der ganzen PEFC-Italia ein großer Wurf gelungen. Immerhin schätzt Athesia Druck ihren Jahresverbrauch auf rund 3.100 Tonnen. Der „Südtiroler Landwirt“ verbraucht davon lediglich einen Anteil von 1,8 Prozent aus. Dennoch sind allein diese Zahlen beachtlich: 56.000 kg Zeitungspapier braucht es, um die 23 Ausgaben mit durchschnittlich 72 Seiten zu produzieren. Gesamt sind das 31,5 Mio. Seiten. Würde man die dafür verwendeten Blätter direkt aneinander reihen, käme eine Strecke von annähernd 5000 km heraus und man könnte darauf in direkter Linie von Bozen bis an den Nordpol laufen!
Diese Zahlen beeindrucken auch den Präsidenten von PEFC Italia, Pier Luigi Ferrari: „Erneut erreichen die Waldbesitzer im Südtiroler Bauernbund ein wichtiges Ziel.“ Dass sich der Bauernbund nun entschieden hat, die eigene Zeitung auf PEFC-zertifiziertem Papier zu drucken, sei „demnach eine konsequente Entscheidung!“ Sie stehe in Einklang mit der eigenen nachhaltigen Arbeit im Wald und zeige, „wie pragmatisch der Bauernbund seine klare Linie für transparente Produktions- und Wertschöpfungsketten verfolgt.“
Laut Ferrari sendet der Bauernbund von Bozen aus zum wiederholten Mal ein positives Signal an die PEFC-Gruppe in ganz Italien: „Im Namen des Vorstands von PEFC Italia drücke ich meinen Stolz über diesen Erfolg aus, der die PEFC-Gruppe in Südtirol zu einem Vorbild konsequenten Handelns für das nationale Forstwesen macht.“

Beitrag zum Weltklima
Wie Harald Werth betont, „ist auch Athesia Druck froh und stolz darauf, dass der ‚Südtiroler Landwirt’ nun dieses Siegel verliehen bekommt.“ Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner sieht darin auch einen Beitrag zum Weltklima: „Aus Südtiroler Sicht mag nachhaltige Waldnutzung selbstverständlich scheinen. Aber wer in die weite Welt blickt, muss ernüchtert feststellen, dass die Realität eine andere ist.“ Laut jüngsten Medienberichten wird im Amazonas derzeit so viel Wald abgeholzt wie noch nie in der Geschichte. Noch immer macht zertifziertes Holz nur rund neun Prozent der weltweiten Holznutzung aus. „Da ist es gut, wenn wir darauf bestehen, auf garantiert nachhaltigem Papier zu drucken. Und es ist gut, wenn Unternehmen wie Athesia Druck die entsprechende Sensibilität dafür aufbringen“, sagt Rinner.

PEFC-Logo in jeder Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“
Das Logo mit der PEFC-Zertifizierung druckt der „Südtiroler Landwirt“ künftig immer direkt beim Impressum auf der letzten Seite des Kleinanzeigers.

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PEFC: So erhält man das Zertifikat

Die zertifizierte Rückverfolgbarkeit (engl. CoC – Chain of Custody) ist ein Kontrollsystem für Betriebe. Es bestätigt, dass alle Schritte der Verarbeitung des Holzes (sog. Holzfluss) registriert wurden und den vorgeschriebenen Kriterien einer nachhaltigen Produktion entspricht. Somit schließt es aus, dass das Holz aus nicht zugelassenen Quellen stammt, z.B. unerlaubte Abholzung oder Holz aus geschützten Gebieten. Wer das PEFC-Zertifikat erhalten will, muss somit alle von PEFC vorgegebenen CoC-Regeln einhalten und somit die Rückverfolgbarkeit innerhalb des Betriebes garantieren. Dazu muss es die entsprechenden Ansuchen an PEFC stellen, den Warenfluss innerhalb des Betriebes nachweisen und die regelmäßigen PEFC-Kontrollen bestehen.
Die Zertifizierung gilt selbstverständlich nicht nur für Papier, sondern für das Rohprodukt Holz und alle Produkte, die daraus gewonnen werden.

"Südtiroler Landwirt" - Die größte und einzig umfassende Agrar-Zeitung Südtirols.