Südtiroler Landwirt, Steuerberatung | 18.01.2016

Positive Signale im Steuerbereich

Zahlreiche positive Auswirkungen für die Landwirtschaft: Das bringt das am 28. Dezember in Rom verabschiedete Stabilitätsgesetz im Steuerbereich. Die SBB-Steuerberatung fasst die Neuerungen zusammen.

Erfreuliche Nachrichten aus Rom: Das Stabilitätsgesetz 2016 bringt steuerliche Erleichterungen für Landwirtschaft. (Foto: www.agrarfoto.at)

Erfreuliche Nachrichten aus Rom: Das Stabilitätsgesetz 2016 bringt steuerliche Erleichterungen für Landwirtschaft. (Foto: www.agrarfoto.at)

Kurz vor Jahresende hat das italienische Parlament das Stabilitätsgesetz 2016 verabschiedet. Der „Südtiroler Landwirt“ hat bereits in Ausgabe 20 über einige angekündigte Maßnahmen aus dem Gesetzentwurf berichtet.

Dank an SVP-Parlamentarier
Vor allem dank Mithilfe der SVP-Senatoren Hans Berger und Karl Zeller sowie des SVP-Kammerabgeordneten Manfred Schullian ist es gelungen, zahlreiche Änderungen unterzubringen, die sich positiv auf die Südtiroler Landwirtschaft auswirken.
Ein wichtiges Beispiel: Ursprünglich war die Befreiung von der Mehrwertsteuerregisterführung für Landwirtschaftsbetriebe mit einem Vorjahresumsatz von unter 7000 Euro abgeschafft worden. Bei der Umwandlung in Gesetz ist es gelungen, diese Abschaffung wieder zu streichen. Vor allem für Nebenerwerbsbauern in der Berglandwirtschaft hätte die Bestimmung enorme bürokratische Auflagen mit sich gebracht.

Hier ein Überblick über die wichtigsten steuerlichen Bestimmungen im landwirtschaftlichen Bereich.
IRAP abgeschafft: Ab dem Steuerjahr 2016 ist die landwirtschaftliche Tätigkeit von der Wertschöpfungssteuer IRAP befreit. Aufrecht bleibt sie dagegen für Urlaub auf dem Bauernhof und für die mit der Landwirtschaft verbundenen Tätigkeiten.
Kompensierungssätze Mehrwertsteuer-Pauschalsystem: Die Kompensierungssätze im Mehrwertsteuerpauschalsystem können für bestimmte landwirtschaftliche Produkte ab 2016 mit entsprechendem Ministerialdekret innerhalb 31. Jänner 2016 erhöht werden:
- Milchsektor: von 8,8 auf 10 Prozent,
- Rinderzucht: von 7 auf 7,7 Prozent,
- Schweinezucht: von 7,3 auf 8 Prozent.
Im Normalfall bedeutet dies: Ein Landwirtschaftsbetrieb muss im Pauschalsystem im Milchsektor keine Mehrwertsteuerschuld mehr begleichen, denn der Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent wird durch den Kompensierungssatz von zehn Prozent aufgehoben. Für Landwirtschaftsbetriebe mit Rinderzucht bzw. mit Schweinezucht hingegen wird die Mehrwertsteuerschuld erheblich verringert.
Aufwertung Baugrund: Die Aufwertung von Baugrund und Bauerwartungsland sowie für Beteiligungen wurde neu eröffnet. Bis 30. Juni muss ein Ingenieur, Geometer, Architekt oder Agronom eine beeidigte Schätzung des Wertes zum 1. Jänner 2016 vornehmen. Bis 30. Juni 2016 ist außerdem eine Ersatzsteuer in Höhe von acht Prozent zu bezahlen. Mit einem Zinsaufschlag von drei Prozent kann sie auf drei Raten aufgeteilt werden.
Registersteuer bei Kauf landwirtschaftlicher Grundstücke: Für Kaufverträge von landwirtschaftlichen Grundstücken an nicht bauernversicherte Landwirte wird die Registersteuer ab 2016 von zwölf auf 15 Prozent erhöht.
Gebührenermäßigung für kleinbäuerliches Eigentum: Die Gebührenermäßigung für das kleinbäuerliche Eigentum (PPC) – mit der Anwendung der fixen Register- und Hypothekargebühren in Höhe von jeweils 200 Euro sowie der Katastergebühren in Höhe von einem Prozent – ist auf zwei Sonderfälle ausgedehnt worden:
- Ankäufe von landwirtschaftlichen Grundstücken und Zubehör zu Gunsten von Eigentümern von geschlossenen Höfen, die direkt bewirtschaftet werden;
- Ankäufe von landwirtschaftlichen Grundstücken zu Gunsten des Ehegatten eines landwirtschaftlichen Unternehmers (mit Voraussetzungen für kleinbürgerliches Eigentum) oder seiner zusammenlebenden Familienangehörigen in direkter Linie, sofern diese bereits Eigentümer von Grundstücken sind.
Steuerbegünstigung bei Flurbereinigung:
Die Befreiung von den indirekten Steuern (Register-, Hypothekar-, Kataster- und Stempelgebühr) für die Durchführung von Flurbereinigungen durch Regionen, Provinzen und Gemeinden ist ab 1. Jänner 2016 wieder eingeführt worden.
Erhöhung Bargeldgrenze: Abgesehen von einigen Ausnahmen wurde die Bargeldgrenze seit 1. Jänner 2016 wieder von 1000 auf 3000 Euro erhöht.
Besteuerung erneuerbare Energie aus Photovoltaikanlagen: Gute Nachrichten auch für die Stromproduktion aus Photovoltaik bis zu 260.000 Kwh Jahresleistung, die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse (z.B. Biogasanlage) bis zu 2.400.000 Kwh Jahresleistung sowie die Erzeugung von Treibstoffen aus Biomasse (z.B. Raps): Diese Einkommen unterliegen für die Einkommenssteuer weiterhin den Katasterwerten, falls die Voraussetzungen für zur Landwirtschaft verbundenen Tätigkeiten gegeben sind. Ursprünglich war ab 2016 eine Besteuerung in Höhe von 25 Prozent vorgesehen.
Die Pauschalierung in Höhe von 25 Prozent gilt ab 2016 ohne zeitliche Beschränkung weiterhin für die Besteuerung der erneuerbaren Energie über obengenannte Grenzen, falls die Voraussetzungen für zur Landwirtschaft verbundenen Tätigkeiten gegeben sind.
Verlängerung der Steuerabsetzbeträge für Sanierungsarbeiten und Energiesparmaßnahmen: Die Steuerabsetzbeträge für die Einkommenssteuer für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten in Höhe von 50 Prozent, für Energiesparmaßnahmen in Höhe von 65 Prozent sowie für den Ankauf von Möbeln und Elektrogeräten für sanierte Wohneinheiten in Höhe von 50 Prozent sind um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2016 verlängert worden.
Anpassung Minimo-Pauschalsystem: Das neue Minimo-Pauschalsystem wird angepasst und in der Anwendung interessanter gemacht. Die Ersatzsteuer beträgt 15 Prozent. In den ersten fünf Jahren wird der Steuersatz auf fünf Prozent reduziert.