Südtiroler Landwirt, Markt | 17.12.2015

Standort Bozen hat sich bewährt

Zum zweiten Mal fand die traditionelle Weihnachtskalbinnen-Versteigerung des Viehvermarktungskonsortiums Kovieh am Mittwoch vergangener Woche in Bozen statt. Vor allem die Metzgerbetriebe der Umgebung zeigten reges Interesse an den heimischen Qualitätstieren.

Insgesamt wechselten bei der Weihnachtskalbinnen-Versteigerung in Bozen 838 Tiere ihren Besitzer.

Insgesamt wechselten bei der Weihnachtskalbinnen-Versteigerung in Bozen 838 Tiere ihren Besitzer.

Den Verantwortlichen des Kovieh ist es ein großes Anliegen, diese Spezialversteigerung weiter auszubauen. Mit der diesjährigen Ausgabe ist es ihnen einmal mehr gelungen.
Kovieh-Obmann Lorenz Gasser begrüßte die Ehrengäste, Lieferanten und Kunden und bedankte sich für die zahlreiche und regelmäßige Teilnahme an den Versteigerungen.
Insgesamt wurden 838 Tiere versteigert. Wie jedes Jahr wurden die angelieferten Qualitätstiere in die Kategorien Kalbinnen, Stiere, Ochsen, Jungrinder und Milchkälber eingeteilt. Eine vom Kovieh eingesetzte Kommission entschied, ob die angelieferten Tiere den Qualitätsanforderungen entsprachen. Ausschlaggebend dafür war das Alter der Tiere, welches bei Stieren nicht über 30 Monate, bei Kalbinnen und Ochsen nicht über 36 Monate liegen durfte – und nicht zuletzt ein guter Allgemeinzustand. Zudem sollten die Tiere gut ausgemästet sein. Rinder, welche diesen Anforderungen nicht entsprachen, wurden mit den übrigen Schlachttieren versteigert.
Die Preise waren im Allgemeinen gut: Die Qualität der angelieferten Tiere war sehr gut und entsprechend erfreulich fielen die Preise aus. Von den angelieferten Kalbinnen entsprachen 27 den Qualitätskriterien. Der Durchschnittspreis der Qualitäts-Kalbinnen lag bei 2,13 Euro je Kilogramm Lebendgewicht zzgl. MwSt. Auch bei den restlichen Qualitätstieren war das Preisniveau hoch. Bei den Kühen durften sich die Lieferanten freuen: Hier lag der Durchschnittspreis bei 1,20 Euro je Kilogramm Lebendgewicht zzgl. MwSt. und damit rund zehn Prozent über dem Durchschnitt des Vorjahres.  

Tiere für guten Zweck versteigert
Die Höhepunkte der Veranstaltung waren die Versteigerung eines Stieres, einer Kuh und einer Kalbin, deren Erlöse dem wohltätigen Zweck zukommen: Der Stier wurde von Peter Paul Oberfrank, Unterklapfer in Gais, gezüchtet und zur Versteigerung angeboten. Den Gesamterlös lässt der Spender einer Familie in Not zukommen. Der großzügige Käufer des Tieres war die Firma Puschtra Vieh OHG aus Rasen Antholz, die für den Stier 1384,77 Euro inkl. MwSt. bezahlte.
Die Kuh wurde von Johann Plaikner aus Kiens zum Verkauf angeboten. Sie erzielte einen Gesamtpreis von 1013,32 Euro, den der Holländer DJK Kuenen dafür zahlte. Der Reinerlös wird den Erdbebenopfern in Nepal gespendet.
Den Erlös der im Juni 2013 geborenen Kalbin hingegen spendet das Südtiroler Viehvermarktungskonsortium Kovieh selbst dem Bäuerlichen Notstandsfonds. Gezüchtet wurde diese von Marcello Pallanch, Laranz in Kastelruth. Käufer dieser gekreuzten Blau-Belgier-Kalbin, welche einen Endpreis von 1903,77 Euro inkl. MwSt. erzielte, war der Verband der Südtiroler Kleintierzüchter, der ebenfalls für diese große Spende verantwortlich ist.
Der fleißigste Einkäufer des Tages war die Firma Inalca S.p.A. aus Castelvetro/Modena mit 106 Rindern. Der Verband der Südtiroler Kleintierzüchter ersteigerte mit fünf Rindern die höchste Anzahl an Qualitätstieren. Beide erhielten als Dank einen Geschenkkorb mit Produkten von Bergmilch Südtirol.
Die Käufer des jeweils teuersten Tieres je Kategorie wurden mit einer Magnumflasche Wein prämiert: Die teuerste Kalbin ersteigerte der Verband der Südtiroler Kleintierzüchter, den teuersten Ochsen kaufte Virgilio Arnoldi aus der Provinz Bergamo und den teuersten Stier erwarb Gabriel Sprenger aus Graun im Vinschgau.
Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten die „Jungen Bolgstoa­ner“ aus dem Sarntal. Diese unterhielten die Besucher rund um das Versteigerungsareal. Zudem gab es köstliche „Tirschtlan“ und Bauernkrapfen, die direkt vor Ort von Eisacktaler Bäuerinnen gebacken wurden.
Die Verantwortlichen des Kovieh freuten sich über den guten Verlauf der Versteigerung und danken allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben.