Wirtschaft | 26.11.2015

EU: Ein Viertel weniger Bauernhöfe

In der EU ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 2003 bis 2013 um etwas mehr als vier Millionen oder 27,5 Prozent auf 10,8 Millionen zurück. Das geht aus einer den vorläufigen Ergebnissen der letzten EU-Betriebsstrukturerhebung von Eurostat hervor. von AIZ

In Bulgarien – der Heimat dieses Paares – ist die Zahl der Bauernhöfe innerhalb von zehn Jahren um mehr als 60 Prozent gesunken.

In Bulgarien – der Heimat dieses Paares – ist die Zahl der Bauernhöfe innerhalb von zehn Jahren um mehr als 60 Prozent gesunken.

Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb mit 174,6 Millionen Hektar bewirtschaftetem Boden fast unverändert. Demnach nahm die durchschnittliche landwirtschaftliche Fläche je Betrieb um 38 Prozent zu - von 11,7 Hektar (2003) auf 16,1 Hektar (2013). Österreich verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren einen Rückgang bei den landwirtschaftlichen Betrieben von knapp 20 Prozent. In Deutschland gab es 2013 knapp ein Drittel weniger Höfe als noch zehn Jahre zuvor.

Größte Rückgänge in Bulgarien und der Slowakei
Ein deutlicher Rückgang von mehr als 60 Prozent der bäuerlichen Betriebe wurde in der Slowakei und in Bulgarien beobachtet. In Italien, Estland und der Tschechischen Republik hat sich die Zahl der Betriebe halbiert. Mit einer Abnahme von lediglich sechs und einem Prozent hinterließ der Strukturwandel in Slowenien und in Schweden dagegen kaum Spuren. In Irland wuchs die Zahl der Bauernhöfe sogar um drei Prozent an.

Größte Betriebe in Tschechien und Großbritannien
Die größten Betriebe mit 133 Hektar gibt es in der Tschechischen Republik, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 93 Hektar. In Österreich liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei 19 Hektar und in Deutschland bei 58 Hektar. Knapp 30 Prozent der Agrarfläche in Frankreich und Spanien Die beiden Mitgliedstaaten mit dem insgesamt größten landwirtschaftlich genutzten Areal waren im Jahr 2013 Frankreich (15,9 Prozent der agrarischen Gesamtfläche in der EU) und Spanien (13,4 Prozent), gefolgt vom Vereinigten Königreich (9,9 Prozent), Deutschland (9,6 Prozent), Polen (8,3 Prozent), Rumänien (7,5 Prozent) und Italien (6,9 Prozent).

Jede dritte EU-Bauernhof steht in Rumänien
Ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU befand sich 2013 in Rumänien (3,7 Millionen und damit 33,5 Prozent aller Betriebe in der EU), mit weitem Abstand gefolgt von Polen (1,4 Millionen Betriebe bzw. 13,2 Prozent der EU-Gesamtzahl), Italien (eine Million bzw. 9,3 Prozent) und Spanien (fast eine Million bzw. 8,9 Prozent). Fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebsleiter in der EU war 2013 mindestens 65 Jahre alt. Ferner machte die Altersgruppe der 55 bis 64-jährigen in fast jedem EU-Mitgliedstaat ein Viertel aller Betriebsleiter aus. Österreich weist einen der höchsten Werte (10,9 Prozent) in der jüngsten Altersgruppe (Betriebsleiter unter 35 Jahren) auf. Bei Letzteren liegt der Anteil nur noch in Polen (12,1 Prozent) höher. Am niedrigsten war der Anteil der Junglandwirte in Zypern (1,7 Prozent).