Wirtschaft, Südtiroler Landwirt, Politik | 19.11.2015

Wie das Wetter, so die Stimmung

Strahlender Sonnenschein ist eigentlich kein besonders günstiges Messe-Wetter. Dass dennoch fast 40.000 Besucher die diesjährige Agrialp besucht haben, zeugt vom großen Interesse am Thema der Messe – und von der guten Stimmung in der Landwirtschaft.

Die Agrialp hat in diesem Jahr wieder alle Erwartungen erfüllt.

Die Agrialp hat in diesem Jahr wieder alle Erwartungen erfüllt.

Vier Tage lang lachte die Sonne am Agrialp-Wochenende vom Südtiroler Himmel.  Ein Wetter, bei dem Herr und Frau Südtiroler wohl eher ein paar Stunden in freier Natur verbringen, als durch überdachte Messehallen zu schlendern. Dass dem nicht so sein muss, zeigte ein Blick in die Messe Bozen. Besonders der Freitag und der Montag waren sehr gut besucht. Die Organisatoren verzeichneten an beiden Tagen ein Besucher-Plus von jeweils rund 50 Prozent. Die besucherstärksten Tage waren wiederum der Samstag und der Sonntag.

Mit rund 39.000 Besuchern das Niveau gehalten
Am Ende zählte die Messe Bozen laut einer Aussendung rund 39.000 Besucher, was in etwa dem Besucherandrang der vorhergehenden Agrialp-Ausgaben entspricht. Ein stolzes Ergebnis, wenn man es mit anderen Messen im Verlauf des Jahres vergleicht – und wenn man das schon erwähnte Kaiserwetter bedenkt.
Ein wichtiger Grund für diesen Besucheransturm war mit Sicherheit das Motto der Messe. Mit dem Leitthema „Aus gutem Grund: heimische Lebensmittel“ haben die Messe Bozen und der Südtiroler Bauernbund – die das Motto gemeinsam ausgearbeitet haben – offensichtlich einen Nerv getroffen.
Schon bei der Eröffnung am Freitagvormittag waren die Lebensmittel ein wiederkehrendes Thema. Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler erinnerte daran, dass die Bäuerinnen und Bauern sich seit jeher diesem Motto verpflichtet sehen, indem sie die Böden als Grundlage für wohlschmeckende, regionale Qualitätsprodukte hegen und pflegen. „Das Motto ist gut gewählt, weil es viele gute Gründe für Südtiroler Lebensmittel gibt: die kurzen Wege und der hohe Sicherheits-Standard sind nur zwei davon“, betonte Schuler.

Südtirol als Delikatessenladen
Europaparlamentarier Herbert Dorfmann verglich Südtirol mit einem Delikatessenladen: „Wenn unsere Landwirtschaft den Anspruch hat, ein solcher Delikatessenladen zu sein, dann muss sie auch der Nachfrage der Gesellschaft nach einer nachhaltigen Produktion gerecht werden.“ Messe-Direktor Thomas Mur und Messe-Vizepräsident Arrigo Simoni verwiesen auf die Bedeutung der Agrialp im Bozner Messekalender. Die Messe sei mit 423 Ausstellern auf über 28.000 Quadratmetern restlos ausgebucht und seit jeher eine der besucherstärksten Messen im Jahreslauf.
Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler ging in seinen Grußworten auf die Bauernbund-Aktionsbühne als zentrale Drehscheibe der Messe, aber auch auf das zu Ende gehende Landwirtschaftsjahr ein: „Das Wetter hat in diesem Jahr in allen Sektoren sehr gut mitgespielt. Die Ernte ist überall im großen und ganzen sehr gut verlaufen, auch die Qualität ist vielversprechend.“ Dementsprechend gut sei auch die Stimmung bei den Landwirten.

Besucher waren sehr zufrieden
Die Einschätzung des Bauernbund-Obmannes wird durch die Rückmeldungen von Besuchern und Ausstellern an die Messe Bozen bestätigt. Dass die Agrialp als Fixpunkt im Terminkalender aller in der Landwirtschaft Tätigen wahrgenommen wird, zeigt die hohe Besuchertreue: Fast zwei Drittel der Besucher lassen sich laut einer Umfrage der Messe Bozen keine Auflage der Landwirtschaftsmesse entgehen.
Fast ausnahmslos gut bis sehr gut bewerteten die 1411 Befragten die Messe insgesamt, vier von fünf wollen bei der nächsten Agrialp in zwei Jahren wieder kommen. Die Bedeutung der Messe auch über die Grenzen Südtirols hinaus unterstreicht der Anteil an Nicht-Südtirolern: 41 Prozent der Besucher kamen von außerhalb des Landes, jeder Sechste aus einer anderen Region Italiens, gut ein Fünftel aus dem benachbarten Trentino.

Breit gefächertes Publikum
Zufrieden zeigten sich auch die Aussteller. So sagt etwa Hartmann Radmüller, der Stihl Motorsägen und Gartengeräte von Viking vertritt: „Wir sind schon seit vielen Jahren auf der Agrialp vertreten und auch heuer waren wir natürlich wieder dabei. Dieses Jahr kamen sehr viele Besucher zu uns, viele von ihnen auch mit Kaufinteresse – das stimmt uns zufrieden.“ Radmüller konnte ein sehr breit gefächertes Publikum beobachten, von lokalen Interessenten bis hin zu Fachleuten von außerhalb des Landes.

Aussteller schätzen Kundenkontakt
Paul Beikircher vom bekannten Tierfutteranbieter Beikircher Grünland äußerte sich ebenfalls mit dem Verlauf der Messe zufrieden: „Die Messe ist immer wieder eine gute Gelegenheit, mit den Kunden in Kontakt zu kommen. Ich finde es gut, dass die Agrialp jedes zweite Jahr stattfindet, auch um die Kunden nicht mit einem Überangebot zu überfordern. Bei der nächsten Agrialp sind wir auf jeden Fall wieder hier.“