Produktion | 19.11.2015

Den Weinbau in Steillagen erhalten

Rebanlagen an steilen Hängen prägen in mehreren Tälern das Südtiroler Landschaftsbild. Der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau gibt in einer neuen Brsochüre Tipps für die Errichtung von Weinbergen in Steillagen.

Damit Steillagen weiter bewirtschaftet werden, muss der Einsatz von Maschinen möglich sein. (Foto: Beratungsring für Obst- und Weinbau)

Damit Steillagen weiter bewirtschaftet werden, muss der Einsatz von Maschinen möglich sein. (Foto: Beratungsring für Obst- und Weinbau)

Sie prägen Südtirols Landschaftsbild auf besondere Weise: die Rebanlagen, die sich entlang des Eisack- und Etschtales, im Überetsch und Unterland sowie im Burggrafenamt und im Vinschgau an den steilen Hängen hochziehen. Besonders typisch für den Südtiroler Weinbau ist der Anbau auf verschiedenen Terrassen. Er schafft in den Hängen die Voraussetzungen, um Weinbau wirtschaftlich zu betreiben. Hansjörg Hafner, Weinbauleiter im Südtiroler Beratungsring, erklärt: „Es ist wichtig, dass diese Lagen auch in Zukunft bewirtschaftet werden. Nicht nur wegen des landschaftlichen Reizes, sondern weil in diesen Lagen Trauben besonderer Qualität wachsen, die erstklassige Weine hervorbringen.“

Schon bei der Errichtung an Mechanisierung denken
Rebanlagen, in denen ein Maschinen- und Geräteeinsatz möglich ist, was die Arbeit erleichtert, werden auch in Zukunft bewirtschaftet werden. Bei allen anderen Anlagen ist dies fraglich. „Bei der Erneuerung dieser Anlagen muss darum an die Mechanisierung gedacht werden und die Anlage entsprechend erstellt werden“, sagt Hafner. Um Weinbauern in Steillagen bestmöglich zu unterstützen, haben sich Experten des Beratungsringes für Obst- und Weinbau, des Versuchszentrum Laimburg sowie mehrere Südtiroler Weinbauern zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen und ihre Erfahrungen gebündelt. Entstanden ist die Broschüre „Neuanlagen im Steillagenweinbau – eine Anleitung zur maschinengerechten Erstellung von Neuanlagen im Weinbau“, in der alle Erfahrungen über den Weinanbau in Steillagen gesammelt wurden. „Wir wollen rechtzeitig aktiv werden, damit diese Anlagen zukunftsfähig bleiben bzw. werden, denn derzeit ist in Steillagen noch sehr viel Handarbeit notwendig“, sagt Hafner.

Arbeitssicherheit bei der Planung mitbedenken
Die Technik hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Mittlerweile stehen verschiedene Zuggeräte zu Auswahl, die eine Bearbeitung im Hang möglich machen. Bei der Planung von Neuanlagen muss aber unbedingt auch auf die Arbeitssicherheit geachtet werden – entsprechend muss das Gelände angepasst werden.
In verschiedenen Kapiteln auf 42 Seiten erhalten die Bauern allerhand interessante Informationen und Tipps, bewährte Erfahrungen und neue Erkenntnisse. Es geht dabei um Themen wie Hangneigung und Maschineneinsatz, Zeilenausrichtung, Vorbereitung des Grundstückes, Mauerbau, Ausmessen, Terrassieren, Wendebereich und Zufahrtsweg, Erstellen des Stützgerüstes, Auspflanzen der Rebe und der Begrünung, Einsaat und Abdeckung.

Die Broschüre wurde in den vergangenen Tagen an die Mitglieder des Südtiroler Beratungsringes verteilt. Interessierte erhalten die Broschüre in den Büros des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau.