Südtiroler Landwirt, Produktion | 24.09.2015

Immer mehr Äpfel veredelt

Schwierige äußere Rahmenbedingungen und ein ungewöhnlicher Marktverlauf – dennoch blickt der Obstverarbeitungsbetrieb VOG Products auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2014/15 zurück.

VOG Products in Leifers veredelt Äpfel zu hochwertigen Produkten für die weltweite Lebensmittelindustrie und für Endverbraucher. (Foto: VOG Products)

VOG Products in Leifers veredelt Äpfel zu hochwertigen Produkten für die weltweite Lebensmittelindustrie und für Endverbraucher. (Foto: VOG Products)

„Trotz aller Widrigkeiten können wir ein angemessenes Ergebnis vorweisen“, sagte Obmann Franz Varesco bei der Jahresvollversammlung Anfang September in Leifers vor Vertretern der Mitgliedsgenossenschaften und der vier Erzeugerorganisationen aus Südtirol und Trentino.

Schwierige Marktlage gemeistert
Die Vermarktungssaison 2014/15 hat pessimistisch begonnen. Doch aufgrund unerwarteter Faktoren konnte die Apfelverarbeitung im letzten Jahr den schwierigen Bedingungen entgegenwirken. Teilweise war noch Ware vom Vorjahr eingelagert, Rekordmengen in Europa waren zu erwarten sowie das Russland-Embargo stellte die Verarbeitung vor eine schwierige Situation. Durch nicht geerntete Äpfel, niedrigen Zuckergehalt und mehr Verkäufen am Frischmarkt konnten die Preise jedoch unter Kontrolle gebracht werden. Außerdem kam der Verarbeitung der Wechselkurs Euro/US-Dollar entgegen. Der US-Dollar gewann an Wert und machte Importe aus Europa günstig. „Von November bis Mai wurde elfmal mehr Apfelsaftkonzentrat aus Europa in die USA importiert als im Jahr zuvor“, betonte Klaus Gasser, Geschäftsführer von VOG Products. Am Ende wurden mit rund 332.000 Tonnen etwa sieben Prozent weniger Obst zur Verarbeitung an VOG Products angeliefert als in der Saison zuvor, Bioware hingegen sieben Prozent mehr.

Leichtes Umsatzminus
Aufgrund der schwierigen Marktsituation fielen auch die Auszahlungspreise an die  Mitgliedsgenossenschaften im Vergleich zu den letzten Jahren niederer aus. So konnten etwa für Saftäpfel im Schnitt etwas mehr als sieben Cent (Bio 22 Cent) und für Schäläpfel im Schnitt 14 Cent (Bio 38  Cent) pro Kilo ausbezahlt werden. „Die Auszahlungspreise liegen zwar im Schnitt unter denen vom letzten Jahr, trotzdem aber weit über dem Marktpreis in Europa“, erklärte Gasser. Wie schon in den beiden vorhergehenden Geschäftsjahren, war auch der Umsatz mit knapp 81 Mio. Euro wieder etwas rückläufig. „Dies vor allem aufgrund sinkender Weltmarktpreise speziell für Apfelsatzkonzentrat“, sagte Gasser, der für die nächsten Jahre von einem Umsatzplus ausgeht.

Vermehrte Produktveredelung
VOG Products hat in den letzten Jahren massiv in technische Anlagen investiert und setzt auf Produktneuheiten. Hier gibt es speziell drei Trends in der Produktveredelung: weg von konzentrierten Produkten, hin zu naturtrüben, ursprungsgebundenen Direktsäften, als weiteres Segment Apfelpürees und Apfelmus und drittens die erfolgreichen „Fresh Cut“ Apfelschnitten. Von diesen frischen Apfelschnitten ohne Konservierungsstoffe wurden im Geschäftsjahr knapp 5,7 Mio. Packungen verkauft. „Wir sprechen hier von Wachstum im zweistelligen Bereich“, freut sich Geschäftsführer Klaus Gasser.

Vorsichtig optimistisch
Entsprechend blickt auch Obmann Franz Varesco mit „vorsichtigem Optimismus“ in die neue Verarbeitungssaison. Er erwartet heuer eine erneut geringere Anlieferungsmenge um die 300.000 Tonnen. Mit den ersten produzierten Mengen der neuen Saison muss der Verarbeitungsbetrieb zudem noch Nachfrage aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr decken, was durchaus positiv zu werten sei. „Auch die äußeren Rahmenbedingungen zeigen sich um einiges freundlicher“, sagte Geschäftsführer Gasser, der für das neue Geschäftsjahr mit „wesentlich höheren Preisen“ für Industrieobst rechnet als in der letzten Saison.