Südtiroler Landwirt, Produktion | 27.08.2015

Damit auch nach der Ernte alles passt

Wie sich Erntezeitpunkt und die Verwendung innovativer Lagertechnologien auf die Qualität der Früchte während der Lagerung auswirken: Darüber haben sich Anfang August die rund 70 Teilnehmer bei der Lagerungstagung des Versuchszentrums Laimburg informiert. von LPA - Landespresseamt

Am Versuchszentrum Laimburg wurde die Genussqualität von sechs verschiedenen Apfelsorten nach der Lagerung untersucht. (Foto: Meinhard Niederstätter)

Am Versuchszentrum Laimburg wurde die Genussqualität von sechs verschiedenen Apfelsorten nach der Lagerung untersucht. (Foto: Meinhard Niederstätter)

Von den 2014 in Südtirol geernteten 1,2 Mio. Tonnen Äpfeln können in den Südtiroler Obstlagern insgesamt über 900.000 Tonnen gelagert werden. Eine gute Lagerung ist deshalb unumgänglich und daher wird auch weiter geforscht, um sie zu optimieren.
Bei der jüngsten Lagerungstagung – organisiert vom Versuchszentrum Laimburg – stellten die Experten Empfehlungen zur Optimierung der Lagerparameter für die kommende Lagersaison vor.

Golden profitiert, Fuji nicht
So profitiert die Apfelsorte Golden Delicious am meisten von innovativen Lagertechnologien wie der Lagertechnik DCA (dynamisch-kontrollierte Atmosphäre). Angelo Zanella vom Versuchszentrum Laimburg erklärte hierzu: „Auch nach einem halben Jahr DCA-Lagerung bleibt die Festigkeit von Golden-Delicious-Äpfeln erhalten.“
Im Rahmen einer Studie untersuchte die Laimburg die Genussqualität von sechs verschiedenen Apfelsorten, nachdem diese mit verschiedenen innovativen Lagertechniken gelagert worden waren. Dabei zeigte sich: Golden Delicious schnitt am besten ab, während die Sorte Fuji am wenigsten davon profitierte.
Bei der genannten Lagertechnik DCA wird die Lageratmosphäre laufend an die momentanen Bedürfnisse der Äpfel angepasst, um ein Gleichgewicht zwischen Fortschritt der Reife und Sauerstoffmangel der Äpfel zu erzielen.

Reifezustand sehr wichtig
Sehr wichtig für die Lagerung ist bekanntlich auch ein idealer Reifezustand. Eine zu frühe und eine zu späte Ernte fördern das Auftreten von Lagerschäden. Ines Ebner vom Versuchszentrum Laimburg erklärte: „Wird zu früh geerntet, kann das zur Entwicklung von gewöhnlicher Schalenbräune während der Lagerung führen.“ Eine zu späte Ernte kann eine große Bandbreite an Problemen wie Glasigkeit und Fruchtfäule während der Lagerung hervorrufen. Diese Lagerschäden können dann zu unverkäuflichen Früchten und Ausfällen führen.

Auf sorgfältige Ernte achten
Um Lagerschäden vorzubeugen, sollte deshalb das empfohlene Erntefenster eingehalten und auf eine schonende und sorgfältige Ernte in mehreren Pflückgängen geachtet werden, betonten die Experten.
Auch eine ausgewogene Düngung, ein optimaler Schnitt sowie eine Behangsregulierung können die Lagerfähigkeit der Äpfel erhöhen. Entscheidend ist zudem ein an die Sorte, den Reifegrad der Früchte und die Lagerdauer angepasstes Lagermanagement.

Verpackung sparen
Auch gingen die Experten auf den CO2-Fußabdruck ein. Damiano Zanotelli von der Freien Universität Bozen erklärte: „Die Verwendung von Verpackungsmaterial aus Plastik hinterlässt einen größeren CO2-Fußabdruck als die Lagerung der Äpfel.“
Bei der Herstellung des Verpackungsmaterials wird nämlich mehr nicht-erneuerbare Energie verbraucht als während der Lagerung der Äpfel.
So macht die Verpackung in der Region Trentino-Südtirol nach sieben Monaten Lagerung rund 60 Prozent des gesamten CO2-Verbrauchs nach der Ernte aus.
Der Konsum von nicht in Plastiksäckchen abgepackten Äpfeln ist laut den Experten deshalb ein wichtiger Beitrag der Verbraucher zum Umwelt- und Klimaschutz.
Aber auch die Lagerung der Äpfel verbraucht mit Einlagerung und Temperaturaufrechterhaltung CO2.