Südtiroler Landwirt, Betriebsberatung | 25.08.2015

Frisches Geld für Stall und Stadel

Mit der Genehmigung des Entwicklungsprogrammes für den ländlichen Raum hat das Land Südtirol eine neue Förderung für Investitionen landwirtschaftlicher Betriebe eingeführt. Diese läuft bis zum Jahr 2020 und betrifft Gebäude zur Haltung von Milchvieh, also Ställe und Stadel. von Stephan Mutschlechner

Die Förderung ist größeren Milchviehbetrieben vorbehalten, welche ein Projekt mit einer Mindestinvestition von 150.000 Euro einreichen.

Die Förderung ist größeren Milchviehbetrieben vorbehalten, welche ein Projekt mit einer Mindestinvestition von 150.000 Euro einreichen.

Zusätzlich zu diesen Gebäuden kann aber auch für Mistlegen, Jauchegruben, Güllegruben und Maschinenräume inkl. Hofwerkstatt, Treibstofflager angesucht werden. Geld gibt es auch für die Innenmechanisierung. Das sind z.B. Melkanlagen, Milchkühler, Heutrocknungsanlagen, Heukräne, Stallbelüftung oder Gülleaufbereitungsanlagen.

Nur bei Neubau oder Sanierung
Zu beachten ist dabei aber: Für diese Vorhaben kann nur über diese Schiene angesucht werden, wenn ein Wirtschaftsgebäude neu errichtet oder saniert wird. Ein Gesuch nur für beispielsweise einen Maschinenraum oder einen Heukran allein ist über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum nicht möglich.
Diese Förderung ist größeren Milchviehbetrieben vorbehalten, welche ein Projekt mit einer Mindestinvestition von 150.000 Euro einreichen.
So wie bei der Landesförderung müssen ein Mindestviehbesatz von 0,5 GVE/ha und ein Höchstviehbesatz eingehalten werden. Der Höchstviehbesatz schwankt von 1,8 bis 2,5 GVE pro Hektar und hängt von der durchschnittlichen Meereshöhe des Betriebes ab.
Es gibt einige wesentliche Unterschiede dieser neuen Förderung zur bestehenden Landesförderung: Die maximalen Fördersätze bei den Gebäuden sind höher und betragen 50 Prozent bei Betrieben bis zu 39 Erschwernispunkten und 60 Prozent bei Betrieben mit 40 oder mehr Erschwernispunkten. Für maschinelle Einrichtungen beträgt der Fördersatz 30 Prozent; allerdings werden auch Melkanlagen mit anerkannten Kosten von mehr als 40.000 Euro und Heukräne zum Beitrag zugelassen.

Alle Kosten mit Rechnungen belegen
Alle anerkannten Kosten müssen mit Rechnungen belegt werden, ausgenommen das vom Betrieb stammende Bauholz, das aber die Forstbehörde genehmigen muss.
Bei Maschinenräumen werden statt 100 Quadratmetern maximal 150 Quadratmeter gefördert, für die der Betrieb mindestens sechs Hektar Futterfläche haben muss.
Es darf nicht mehr das ganze Jahr über angesucht werden, sondern in den Zeiträumen März bis Mai, Juli bis September und November bis Jänner.
Mit den Bauarbeiten darf erst dann begonnen werden, wenn das Projekt von der Verwaltung auch ausgewählt wurde. Dies erfolgt immer im Monat nach der jeweiligen dreimonatigen  Einreichperiode, könnte aber im nächstmöglichen Fall – also Oktober 2015 – auch bis zum Februar 2016 dauern. Sehr wichtig ist daher: Der Antragsteller muss mit den Bauarbeiten so lange warten, bis er die Mitteilung erhält, dass sein Gesuch ausgewählt wurde. Sonst ist es im Fall einer Ablehnung nicht mehr möglich, über die Landesförderung anzusuchen.
Betriebe, deren Bauvorhaben die Produktion von Gülle vorsehen, dürfen die Flächen von Natura 2000-Gebieten nicht für die Berechnung des Höchstviehbesatzes verwenden.
Soll man für sein Projekt nun über die Landesförderung oder über die EU-Förderung um einen Beitrag ansuchen? Diese Frage stellt sich für den Landwirt insofern nicht, als Betriebe, die für die EU-Förderung in Frage kommen, nur über diese Schiene ansuchen können. Erst im Falle einer Ablehnung kann ein Betrieb über die Landesförderung ansuchen, sofern mit den Bauarbeiten noch nicht begonnen wurde und eine gültige Baukonzession vorliegt.

Mindestpunktezahl notwendig
Damit ein Gesuch ausgewählt werden kann, muss der Antragsteller mindestens 55 Punkte erreichen. Eine Übersicht dazu bietet die nebenstehende Tabelle.
Wer sich näher über die genannte Förderung informieren will, findet alle notwendigen Infos unter www.provinz.bz.it/landwirtschaft:
- Kriterien
- Gesuchsformular


Punkteberechnung

bis zu 40 Erschwernispunkte

10 Punkte

über 40 – 74 Erschwernispunkte

20 Punkte

ab 75 Erschwernispunkten

30 Punkte

Junglandwirte unter 40 Jahren

30 Punkte

Betriebe mit biologischer Produktion

30 Punkte

Investitionen in Wohlbefinden und Hygiene der Tiere (Laufstall)

30 Punkte

Warmluftdach

20 Punkte

Überdachung von Mistlegen

15 Punkte


Kontakt

Auskünfte erteilen das Landesamt für ländliches Bauwesen (Brennerstraße 6, Bozen; Tel. 0471 415150), die Bezirksämter für Landwirtschaft und die Abteilung Betriebsberatung des Südtiroler Bauernbundes in Bozen (Tel. 0471 999421).