Betriebsberatung | 23.07.2015

Förderung nur in steilen Lagen

Serie Förderung 1: Ab 1. September können Bauern wieder um Beihilfen für die Umstellung und Umstrukturierung von Rebanlagen ansuchen, aber nur für Anlagen mit über 30 Prozent Hangneigung. von Landesamt für Obst- und Weinbau

Weinbau in Steillagen – im Bild bei Tscherms – wird auch nach den Neuerungen in der Weinmarktordnung gefördert. Gefördert werden Umstellungen und Umstrukturierungen der Anlagen.

Weinbau in Steillagen – im Bild bei Tscherms – wird auch nach den Neuerungen in der Weinmarktordnung gefördert. Gefördert werden Umstellungen und Umstrukturierungen der Anlagen.

In den letzten Jahren ist der Bedarf an Fördermitteln für die Investitionen in Kellereien und für die Bewerbung des Südtiroler Weines in Drittländern wie in den USA, in Japan oder in der Schweiz beträchtlich gestiegen.
Darauf hat die Südtiroler Weinwirtschaft reagiert: Ab dem Weinwirtschaftsjahr 2015/16 wird im Rahmen der EU-Beihilferegelung für die Umstrukturierung der Schwerpunkt auf Rebanlagen mit mehr als 30 Prozent Hangneigung gesetzt. Dadurch werden Mittel frei, die für die beiden anderen, von der Weinwirtschaft als vorrangig eingestuften Maßnahmen wie Investitionen und Absatzförderung verwendet werden können. Die Entscheidung fiel in Einvernehmen mit allen Beteiligten und den Vertretern des Landes.
Ab 1. September bis einschließlich 31. Oktober 2015 können Weinbauern die Beihilfegesuche für das Pflanzjahr 2016 einreichen. Das Landesamt für Obst- und Weinbau erklärt in der Folge, was dabei zu beachten ist.
Zusammen mit dem Beihilfegesuch um Umstrukturierung von Rebanlagen muss auch ein Antrag um Genehmigung für die Anpflanzung von Rebflächen gestellt werden. Sollte nicht um eine Beihilfe angesucht werden, so ist der Antrag für das Pflanzjahr 2016 auf jeden Fall bis spätestens 30. November 2015 im Amt für Obst- und Weinbau einzureichen.

Ansprechpartner
Aufgrund des zunehmenden Erklärungsbedarfs bei den Ansuchen um einen Beitrag sind die Gesuchsteller gebeten, sich direkt an die zuständigen Ämter (s. Folgeseite) zu wenden.

Erforderliche Mindestfläche und beihilfefähige Maßnahmen
Eine Förderung ist ab einer Fläche von 1500 m² Rebanlage möglich. Die Flächenberechnung erfolgt aufgrund der EU-Vorgabe. Dabei kann um die gepflanzte Nettofläche maximal ein Streifen von einem halben Reihenabstand hinzugezählt werden. Die Antragsteller sind deshalb angehalten, die Angaben in den Gesuchen auf jeden Fall sehr genau zu machen. Änderungen des Vorhabens müssen dem Amt für Obst- und Weinbau unverzüglich mitgeteilt werden.
Gefördert wird nur die Auspflanzung von Sorten, die in Südtirol als geeignet klassifiziert sind. Im Fall einer Rangordnung haben die Qualitätsweinsorten (DOC-Sorten) Vorrang.
Es muss ein Wechsel der Sorte oder des Erziehungssystems erfolgen. Daher ist eine Finanzierung von Neuanpflanzungen auf bisher nicht mit Reben bepflanzten Flächen nicht zulässig. Weiters sind die Verlegung der Rebfläche innerhalb des Betriebes in eine agronomisch günstigere Lage im Laufe des Weinwirtschaftsjahres, sowie die dokumentierte Verbesserung der Bewirtschaftungstechnik mit einer folglich besseren Mechanisierbarkeit im Falle einer Wiederbepflanzung beihilfefähig.

Von der Förderung ausgeschlossene Maßnahmen
Folgende Maßnahmen sind von der Förderung ausgeschlossen: die Rebflächen bis zu einer Hangneigung von 30 Prozent; weiters die Beibehaltung der Erziehungsform ohne gleichzeitige Durchführung eines Sortenwechsels; Wiederbepflanzungen auf Flächen, die in den letzten zehn Jahren bereits eine diesbezügliche Förderung erhalten haben, sowie Wiederbepflanzungen auf Flächen, die nicht innerhalb des auf die Gesuchstellung nachfolgenden Jahres mit Reben angepflanzt werden.

Berechnung der Beihilfe
Die Berechnung der Beihilfe erfolgt auf Basis der Landesrichtpreise und bezieht sich auf die tatsächlichen Kosten für Pflanz- und Gerüstmaterial und auf die fallweise vorliegenden Kosten für Bodenvorbereitung und Terrassierung. Kosten für die Erstellung der Beregnungsanlage oder für die Einrichtungen zum Schutz gegen Schäden durch Wild, Vögel, Wind oder Hagel können nicht berücksichtigt werden. Keinesfalls können Rechnungen mit gebrauchten Materialien berücksichtigt werden.
Die anerkannten Kosten je Hektar betragen maximal 20.000 Euro für Pflanz- und Gerüstmaterial, 8000 Euro für Bodenvorbereitungsarbeiten und 5000 Euro für Terrassierungsarbeiten.
Der Beitragssatz beträgt 50 Prozent der anerkannten Kosten. Die Beihilfen werden aufgrund einer Rangordnung vergeben. Die Punktevergabe erfolgt jährlich anhand definierter Kriterien wie Anbau von DOC-Sorten, Wechsel von Sorte und/oder Erziehungsform oder Alter des Gesuchstellers.
Ist die Errichtung einer Stützmauer notwendig, so kann hierfür zusätzlich beim Amt für ländliches Bauwesen angesucht werden. Das Ansuchen ist vor Beginn der Arbeiten abzugeben. Die Mindestinvestition muss hierbei 10.000 Euro je Gesuch betragen. Für weitere Fragen stehen die Mitarbeiter des ­ Amtes für ländliches Bauwesen zur Verfügung (Tel. 0471 415151).

Verpflichtung
Rebanlagen, die im Rahmen dieser Fördermaßnahme gepflanzt werden, unterliegen folgender Verpflichtung: Sie dürfen für mindestens fünf Jahre ab dem Zeitpunkt der Erstellung nicht gerodet werden. Diese Verpflichtung gilt im Fall einer Betriebsübergabe auch für den dem Gesuchsteller nachfolgenden Betriebsinhaber.

Erforderliche Unterlagen
Die für die Beihilfegesuche und Pflanzmeldungen erforderlichen Vordrucke liegen beim Amt für Obst- und Weinbau, Brennerstraße 6, Bozen, und in den Bezirksämtern für Landwirtschaft auf. Abrufbar sind sie auch im Internet unter bit.ly/reben_formulare. Dem Ansuchen um Beihilfe muss ein Ausdruck der Bank beigelegt werden, welcher die Bankkoordinaten des Gesuchstellers belegt. Möglich ist dies auch mit Hilfe des Briefkopfs eines aktuellen Kontoauszuges.
Da die Beitragsgesuche folglich telematisch von den Mitarbeitern des Amtes für Obst- und Weinbau an die nationale Zahlstelle AGEA übermittelt werden, muss jeder Gesuchsteller eine persönliche PEC-E-Mail-Adresse vorweisen, nur so kann sein Beitragsgesuch bearbeitet werden. Ab 2016 muss jegliche Mitteilung des Amtes an die Gesuchsteller über die PEC-Adresse erfolgen. Daher sollte diese PEC-Adresse auch regelmäßig auf neue Nachrichten seitens der öffentlichen Verwaltung überprüft werden.
Wichtig: Um eine korrekte Abwicklung der Beitragsvergabe zu gewährleisten, muss der Antragsteller die Verfügbarkeit über die geplante Rebfläche haben und in der Weinbaukartei als Betriebsinhaber eingetragen sein.
Nähere Infos dazu erteilt das Landesamt für Obst- und Weinbau – die zuständigen Personen dazu sind in der unten stehenden Tabelle aufgelistet.

Abrechnung
Für die Bodenvorbereitung und oder Terrassierung muss eine Rechnung mit entsprechendem Zahlungsnachweiss vorgelegt werden. Finanziert wird auch das Ausleihen von Maschinen für die Bodenvorbereitung und die Bodenbearbeitung von Seiten Dritter über den Maschinenring wenn eine entsprechende Rechnung samt Zahlungsbeleg im Amte eingereicht wird. Aus der Rechnung muss explizit hervorgehen, dass die geleistete Arbeit in Zusammenhang mit der Erstellung der Rebanlage steht. Dabei müssen die einzelnen Arbeiten detailliert angeführt (z. B. Pflügen, Fräsen, Terrassieren) und auch die entsprechende Katastralgemeinde samt Parzellen angegeben werden. Baggerarbeiten zur Entfernung des alten Stützgerüstes oder zur Rodung der alten Rebstöcke können nicht finanziert werden.
Als Zahlungsnachweis gilt grundsätzlich der Überweisungsbeleg der Bank, welcher die erfolgte Bezahlung bestätigt. Bargeldzahlungen können nicht berücksichtigt werden. Die Rechnungen und die Zahlungsnachweise müssen auf den Gesuchsteller lauten. Überweisungsbelege mittels „Home- oder Internetbanking“ müssen vom jeweiligen Bankinstitut schriftlich bestätigt bzw.  mit Datum versehen abgestempelt und unterschrieben werden. Auf den Ausdrucken muss das Wertstellungsdatum angegeben sein.

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Zuständige Ansprechpartner

Für die Bearbeitung von Meldungen und Beihilfegesuchen für Rebanlagen im Amt für Obst- und Weinbau sind folgende Personen zuständig:

Karin Rizzolli, gesamtes Weinbaugebiet: Mo.-Do. 9-12 Uhr, Amt für Obst- und Weinbau – Bozen, Tel. 0471 415085.

Josef Untersalmberger, Gemeinden Kaltern, Leifers, Pfatten, Branzoll, Unterland: Mo. u. Fr. 9-12 Uhr, Amt für Obst- und Weinbau – Bozen Tel. 0471 415056; Mi. u. Do. 9-12 Uhr Außenstelle Neumarkt, Tel. 0471 824140 o. 824141.

Christian Figl, Gemeinden Andrian, Nals, Eppan, Bozen, Jenesien, Ritten, Karneid, Völs: Mo., Mi. u. Fr. 9-12 Uhr, Amt für Obst- und Weinbau – Bozen, Tel. 0471 415048;
Bezirksamt Meran für die Zone Burggrafenamt, Di. 9-12 Uhr, Tel. 0473 255245.

Thomas Haas gesamtes Weinbaugebiet: Do. 8.30-13 u. 14-17.30 Uhr; Fr. 9-12 Uhr, Tel. 0471 415087;

Walter Kerer, Bezirksamt Brixen, Tel. 0472 821244; Barbian bis Vahrn, Mo.-Fr. 9-12 Uhr. Martina Kafmann, Bezirksamt Schlanders, Tel. 0473 736147; Naturns bis Schlanders, Mo.-Fr. 9-12 Uhr.