Steuerberatung | 26.06.2015

Reverse Charge

Achtung bei Arbeiten welche den Betrieb und den privaten Bereich betreffen

Die umgekehrte Steuerschuldnerschaft (reverse charge) betrifft die Reinigungsdienste, Installationsarbeiten, Abbruchsarbeiten an Gebäuden sowie die Arbeiten zur Fertigstellung von Gebäuden.
Reverse Charge, bzw. Übergang der Steuerschuldnerschaft bedeutet, dass die Rechnung (z.B. vom Handwerker) ohne Mehrwertsteuer ausgestellt wird, weil die Steuerschuld auf den Kunden übergeht, welcher die Rechnung mit der MwSt. integriert und im Einkaufs- sowie im Verkaufsregister verbucht. Anwendung findet dieses System ausschließlich bei Leistungen, die gegenüber MwSt.-Pflichtigen (z.B. Landwirte) erbracht werden, nicht jedoch gegenüber Privatpersonen. Ebenso sind von der Registerpflicht befreite landwirtschaftliche Betriebe (Umsatz Vorjahr kleiner 7.000 €) von dieser Regelung nicht betroffen. Diese müssen deshalb die Rechnungen auf die private Steuernummer (Arbeiten im Privatbereich), bzw. auf die Mehrwertsteuernummer (befreite landwirtschaftliche Betriebe) ausstellen lassen und die Mehrwertsteuer dem Lieferanten bezahlen.

Sollte es zum Beispiel vorkommen, dass Arbeiten von einem Handwerksbetrieb am Wirtschaftsgebäude und am privaten Wohnhaus vorgenommen werden, dann müssen zwei getrennte Rechnungen ausgestellt werden.