Steuerberatung | 10.06.2015

Stichtag für GIS-Akontozahlung

Am 16. Juni ist die Hälfte der Gemeindeimmobiliensteuer GIS als Akontozahlung fällig. Die vorausgefüllten Zahlungsvordrucke werden in den allermeisten Fällen den Bürgern direkt zugesandt.

Mit einem eigenen Landesgesetz hat Südtirol im Vorjahr die neue Gemeindeimmobiliensteuer GIS eingeführt. Die GIS ersetzt in der Provinz Bozen die auf staatlichem Gebiet vorgesehene IMU (Imposta municipale unica) und TASI (Tassa sui servizi indivisibili). Die GIS ähnelt den Bestimmungen zur IMU und ICI und passt diese an die hiesigen Gegebenheiten an.
Die GIS ist vom Eigentümer oder Inhaber eines Realrechtes (Fruchtgenuss, Oberflächenrecht, Wohnrecht, Servitut) an einer Immobilie geschuldet. Im Falle von Miteigentum fällt die Steuerpflicht jeweils anteilig an.

Verantwortung für unvollständige Angaben liegt beim Bürger
Am Dienstag, den 16. Juni ist die Akontozahlung der GIS in Höhe von 50 Prozent fällig, welche aufgrund der von der jeweiligen Gemeinde veröffentlichten Hebesätze und Freibeträge berechnet wird. Die Gemeinden haben in den allermeisten Fällen selbst die Berechnung der GIS vorgenommen und den Bürgern die vorausgefüllten Zahlungsvordrucke zugesandt. Die von der Gemeinde vorausberechnete Steuer ist allerdings nicht verbindlich, die Verantwortung für eventuelle Unvollständigkeiten oder nicht gemeldete Änderungen liegt beim Bürger.
Die nachfolgenden Fragen und Antworten geben einen Überblick zur GIS im Bereich der Landwirtschaft:

Ist die landwirtschaftliche Hauptwohnung von der Gemeindeimmobiliensteuer GIS befreit?
Die landwirtschaftlichen Wohnungen sind nicht von der GIS befreit. Sie werden wie alle anderen Wohnungen behandelt.
Eine Hauptwohnung gilt als solche, wenn sie vom Eigentümer und seiner Familie als gewöhnlicher Aufenthalt benutzt und der Eigentümer und die Familienmitglieder dort ihren Wohnsitz gemeldet haben. Beide Voraussetzungen müssen gleichzeitig vorliegen.
Die Hauptwohnung wird mit vier Promille besteuert. Für die Hauptwohnung steht ein Freibetrag zu in Höhe der Steuer, welche für eine Wohnung der Kategorie A/2, Klasse 1, mit sieben Räumen (ca. 110 Quadratmeter) vorgesehen ist. Die Gemeinde hat die Möglichkeit den Freibetrag zu erhöhen. Für Familien steht ein zusätzlicher Freibetrag in Höhe von jeweils 50 Euro ab dem dritten Kind zu.
Derselbe Steuersatz gilt auch für das Zubehör zur Hauptwohnung. Als Zubehör können maximal drei Einheiten der Kategorie C/2, C/6 und C/7 eingestuft werden, wobei höchstens zwei derselben Kategorie angehören dürfen.

Wie werden landwirtschaftliche Zweitwohnungen für bauernversicherte Familienmitglieder behandelt?
Für alle anderen Wohnungen, welche nicht als Hauptwohnung genutzt werden, gilt ein Hebesatz von 7,6 Promille. Dies gilt für die landwirtschaftlichen Wohnungen von bauernversicherten Familienmitgliedern oder von Bauernrentnern genauso wie für
nicht landwirtschaftliche Wohneinheiten, welche leer stehen, vermietet sind oder nicht bauernversicherten Kindern zur Verfügung stehen.
Die Gemeinde kann für unentgeltlich zur Verfügung gestellte Wohnungen an Verwandte, welche dort ihren Wohnsitz gemeldet haben, und für zum Landesmietzins vermietete Wohnungen den Hebesatz um fünf Punkte auf 2,6 Promille herabsetzen, aber auch den allgemeinen Hebesatz bzw. den Hebesatz für bestimmte Immobilien, wie z.B. leer stehende Wohneinheiten um fünf Punkte auf 12,6 Promille anheben.

Wie werden die Wohnungen der Hofübergeber (Altbauern) besteuert?

Wenn eine Person am Hof (z.B. Bauernrentner) an der Wohnung ein Realrecht (z.B. Fruchtgenuss, Wohnrecht) innehat, schuldet diese die GIS als Hauptwohnung, sofern sich der Wohnsitz dort befindet und dort gemeldet ist. Steuerschuldner ist in diesem Fall der Inhaber des Realrechtes. Auch das Recht der Ausgedinge wurde mit Landesgesetz für die GIS einem Realrecht gleichgestellt.
Falls kein Realrecht besteht und der Eigentümer in einer anderen Wohnung lebt, fällt die GIS laut Standardhebesatz der Gemeinde (7,6 Promille) an.

Wie hoch fällt die GIS für Stadel, Stall, Maschinenraum und andere landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude aus?
Die landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude, welche für die Ausübung der landwirtschaftlichen Tätigkeit genutzt werden, sind von der GIS befreit.
Eine Besteuerung in Höhe von zwei Promille ist hingegen für folgende landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude vorgesehen: Bürogebäude am Hof, Wohnungen für landwirtschaftliche Fixangestellte und Tagelöhner mit mehr als 100 gemeldeten Tagschichten sowie für Gebäude von landwirtschaftlichen Genossenschaften.

Welcher Steuersatz ist für Wohnungen mit Urlaub auf dem Bauernhof geschuldet?
Die Wohnungen, welche für die Tätigkeit Urlaub auf dem Bauernhof benutzt werden, gelten als landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude und werden mit einem Hebesatz von zwei Promille besteuert. Die Gemeinde kann den Hebesatz auf 0,3 Prozent erhöhen.
Außerdem hat die Gemeinde die Möglichkeit, für Gebäude und Wohnungen für die Ausübung der Tätigkeit Urlaub auf dem Bauernhof mit mehr als 75 Erschwernispunkten den Hebesatz bis auf null zu reduzieren.
Derselbe Steuersatz ist auch für die Wohnungen der Privatzimmervermieter vorgesehen.

Sind landwirtschaftliche Gründe weiterhin von der Immobiliensteuer befreit?
Die landwirtschaftlichen Grundstücke sind von der GIS befreit.

Wie berechnet man die GIS für Baugrundstücke?
Die GIS für Baugründe beträgt 7,6 Promille auf den Marktwert zum 1. Jänner des Jahres.
Baugründe gelten hingegen weiterhin als landwirtschaftliche Grundstücke und sind von der GIS befreit, wenn sie von einem bauernversicherten landwirtschaftlichen Unternehmer besessen und selbst bearbeitet werden.