Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 14.05.2015

Geballte bäuerliche Kraft gesichert

Der Ausgang der Gemeinderatswahlen ist aus bäuerlicher Sicht sehr erfreulich: 1908 Mandate gab es zu vergeben, weit über 400 davon konnten wie 2010 wiederum bäuerliche Kandidaten gewinnen. Das entspricht einem knappen Viertel aller Mandate. von Ulrich Höllrigl, SBB-Vizedirektor

In sechs Südtiroler Rathäusern – so wie hier in jenem von Tramin – sitzen in den kommenden Jahren neu gewählte bäuerliche Bürgermeister. (Foto: Wikimedia, Ewald Gabardi)

In sechs Südtiroler Rathäusern – so wie hier in jenem von Tramin – sitzen in den kommenden Jahren neu gewählte bäuerliche Bürgermeister. (Foto: Wikimedia, Ewald Gabardi)

Der Anteil der bäuerlichen Mandatare auf Gemeindeebene ist stabil und konnte
trotz der Reduzierung der Anzahl der Gemeinderäte gehalten werden. Viele bäuerliche Kandidaten haben ein ausgezeichnetes Vorzugsstimmenergebnis erzielt und
empfehlen sich damit für den Gemeindeausschuss.
Auch die Verteilung der Mandate auf die Bezirke ist ähnlich wie nach den Gemeinderatswahlen 2010. Die Anzahl der bäuerlichen Mandatare ist noch nicht in allen Bezirken vollständig, da vier Gemeinden und zehn Fraktionen ihre bäuerlichen Mandatare noch melden werden.

Jeder fünfte Bürgermeister ist bäuerlich
Sehr erfreulich aus bäuerlicher Sicht ist das Ergebnis bei der Wahl der Bürgermeister. Hier gibt es einen Zuwachs zu verzeichnen: In 26 Gemeinden wird ein bäuerlicher Bürgermeister regieren, das sind vier mehr als 2010 und entspricht einem Fünftel aller Südtiroler Bürgermeisterstühle.
Von den 18 amtierenden Bürgermeistern wurden 17 wiedergewählt. Die amtierenden bäuerlichen Bürgermeister sind mit sehr großem Wählerzuspruch bestätigt worden. Sie haben bewiesen, dass sie zum Wohle der Allgemeinheit arbeiten und die gesamte Bevölkerung erreichen.
In weiteren 17 Gemeinden stellten sich neue bäuerliche Kandidaten der Bürgermeisterwahl. Sechs davon wurden gewählt. Die Neuen sind Ludwig Busetti in Nals, Peter Faistnauer in Freienfeld, Georg Reden in Olang, Reinhold Weger in Terenten, Roland Lazzeri in Salurn und Wolfgang Oberhofer in Tramin. Dazu kommen die Bürgermeister von Tisens, Völs und Latsch, die bereits 2014 gewählt wurden. Die politische Vertretung ist in den Gemeindestuben damit sehr viel stärker als es dem bäuerlichen Bevölkerungsanteil entspräche. Diese überproportionale Vertretung braucht es, um den Anliegen der Landwirtschaft auch in Zukunft Gehör zu verschaffen und diese umzusetzen.

Bäuerliche Organisationen waren starkes Team
Dem Ortsbauernrat stand es laut Statut zu, die Kandidaten im Verbund mit den bäuerlichen Organisationen zu nominieren. Die Gruppe der Kandidatinnen und Kandidaten von Bauernbund, Bäuerinnen, Bauernjugend und Seniorenvereinigung traten von Anfang an als Team auf.
Die bäuerliche Familie hat das Angebot angenommen und hat wiederum vom Wahlrecht Gebrauch gemacht. Das ist eine große Stärke der Landwirtschaft und lässt mit Zuversicht in die Zukunft blicken, denn nur wer wählt, entscheidet auch mit. 55 Bäuerinnen, 41 Jugendkandidaten und drei Seniorenkandidaten haben den Sprung in die Ratsstuben geschafft.
Unterstützung erhielten die Ortsgruppen und Kandidaten bei der Erarbeitung von Wahlmaterialien, Wahlbriefen und bei der Organisation von Veranstaltungen. Viele Ortsgruppen nahmen dieses Angebot in Anspruch. Besonders viele Ortsgruppen setzten diesmal – auch aus Kosten- und Imagegründen – auf die persönliche Ansprache und persönliche Verteilung von Wahlbriefen und Foldern.
Es hat sich gezeigt: Es geht nicht unbedingt darum, mit wie viel Aufwand man wirbt. Aber es geht darum, einen Stein in den Teich zu werfen. Denn nur durch Aktion entsteht Bewegung.

Tiefenthaler: Jetzt Kontakt zu den bäuerlichen Mandataren halten
Sehr zufrieden ist Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler: „Das Wahlergebnis ist ein großer Erfolg, Bestätigung und Auftrag zugleich. Jetzt gilt es, das Gewicht der bäuerlichen Gemeinderäte in die Waagschale zu werfen, um bei der Vergabe der Referentenposten gemäß dem Wahlergebnis zum Zuge zu kommen.“
Hier brauche es den kompakten Einsatz der Gewählten und der Ortsobleute der bäuerlichen Organisationen. „Alle Ortsbauernräte sind eingeladen, die gewählten Mandatare als ihre bäuerlichen Mandatare zu bestätigen und regelmäßig zu Sitzungen und Versammlungen einzuladen. Denn im Zusammenspiel erreichen wir mehr“, ist Tiefenthaler überzeugt.
Der Bauernbund möchte auch in Zukunft die bäuerlichen Bürgermeister, Referenten und Gemeinderäte durch Information und Veranstaltungen unterstützen und begleiten.

Erschbamer: Netzwerke bilden
Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer gratuliert vor allem den Bäuerinnen, die den Einzug in den Gemeinderat geschafft haben:  „Ich wünsche ihnen, dass sie Netzwerke bilden und Ansprechpersonen finden, um die politische Tätigkeit vor Ort gut zu bewältigen – aber auch Mut, Kraft und Freude bei der Arbeit. Ich wünsche ihnen, dass sie alle Chancen nutzen, um mitzureden und mitzugestalten, auch in den Gemeindeausschüssen und in den Kommissionen, um dort die Anliegen der Dorfgemeinschaft, die Anliegen der Bäuerinnen und die Anliegen der Landwirtschaft einzubringen und vertreten zu können.“

Alber: Mut der Jugend belohnt
Bauernjugend-Landesobmann Sieghard Alber wünscht den jungen Vertretern alles Gute für ihre neue Aufgabe: „Viele haben den Mut der Jugend, für den Gemeinderat zu kandidieren, belohnt. Für die Gewählten geht es jetzt darum, ihre Visionen standhaft voranzubringen. Neue Ideen leiten Veränderungen und Fortschritt ein.“

Oberstaller: Senioren verlässlich
Gottfried Oberstaller, der Präsident der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund, ist überzeugt, dass die Senioren einen wesentlichen Beitrag zum guten Ergebnis geleistet haben: „Die Senioren nehmen ihr Recht zu wählen und somit mitzuentscheiden und mitzureden stets verlässlich wahr. Ich freue mich über den landesweit guten Ausgang der Wahlen zugunsten der Landwirtschaft und der bäuerlichen Familie, zu welcher ja auch wir bäuerlichen Senioren zählen.“