Wirtschaft | 29.04.2015

Zuchtverbände setzen klare Zeichen

Wichtige Signale für eine intensivere Zusammenarbeit kommen aus dem Haus der Tierzucht. Eines davon: Annemarie Kaser, die Geschäftsführerin des Sennereiverbandes Südtirol, wird ab Juni auch Geschäftsführerin der Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände. von Bernhard Christanell

Führungswechsel bei der Tierzuchtvereinigung: (v.l.) die künftige Geschäftsführerin Annemarie Kaser, ihr Vorgänger Christian Plitzner, Landesrat Arnold Schuler und Obmann Michael Treyer.

Führungswechsel bei der Tierzuchtvereinigung: (v.l.) die künftige Geschäftsführerin Annemarie Kaser, ihr Vorgänger Christian Plitzner, Landesrat Arnold Schuler und Obmann Michael Treyer.

Bekannt gegeben hat die Neubesetzung am heutigen Mittwoch Michael Treyer, der Obmann der Tierzuchtvereinigung, bei der Jahresvollversammlung in Bozen. Kaser übernimmt damit den Job von Christian Plitzner, der seit über sechs Jahren bei der Vereinigung tätig ist und seit dem Vorjahr auch den Beratungsring BRING leitet.

Langfristiges Ziel ist Zusammenschluss
Dass mit Annemarie Kaser ab Juni – vorerst für ein Jahr – Tierzuchtvereinigung und Sennereiverband von ein und derselben Person geleitet werden, ist ein wohl durchdachte Entscheidung. Treyer wies auf einen wichtigen Beschluss hin, der vor kurzem im Haus der Tierzucht getroffen wurde: „Wir haben ein Kooperationsabkommen getroffen, das die künftige Zusammenarbeit der beiden Verbände regelt. Auf lange Sicht ist davon auszugehen, dass die Tätigkeiten von Tierzuchtvereinigung und Sennereiverband zusammengeführt werden.“ In vielen Bereichen ist die Zusammenarbeit schon jetzt sehr eng – so übernimmt der Sennereiverband für die Vereinigung schon seit Jahren die Untersuchungen für die Leistungskontrolle. „Im Grunde ist ein Zusammenschluss der einzig logische Weg: Wir arbeiten für die gleichen Bauern und es geht auch um die gleichen Tiere“, unterstrich Treyer.

Tierzuchtverbände wollen Dienste austauschen
Die Geschäftsführung in Personalunion und das Kooperationsabkommen zwischen Sennereiverband und Tierzuchtvereinigung ist aber nicht das einzige Zeichen dieser Art, das aus dem Haus der Tierzucht kommt. Treyer berichtete auch von einem Netzwerkvertrag für Dienstleistungen, den die Zuchtverbände im Haus geschlossen haben: „Dieser sieht vor, dass die einzelnen Verbände ihre Tätigkeiten untereinander austauschen können bzw. dass ein Verband einen Bereich auch für alle anderen Verbände im Haus übernehmen kann.“ Mögliche Bereiche könnten etwa die Arbeitssicherheit oder auch die Buchhaltung sein. „Die Verbände sind auf jeden Fall bereit, ihre Zusammenarbeit auch weiter zu verstärken. Was bisher gut funktioniert hat, soll aber erhalten bleiben und nicht kaputt gemacht werden“, erklärte Treyer. Die Obmänner der drei Viehzuchtverbände – Luis Hellrigl (Braunviehzuchtverband), Emmerich Silbernagl (Fleckviehzuchtverband) und Heinrich Ennemoser (Rinderzuchtverband) – stimmten Treyer in ihren Grußworten zu.

Von den Gästen bei der Versammlung wurden diese Nachrichten mit viel Wohlwollen aufgenommen. Landwirtschafts-Landesrat Schuler lobte die beiden Beschlüsse als „wichtigen Schritt auf einem Weg, den es konsequent weiterzugehen gilt“. Bauernbund-Obmannstellvertreter Viktor Peintner hob vor allem hervor, dass die Tierzucht gegenüber der Politik stärker auftreten könne, je intensiver die Zusammenarbeit sei.

Über die weiteren Themen der Versammlung der Tierzuchtvereinigung wird der „Südtiroler Landwirt“ in seiner Ausgabe vom 15. Mai ausführlich berichten.