Südtiroler Landwirt, Förderungen | 29.04.2015

Jede Tierbewegung erfassen

Sommer 2015: Alle auf eine Alm aufgetriebenen Tiere müssen in ein neues Almregister eingetragen werden. Notwendig wurde diese Maßnahme, weil ab heuer jede Tierbewegung auch in der elektronischen Viehdatenbank erfasst werden muss. von Alexandra Mayr, Landeszahlstelle

Schafe auf der Alm: Das neue Almregister und die Erfassung der Tierbewegungen gilt auch für Rinder, Equiden und andere Almtiere.

Schafe auf der Alm: Das neue Almregister und die Erfassung der Tierbewegungen gilt auch für Rinder, Equiden und andere Almtiere.

Seit dem Almsommer 2011 gibt es das Almregister in Papier, in dem alle gealpten Tiere – egal ob Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Schweine oder Lamas – beim Auftrieb zeitgerecht und spätestens sieben Tage nach dem Auftrieb eingetragen werden. Der gesetzliche Vertreter der Alm und der Almbewirtschafter müssen dieses Almregister unterzeichnen.
Dieses Vorgehen entspricht sowohl den Vorschriften der Entscheidung 2001/672 der Europäischen Kommission (Regeln zur Tierbewegung auf Almweiden) als auch der Verordnung des Europäischen Parlaments (EG Nr. 1760/2000 – Bestimmungen zur Rinderkennzeichnung). Es ist Pflicht, alle auf einer Alm aufgetriebenen Tiere in dieses Almregister einzutragen. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Gesuch für Prämien und Förderungen gestellt wird. Ebenso gilt dies unabhängig davon, ob es sich dabei um eigenes oder fremdes Vieh handelt (verpachtete Almen oder Beweidung durch Dritte).
Drei Abschnitte im Register
Das Register besteht aus drei Abschnitten: ein erster für Rinder, ein zweiter für Equiden (Pferde, Esel, Maultiere) und ein dritter Abschnitt für Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas und Schweine.

So sind die verschiedenen Tierarten einzutragen
Rinder werden einzeln mit ihrer Ohrmarke, dem jeweiligen Tiereigentümer und Betriebskodex registriert. Bei Pferden, Ziegen, Schafen und Schweinen wird hingegen die Anzahl der Tiere pro Tierart und Tiereigentümer angegeben. Alle gealpten Tiere – ausgenommen Rinder – sind nach Altersstufe getrennt einzutragen. Dabei entspricht die Einstufung jener des Entwicklungsprogrammes für den ländlichen Raum – z.B. Schafe /  Ziegen über ein Jahr alt. Als Stichtag und Bezugspunkt für das Alter der Tiere gilt der 31. Juli. Tiere in Laktation sind eigens zu zählen.

Neu: Tierbewegungen erfassen
Die Neuheit für den Sommer 2015 wurde bereits in verschiedenen Veranstaltungen mit den Almbetreibern besprochen: Alle Tierbewegungen vom Stall auf die Alm und zurück müssen auch in der Viehdatenbank erfasst sein. Die elektronische Erfassung der Tierbewegung ist auch ein unumgängliches Kriterium für Prämien jeder Art, da sowohl der Mindestviehbesatz als auch die Mindestbewirtschaftung der Alm- und Weideflächen ausschließlich über die Datenbanken ablaufen müssen. Um diese neue Prozedur korrekt abwickeln zu können, wurde in Zusammenarbeit zwischen Landestierärztlichem Dienst, den Landesabteilungen Landwirtschaft und Forstwirtschaft und der Landeszahlstelle allen Almen ein „Almkodex“ zugeteilt und die Abwicklung der Dateneingabe organisiert.
Durch die elektronische Eingabe des Almregisters können verschiedene Informationen wie das Alter der gealpten Rinder direkt aus der Viehdatenbank übernommen werden. Die Daten müssen aber mit den Informationen des Betriebes abgeglichen werden und die Übereinstimmung der heimischen Stallsituation mit der in der Viehdatenbank ist von größter Wichtigkeit.
Tierbewegungen wie Ankauf, Verkauf, Hausschlachtungen bei Rindern, Schafen und Ziegen, die nicht laufend gemeldet worden sind, bringen erhebliche Nachteile mit sich: Mehraufwand für die Verwaltung sowie Verzögerungen und Probleme bei allen folgenden Prozeduren und auch bei den Beihilfeansuchen.
Die Landesverwaltung hat das Almregister in Papierform überarbeitet und so an die Anforderungen durch die neue elektronische Erfassung der Tierbewegungen angepasst. Dieses Register ist weiterhin äußerst wichtig, da die Landesverwaltung die dort eingetragenen Tiere für die Almsaison 2015 in die Datenbank eingibt. Deshalb müssen die vollständig ausgefüllten Almregister innerhalb von 15 Tagen nach Ankunft der Tiere bei den Forststationen, den Amtstierärzten oder den Bezirksämtern für Landwirtschaft abgegeben werden. Dort werden sie kopiert. Die Verwaltung übernimmt die Daten für jeden Betrieb so, wie sie im Almregister eingetragen sind, und nimmt dann die Tierbewegungen vor.

Wo das Almregister erhältlich ist
Erhältlich ist das Almregister in Papierform wie jedes Jahr bei den Forststationen, bei den Amtstierärzten, den Bezirksämtern für Landwirtschaft und der Bauernbund-Service G.m.-b.H. und wird auch bei der Gesuchstellung verteilt. Weiters kann das Almregister 2015 auch von der Internetseite des Südtiroler Bauernbundes (http://bit.ly/almregister) heruntergeladen werden.
Es muss vollständig und leserlich ausgefüllt werden. Es ist laufend mit jenen Tieren zu aktualisieren, die erst in einem zweiten Moment auf der Alm eintreffen oder diese frühzeitig verlassen. Es ist besonders wichtig, immer die vollständige Kenn-Nummer des Tieres zu schreiben, um Unklarheiten zu vermeiden.
Das Almregister muss für die ganze Bewirtschaftungszeit auf der Alm zur Verfügung stehen. Nach dem Almbetrieb bleibt es beim gesetzlichen Vertreter der Alm und wird für eine Dauer von fünf Jahren aufbewahrt.

Organisatorische Herausforderung
Der damit zusammenhängende organisatorische Aufwand ist zugegebenermaßen eine große Herausforderung für alle Beteiligten, aber die elektronische Registrierung der Tierbewegungen ist eine Zugangsvoraussetzung für die zukünftige Inanspruchnahme der verschiedenen EU-Flächenprämien im Almbereich. Darauf kann und will weder die Landesverwaltung noch die Südtiroler Almwirtschaft verzichten. Für das kommende Jahr sollte die Eingabe dieser Tierbewegungen auch über die Bürgerkarte vom eigenen Computer von zu Hause aus möglich sein.


- Almregister 2015
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Registro malga 2015