Steuerberatung | 09.04.2015

Reverse Charge - Keine Anwendung für befreite Landwirte

Von der MwSt.- Registerführung befreite Landwirte mit einem Jahresumsatz von weniger als 7.000 € sind nicht von Reverse Charge betroffen.

Wie bereits berichtet, wurde mit dem Stabilitätsgesetz 2015 die umgekehrte Steuerschuldnerschaft (das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren) auf zusätzliche Bereiche ausgedehnt. Darunter fallen die Reinigungsdienste, Installationsarbeiten, Abbruchsarbeiten an Gebäuden sowie die Arbeiten zur Fertigstellung derselben. Landwirtschaftliche Betriebe sind vor allem beim Bau von Wirtschaftsgebäuden von dieser Norm betroffen und erhalten die Rechnung deshalb seit dem 1. Jänner 2015 ohne Mehrwertsteuer.

Die Agentur der Einnahmen hat nun mit Rundschreiben geklärt, dass von der MwSt.- Registerführung befreiten Landwirte mit einem Jahresumsatz von weniger als 7.000 € von dieser Regelung nicht betroffen sind. Somit müssen die Lieferanten ihre Rechnungen an befreite Landwirtschaftsbetriebe weiterhin mit der entsprechenden Mehrwertsteuer ausstellen. Befreite landwirtschaftliche Betriebe dürfen Rechnungen für die oben genannten Baumaßnahmen an Gebäuden mit Reverse Charge nicht annehmen. In weiterer Folge ist es die Pflicht des befreiten Landwirtwirtschaftsbetriebes, seinen Lieferanten auf diesen Umstand hinzuweisen und die Rechnung mit Mehrwerteuer zu verlangen. Die falsche Rechnungslegung wird mit erheblichen Geldstrafen geahndet.