Produktion | 12.03.2015

EFSA: Suche nach Rückständen fast ergebnislos

Für 97,4 Prozent der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersuchten Nahrungsmittelproben lagen die Pestizid-Rückstandsmengen unterhalb der gesetzlichen Höchstwerte. 54,6 Prozent der bewerteten Proben waren überhaupt frei von nachweisbaren Rückständen. von AIZ

Europas Verbraucher können beruhigt in ihre saftigen Äpfel beißen. (Foto: Naturmuseum)

Europas Verbraucher können beruhigt in ihre saftigen Äpfel beißen. (Foto: Naturmuseum)

Rund 1,5 Prozent der analysierten Nahrungsmittel überschritten – selbst unter Berücksichtigung von Messunsicherheiten – die gesetzlichen Grenzwerte deutlich, was zu verwaltungs-rechtlichen Sanktionen gegen die verantwortlichen Lebensmittelunternehmen führte. Rückstände von mehr als einem Pestizid – also sogenannte Mehrfachrückstände – fanden sich in 27,3 Prozent der Tests. Das sind die Ergebnisse des von der EFSA erstellten Berichts über Pestizidrückstände in Lebensmitteln für das Jahr 2013, der die Ergebnisse von nahezu 81.000 Nahrungsmittelproben aus 27 EU-Mitgliedstaaten, Island und Norwegen enthält. Für den Bericht setzten die 29 Berichtsländer jeweils zwei Kontrollprogramme um: ein nationales Programm, das jedes Land selbst gestaltet, und ein von der EU koordiniertes Programm, bei dem alle nationalen Lebensmittelaufsichtsbehörden den selben „Warenkorb“ an Nahrungsmittelerzeugnissen kontrollieren. Die Waren wurden auf 685 Pestizide gescreent.

Zwölf Lebensmittel unter die Lupe genommen
Die Mehrzahl der Proben (68,2 Prozent) stammte von Lebensmitteln europäischer Herkunft, während 27,7 Prozent von aus Drittländern eingeführten Waren genommen wurden. Der Anteil der Tests aus Drittländern, die den gesetzlichen Höchstwert überschritten, lag höher (5,7 Prozent) als der entsprechende Anteil aus EU/EWR-Staaten (1,4 Prozent). Allerdings war im Vergleich zu 2012 ein Rückgang der Überschreitungsrate um fast zwei Prozent (von 7,5 Prozent) bei eingeführten Lebensmitteln festzustellen.
Für das EU-koordinierte Programm untersuchten die Berichtsländer 11.582 Proben von zwölf Lebensmitteln: Äpfel, Kopfkohl, Porree, Kopfsalat, Pfirsiche, Roggen oder Hafer, Erdbeeren, Tomaten, Kuhmilch, Schweinefleisch und Wein. Die Rückstandsgehalte lagen bei 99,1 Prozent der untersuchten Proben innerhalb der zulässigen Grenzwerte. Rund 60 Prozent der Analysen ergaben keine messbaren Rückstände.
Verglichen mit den Ergebnissen für das Jahr 2010, als die gleichen Lebensmittelerzeugnisse – ausgenommen Wein – untersucht wurden, sank der Anteil der Proben, die über den gesetzlichen Grenzwerten lagen, für alle untersuchten Nahrungsmittel.

Keine Gefahr für Gesundheit
Langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Konsumenten durch das Vorhandensein von Pestizidrückständen in Lebensmitteln bezeichnet die EFSA als unwahrscheinlich. Im Hinblick auf die kurzzeitige Exposition wurde das Risiko europäischer Verbraucher, schädlichen Rückstandskonzentrationen über die Ernährung ausgesetzt zu sein, von der Behörde als niedrig eingestuft.