Produktion, Politik | 11.03.2015

Pflanzenschutzmittel: Einsatz genauestens geregelt

Zwanzig Gemeindepolizisten haben sich gestern in der Laimburg über die Vorschriften bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln informiert; organisiert wurde das Treffen vom Landesamt für Obst- und Weinbau und dem Versuchszentrum Laimburg in Zusammenarbeit mit dem Gemeindenverband. von Landespresseamt

Techniken zur Verringerung der Abdrift begutachtet: Gemeindepolizisten beim Pflanzenschutzmittel-Kurs in der Laimburg. (Foto: LPA/Maja Clara)

Techniken zur Verringerung der Abdrift begutachtet: Gemeindepolizisten beim Pflanzenschutzmittel-Kurs in der Laimburg. (Foto: LPA/Maja Clara)

Eine nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die auch dem Vorsorgeprinzip Rechnung trägt, ist unerlässlich: Darauf weist Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler hin, der wegen eines Treffens mit EU-Kommissar Phil Hogan in Straßburg an der Teilnahme verhindert war. Dass Pflanzenschutzmittel eine Notwendigkeit sind, erklärte Laimburg-Direktor Michael Oberhuber bei der Eröffnung der Fortbildungsveranstaltung für Gemeindepolizisten. Die Errichtung von Abdriftbarrieren und die Festlegung von Sicherheitsabständen sind von grundlegender Bedeutung, um Schäden und negativen Auswirkungen durch die Abdrift von ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln vorzubeugen. Seit dem 1. Juli vergangenen Jahres gelten deshalb in Südtirol Vorschriften, die über die Auflagen und Verbote des italienweit geltenden Nationalen Aktionsplans hinausreichen, wie Konrad Mair, stellvertretender Leiter des Landesamtes für Obst- und Weinbau, darlegte. Ziel der Vorschriften, unterstrich er, ist der Schutz der nicht-landwirtschaftlichen Areale und der Bevölkerung vor den möglichen negativen Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel.

Pflanzenschutzmittel, hob Amtsdirektor Roland Zelger vom Versuchszentrum Laimburg hervor, haben prinzipiell nichts außerhalb des behandelten Grundstückes zu suchen; es komme immer auf die Exposition und die Menge an. Markus Knoll vom Beratungsring betonte die zentrale Rolle des Anwenders bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln; wichtig sei vor allem die Anpassung an die eigene Anlage. Das Abdriftpotential einer Spritzung hängt neben dem Wirkstoff und der Technik auch vom Zeitpunkt und vom Wetter ab.

Luca D'Ambrosio, Direktor des Landeslabors für Lebensmittelanalysen, und der Koordinator der Hygieneinspektoren Felice Sansonetti erklärten die Regeln für die Entnahme von Proben von Pflanzenschutzmitteln. Es gehe, legte Amtsdirektor Zelger den Gemeindepolizisten nahe, auch darum, Präsenz zu zeigen und damit für eine Einhaltung der Regeln zu sorgen, wie etwa der Abstandsregelung zu Kindergärten und Schulen, Krankenhäusern und Parks. Verwaltungsstrafen drohen bei Übertretungen der Bestimmungen, etwa beim Einsatz verbotener Mittel angrenzend an sensible Zonen.

Ein weiteres Informationstreffen wird am Mittwoch, 18. März, angeboten.