Südtiroler Landwirt, Politik, Förderungen, Betriebsberatung | 12.02.2015

Fördertopf teilweise wieder offen

Investitionen in landwirtschaftliche Unternehmen sowie Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse: In diesen Bereichen können die Bauern wieder Förderansuchen stellen. von LPA

Die EU-Kommission hat im Zuge der Freistellungsverordnung die Kriterien für die Förderung von Investitionen in landwirtschaftlichen Unternehmen und die Kriterien zur Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse genehmigt. Landesrat Arnold Schuler erklärt: „Damit sind im Bereich Landwirtschaft die Landesförderungen für die Wohnbauten und nun auch für die baulichen und maschinellen Investitionen sowie für die Verarbeitung und Vermarktung allesamt aktiv, und die entsprechenden Beihilfegesuche können gestellt werden.“
Neu sind nun die Kriterien für die Beihilfen für Investitionen, und zwar in baulicher wie maschineller Hinsicht. Sie sind fast ausschließlich auf das Berggebiet – also Futterbau mit Viehhaltung – zugeschnitten und betreffen zusätzlich – mit Bezug auf das anteilige Ausmaß der Fördermittel – kleine Teilbereiche: Imkerei, Gärtnereien bzw. Baum- und Rebschulen, Stützmauern im Weinbau sowie Sonderkulturen wie Beeren- und Steinobst.
Der Schwerpunkt bei baulichen Investitionen liegt im viehhaltenden Betrieb (Stall bzw. Stadel) mit Maschinenraum mit Innen- und Außenmechanisierung und in der innerbetrieblichen Erschließung über Feldwege.
Auch die Behebung der Unwetterschäden wird mit diesem Beschluss geregelt. Dies gilt für alle landwirtschaftlichen Betriebskategorien: Berg und Tal bzw. Viehwirtschaft ebenso wie Obst- und Weinbau. „Die Finanzierung von Stall und Stadel wird damit aufgewertet“, unterstreicht Schuler.
Bezüglich der Ökologisierung der Landwirtschaft gelten angepasste Viehbesatzzahlen in Abhängigkeit von der Höhenlage der Futterflächen: Liegen diese im Durchschnitt unter 1250 Metern Meereshöhe, so gilt im Jahresmittel ein maximal zulässiger Viehbesatz von 2,5 GVE pro Hektar. Zwischen 1250 und 1500 Metern sind es 2,2 GVE, zwischen 1500 und 1800 Metern 2,0 GVE und bei Futterflächen, die im Schnitt über 1800 Metern liegen, 1,8 GVE pro Hektar. Einen Zuschlag gibt es für Bio- und Junglandwirte sowie den Laufstall. Unterschiede gibt es im Beitragsprozentsatz nach Erschwernispunkten. Die Außenmechanisierung erfolgt zum Teil über Darlehen, im extremeren Berggebiet teils über Beiträge.

Einheitliche Kriterien
Es gelten einheitliche Zugangsvoraussetzungen für die Investitionsvorhaben in der Betriebsgröße: Es müssen mindestens zwei Hektar Wiese, Ackerfutterbau oder Acker bzw. ein Hektar Obst- oder Weinbau vorhanden sein.
Die einheitliche Mindestinvestition liegt bei 10.000 Euro für bauliche Maßnahmen, 5000 Euro für maschinelle Maßnahmen und für Unwetterschäden, 1500 Euro für die Imkerei.

Verarbeitung und Vermarktung
Ein zweiter neu geregelter Bereich ist jener der Verarbeitung und Vermarktung: Begünstigte sind Primärerzeuger und auch zusammengeschlossene Unternehmen, also vor allem Direktvermarkter und Genossenschaften. Es geht in erster Linie um bauliche und technisch-maschinelle Investitionen betreffend die Lagerung, Aufbereitung, Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Kapitalbeiträge gibt es für die Direktvermarkter und für kleinere Genossenschaften, Darlehen aus dem Rotationsfonds werden für größere Vorhaben gewährt.
Im Hinblick auf die Betriebsgröße und Investitionssumme gelten für die Einzelbetriebe dieselben Mindestzugangsvoraussetzungen wie bei den Investitionsbeihilfen. Damit soll ein finanzieller Anreiz für die Qualitätsproduktion geschaffen werden.

ELR-Maßnahmen im Mai und Juni
Bei diesen Investitionsbeihilfen geht es um die Landesbestimmungen mit Landesmitteln. Unabhängig davon sind die Investitionsvorhaben für größere Stallbauten und für genossenschaftliche Vorhaben im Rahmen des neuen Entwicklungsprogrammes für den ländlichen Raum (ELR). Dieses sollte im Laufe der Monate Mai und Juni genehmigt sein und wird mit Mitteln aus der EU, aus Italien und des Landes Südtirol kofinanziert.
Zur Erinnerung: Die überarbeiteten Kriterien zur Förderung der landwirtschaftlichen Wohnbauten sind bereits im September in Kraft getreten, seit Ende September können auch in diesem Bereich die entsprechenden Beihilfegesuche eingereicht werden.