Markt | 02.02.2015

Hilferuf der Schweizer Milchbranche

Angesichts der kräftigen Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro hat die Schweizer Milchbranche jetzt Alarm geschlagen. Tiefere Milchpreise und erodierende Märkte träfen die Milchbauern direkt in ihren Einkommen. Auch für die Käseproduzenten drohten große Einbußen. von AgraEurope

Für die Schweizer Milchprodukte bringt die Aufwertung des Schweizer Franken viele Nachteile mit sich. (Foto: Swissmilk)

Für die Schweizer Milchprodukte bringt die Aufwertung des Schweizer Franken viele Nachteile mit sich. (Foto: Swissmilk)

Die Branchenorganisation Milch (BO Milch) wies darauf hin, dass 22 Prozent der Milchproduktion des Landes in Form von Käse oder in Industrieprodukten verarbeitet in die Europäische Union exportiert würden. Hier bestehe seit dem 15. Januar ein großer Preisdruck.

Höhere Ausgleichsbeiträge und Absatzförderung nötig
Die BO Milch, der Milcherzeuger, Molkereiunternehmen und Lebensmitteleinzelhandelsfirmen angehören, fordert von der Berner Regierung – dem Bundesrat – ein Hilfspaket. Sie müsse nun die Ausgleichsbeiträge für landwirtschaftliche Grundstoffe, die in verarbeiteter Form exportiert würden, von umgerechnet 69 Millionen Euro auf 113,7 Millionen Euro erhöhen. Dies sei gemäß dem Abkommen mit der Welthandelsorganisation (WTO) möglich. Zudem bedürfe es zusätzlicher Mittel für die Absatzförderung, insbesondere von Käse im In- und Ausland.

Außerdem verlangt die Dachorganisation zusätzliche Direktzahlungen an die Milchbauern im Umfang von 74 Millionen Euro. Darüber hinaus müssten Maßnahmen zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der heimischen Milchwirtschaft ergriffen werden. Dazu gehörten Maßnahmen zur Kostensenkung zum Beispiel bei Tierarzneimitteln, der Abbau von administrativem Aufwand oder die Allgemeinverbindlichkeit von Branchenmaßnahmen.