Wirtschaft | 29.01.2015

Geballte Information für Bergbauern

Über 600 interessierte Landwirte, Schüler, Lehrer und Berater nahmen am 23. Jänner an der achten Südtiroler Berglandwirtschaftstagung im Forum Brixen teil. Informationen zur neuen Förderpolitik des Landes gab es dort ebenso wie jede Menge Fachinformationen. von Hannes Klocker, BRING

Die Berglandwirtschaftstagung in Brixen weckte auch in diesem Jahr großes Interesse.

Die Berglandwirtschaftstagung in Brixen weckte auch in diesem Jahr großes Interesse.

Die Tagung wurde wiederum vom Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING) unter der Leitung von Obmann Daniel Gasser organisiert. Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler sicherte den Bergbauern in seinen Grußworten zu, dass Milchviehbetriebe in Zukunft eine Milchkuhprämie erhalten werden. Dies sei wichtig, damit die Bewirtschaftung der Höfe unter erschwerten Bedingungen auch weiterhin möglich ist. „Jedoch soll in Zukunft auch Augenmerk auf die Produktion von Qualitätsfleisch gelegt werden“, erklärte Schuler. Als weiteren Fixpunkt nannte der Landesrat die Zusammenarbeit des Versuchszentrums Laimburg und der Freien Universität Bozen in Forschungsfragen zur Berglandwirtschaft.

Fachvorträge zu interessanten Themen
Den Schwerpunkt der Tagung bildeten Fachvorträge zum Thema Grundfutterbereitung, Landwirtschaft und Naturschutz, sowie zur Düngung von Grünland mit Schwefel. Beat Reidy von der HAFL Zollikhofen zeigte in seinem Vortrag auf, dass die Konkurrenz um das Ackerland aufgrund der rasant wachsenden Weltbevölkerung sowie der Veränderung von Ernährungsgewohnheiten stark ansteigt. In Zukunft sei es wichtig, das Ackerland zur Erzeugung von direkt verwertbaren Nahrungsmitteln zu nutzen und das Grasland möglichst effizient mit Raufutterverzehrern zu veredeln.

Futterverschmutzung und Grundfutterqualität
Reinhard Resch vom Landwirtschaftlichen Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein informierte die Anwesenden über die Auswirkungen der erdigen Futterverschmutzung auf die Grundfutterqualität sowie über Konsequenzen für das Tier. Um die Qualität des Ausgangsmaterials zu erhalten, sei es von wesentlicher Bedeutung bei der Werbung des Futters mit größter Sorgfalt vorzugehen und Maßnahmen zur Verhinderung der Verschmutzung zu ergreifen. Nur so könne durch gesunde Tiere viel Milch aus dem Grundfutter erzeugt werden.

Planung und Bau von Heutrocknungsanlagen
Matthias Kittl von der Landwirtschaftskammer Salzburg gab den anwesenden Tagungsteilnehmern Einblick in die Planung und den Bau von Heutrocknungsanlagen. „Besonders beim ersten und letzten Schnitt gibt es aufgrund der Witterung mit Kaltbelüftungen oft Probleme“, betonte Kittl. Die Mindestausstattung und zugleich billigste Lösung sei eine Dachabsaugung. Die witterungsunabhängige Heutrocknung sei nur mit Entfeuchter-Geräten oder durch Erwärmung der Trocknungsluft realisierbar.

Zwei Studenten präsentieren Diplomarbeiten
Philipp Zefferer, Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien, stellte seine Diplomarbeit zum Thema Naturschutz und Landwirtschaft vor. Er kam darin zum Schluss, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen. Auf seinem elterlichen Betrieb in der Steiermark zählte er auf Dreischnittflächen bis zu 78 Arten, während er auf Zweischnittflächen und Dauerweiden sogar Rote-Liste-Arten ermitteln konnte.

Auch Thomas Wisthaler aus Toblach, ebenfalls Absolvent der Universität für Bodenkultur Wien, präsentierte den Anwesenden seine Diplomarbeit zum Thema Schwefeldüngung im Grünland. Seine Empfehlung für die Praxis lautete, dass der Düngebedarf von Schwefel aufgrund des reduzierten Eintrages aus Abgasen erst ab einer sechsmaligen Nutzung der Bestände gegeben sei.

Förderungen bis zum Jahr 2020
Den letzten Beitrag zur Berglandwirtschaftstagung leistete Martin Pazeller, Direktor der Landesabteilung Landwirtschaft. Er informierte das interessierte Publikum über die Förderungen für die Landwirtschaft in den kommenden sechs Jahren. Die Möglichkeit eines Informations- und Erfahrungsaustausches unter den Tagungsteilnehmern gab es im Anschluss an die Veranstaltung bei einem reichhaltigen Kastelruther Bauernbuffet.