Südtiroler Landwirt, Bauernbund, Betriebsberatung | 22.01.2015

Downhill nur mit klaren Spielregeln

Mit dem Rad möglichst schnell bergab: Kein Gesetz regelt in Südtirol diese Randsportart. Nach einer Aussprache mit dem Verband der Seilbahnunternehmer strebt der Bauernbund nun eine Vereinbarung an.

Letzthin sind in Südtirol einige Downhill-Strecken neu angelegt worden. Wie man damit umgehen sollte, darüber hat der Südtiroler Bauernbund gegen Jahresende 2014 mit dem Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols gesprochen.
Bei dieser Variante des Radsports wollen die Radfahrer eine ausschließlich bergab führende Strecken so schnell als möglich bewältigen. Vermutlich gibt es derzeit etwa fünf derartige Einrichtungen – häufig in Kombination mit Aufstiegsanlagen, um die Fahrräder samt Fahrer an den Start zu bringen. Der Präsident des Seilbahnverbandes, Siegfried Pichler, betonte: „Es handelt sich um isolierte Phänomene in wenigen Skigebieten.“

Auch urbanistisch nicht definiert
Dennoch: Es gibt derzeit keine gesetzliche Regelung für die Errichtung und den Betrieb solcher Einrichtungen. Auch die urbanistische Einordnung derartiger Radstrecken ist unklar.
Von Seiten betroffener Grundeigentümer gab es letzthin immer wieder Rückmeldungen und besorgte Nachfragen, insbesondere auch, was die mögliche Haftung bei Unfällen betrifft. Um diese Angelegenheit und auch eine Reihe anderer wesentlicher Fragen zu klären, muss die Zusammenarbeit mit allen, in dieser Thematik involvierten und interessierten Gruppen, Verbänden und Ämtern gesucht werden.

Haftung und Entschädigung klären
Der Südtiroler Bauernbund plant daher eine Vereinbarung mit allen möglichen Akteuren in Sachen Downhill-Radstrecken, anhand welcher die wesentlichen Grundprinzipien im Zusammenhang mit der Errichtung und den Betrieb dieser Einrichtungen festgelegt werden sollen. Konkret soll es dabei um eine klare Identifizierung der Betreiber sowie um Fragen der Haftung und der möglichen Entschädigungen nicht zuletzt auch um das Einverständnisprinzip von Seiten der Grundbesitzer gehen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Verbände aufkeimende Problemfelder gemeinsam zu lösen versuchen: Sie tauschen sich regelmäßig über aktuelle Herausforderungen bei der Nutzung bäuerlichen Grundeigentums für Skipisten, Aufstiegsanlagen usw. aus.
Bekanntlich haben sie bereits vor Jahren die „Vereinbarung über die Nutzung von Privatflächen für Skipisten und Aufstiegsanlagen“ unterzeichnet. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler bewertet sie als „gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Wie die Downhill-Frage zeigt, ändern sich die Anforderungen und Bedürfnisse der Skigebiete und Liftbetreiber ständig: Sie wollen Angebote nach Möglichkeit ausbauen und erweitern. Es gibt also immer wieder Gesprächsbedarf.