Produktion, Politik | 13.01.2015

Nationalen GVO-Anbauverboten einen Schritt näher gekommen

Das Europäische Parlament hat heute grünes Licht für die Möglichkeit nationaler Anbauverbote gentechnisch veränderter Organismen (GVO) gegeben. Das Hohe Haus unterstützte einen Kompromiss, der Anfang Dezember mit den EU-Mitgliedstaaten ausgehandelt worden war. von AgraEurope

Derzeit ist nur eine einzige gentechnisch veränderte Maissorte in der EU zugelassen.

Derzeit ist nur eine einzige gentechnisch veränderte Maissorte in der EU zugelassen.

Die sogenannte Opt-out-Regelung gibt Regierungen das Recht, den Anbau EU-weit zugelassener GV-Pflanzen auf ihrem Territorium ganz oder teilweise zu untersagen – aus unter dem Strich politischen Gründen. Saatgutproduzenten kann im Vorfeld als Alternative zu einem Verbot die Möglichkeit gegeben werden, das fragliche Gebiet aus dem EU-Zulassungsantrag herauszunehmen. Damit die neue Regelung in Kraft treten kann, muss jetzt noch der Rat formell zustimmen, was als Formsache gilt.

Derzeit ist nur eine gentechnisch veränderte Pflanze, die Maissorte Monsanto 810, für den Anbau in der EU zugelassen und wird in fünf Mitgliedstaaten auch angebaut. Der Südtiroler EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann freut sich über die Entscheidung: „In Südtirol wurde die Aussaat und der Anbau gentechnisch veränderter Organismen bereit im Jahre 2010 verboten. Ich habe diese neue Regelung unterstützt, weil sie den Staaten und Regionen mehr Freiheit lässt, ohne den Binnenhandel in der EU zu gefährden. Sie sichert zudem unsere Südtiroler Regelung auch auf europäischer Ebene ab.“ Der Handel in der EU und der Import von gentechnisch veränderten Organismen in die EU bleiben von der neuen Regelung unberührt.