Arbeitssicherheit | 03.12.2014

Hebebühnen: Vorsicht geboten

Die Hersteller von Hebebühnen haben noch nicht alle ihre Hausaufgaben gemacht: Nicht alle Maschinen im Umlauf sind gesetzeskonform. Im internationalen Vergleich sind die gesetzlichen Verpflichtungen in Italien aber auch umständlicher.

Nicht alle Hebebühnen, die in Südtirol in Gebrauch sind, sind auch gesetzeskonform. (Foto: Walter Rass, Beratungsring für Obst- und Weinbau)

Nicht alle Hebebühnen, die in Südtirol in Gebrauch sind, sind auch gesetzeskonform. (Foto: Walter Rass, Beratungsring für Obst- und Weinbau)

Im Rahmen der Interpoma fand heuer eine Tagung über landwirtschaftliche Hebebühnen statt. Zielgruppe der Tagung waren Hersteller und Techniker, welche die periodische Überprüfung der Hebebühnen durchführen. Bekanntlich ist nämlich besonders bei landwirtschaftlichen Hebebühnen und Erntemaschinen die gesetzliche Konformität nicht immer gegeben. In letzter Zeit waren mehrere Hersteller und ihre Produkte davon betroffen. Für Bauern, die die entsprechenden Maschinen erworben hatten, brachte das meist Probleme und zusätzliche Kosten mit sich.

Erkenntnisse aus der Tagung:
• Italien interpretiert die europäische Richtlinie außerordentlich umständlich und bürokratisch. Das ist in Südtirol nicht anders.
• Nicht immer entsprechen die verkauften Maschinen den Gesetzen. Der Käufer sichert sich am besten damit ab, dass er eine externe Zertifizierung oder eine Ersatzerklärung über Konformität verlangt.
• Erntemaschinen und Hebebühnen, welche in der Landwirtschaft eingesetzt werden, müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Diese Auslegung hat das Arbeitsinspektorat inzwischen bestätigt.
• Hilfreich wird eine neue spezifische technische Norm, welche auch vom Bauernbund mitinitiiert wurde. Ihre Umsetzung wird aber noch etwa drei Jahre benötigen.

Weniger landwirtschaftliche Arbeitsunfälle in Italien

Nicht zielführend ist es, wenn lokale Amtsvertreter teils veraltete Unfallzahlen präsentieren. Wenig sinnvoll ist auch ein Vergleich mit dem Bauwesen: Dort sind die Beschäftigten stark gesunken, in der Landwirtschaft gestiegen. Hier die Unfallzahlen der letzten Jahre (siehe Grafik 1): Italienweit sind die Unfälle in der Landwirtschaft um 40 Prozent gesunken. Unfälle, so der allgemeine Tenor, sind nicht die Folge der großen technischen Probleme, mit denen die Besitzer von Erntemaschinen und landwirtschaftlichen Hebebühnen konfrontiert sind. Eine bürgerfreundliche Auslegung der EU-Bestimmung ist möglich, das bestätigte der Referent aus Baden-Württemberg.

Südtirol: Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft; Quelle: INAIL

Südtirol: Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft; Quelle: INAIL