Produktion | 06.11.2014

Abdrift-Verminderung forcieren

Ob und wie die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln weiter verringert werden kann, sollte demnächst Ziel eines Forschungsprojektes sein. Vertreter des Beratungsringes für Obst- und Weinbau, des Versuchszentrums Laimburg, der Freien Universität Bozen, des Südtiroler Bauernbundes und aller Südtiroler Sprüher-Hersteller haben kürzlich in Lana darüber beraten.

Alle Beteiligten an einem Tisch: In Lana ging es kürzlich um die Möglichkeiten der Abdriftminderung

Alle Beteiligten an einem Tisch: In Lana ging es kürzlich um die Möglichkeiten der Abdriftminderung

Bauernbund-Vizedirektor Ulrich Höllrigl erklärte den Sinn und Zweck des Treffens: „Wir haben alle Beteiligten zusammengebracht, um zu schauen, in welchen Bereichen zum Thema Abdrift weiter erfolgversprechend geforscht werden kann“. Dem pflichtete auch Robert Wiedmer, Koordinator für den Bereich Obstbau im Südtiroler Beratungsring, bei: „Pflanzenschutzmittel sollen dorthin gelangen, wo sie wirken sollen. Wir werden weiterhin alles in unserer Möglichkeit Stehende tun, um eventuelle Verluste zu vermeiden.“

Mit neuer Technik Abdrift vermindern
Letzthin haben verschiedene technische Verbesserungen an den Geräten neue Möglichkeiten eröffnet. Mit Hilfe von abdriftarmen Düsen und Abdeckblechen an den Geräten kann die Abdrift bereits jetzt deutlich verringert werden.
Wie Georg Kössler, der Obmann des Südtiroler Apfelkonsortiums, betonte, möchte die Obstwirtschaft in diesem Bereich zukünftig aber verstärkt Forschung und Innovation betreiben: „Gegenseitiger Respekt ist uns wichtig. Respekt vor den Ressourcen, aber insbesondere Respekt vor unseren Mitmenschen, darum arbeiten wir ständig an Verbesserungen“, sagte Kössler . Sogenannte „intelligente Sprühgeräte“, die mit elektronischen Systemen und Sensoren ausgestattet sind, könnten eine weitere  Entwicklung sein. Allerdings müssen die Systeme praxistauglich und finanzierbar sein. „Die intelligentesten Prototypen helfen nicht weiter, wenn sie in der Praxis nicht einsetzbar sind“, unterstrich Fabrizio Mazzetto von der Freien Universität Bozen.

Praktisch anwendbare Ergebnisse nötig
Eine angewandte Forschung, bei der die Ergebnisse in der Praxis anwendbar sind, ist erstes Ziel der Arbeitsgruppe. Ein erster Weg dazu sei jener, bereits jetzt am Markt erhältliche und in der Praxis angewandte Systeme weiter zu entwickeln. Die neuen abdriftarmen Düsen sind in der Handhabung und Wartung nämlich anfälliger und aufwändiger als die herkömmlichen Systeme; hier gebe es Verbesserungsbedarf. Und auch im erwähnten Bereich Automation und technischer Sensorik gibt es rasante Fortschritte. Auch hier könnten Erkenntnisse für die Sprühtechnik von Interesse sein. Mögliche Versuchsfragen sollen nun geprüft werden und in ein Forschungsprojekt münden.