Steuerberatung | 06.11.2014

Gebäude kennzeichnen, Steuern vermeiden

Um die GIS-Befreiung oder den begünstigten Hebesatz zu beanspruchen, empfiehlt sich die Kennzeichnung der Landwirtschaftlichkeit im Gebäudekataster.

Almhütte in Walten. Aber auch andere landwirtschaftliche Gebäude sind von der GIS befreit.

Almhütte in Walten. Aber auch andere landwirtschaftliche Gebäude sind von der GIS befreit.

Die landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude wie Stall, Stadel, Almhütte und Maschinenraum sind im Normalfall von der neuen Gemeindeimmobiliensteuer GIS befreit, wenn sie für die Ausübung der landwirtschaftlichen Tätigkeit benutzt werden (lesen Sie dazu auch hier).
Für bestimmte landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude ist hingegen eine Besteuerung mit einem begünstigten Hebesatz in Höhe von zwei Promille vorgesehen.
Zu diesen zählen jene Wohnungen, die für die Tätigkeit Urlaub auf dem Bauernhof benutzt werden, weiters die Bürogebäude am Hof, die Wohnungen für landwirtschaftliche Fixangestellte und Tagelöhner mit mehr als 100 gemeldeten Tagschichten sowie die Gebäude von landwirtschaftlichen Genossenschaften.

Landwirtschaftliche Kennzeichnung als Grundlage

Als Nachweis für die Landwirtschaftlichkeit der Wirtschaftsgebäude gilt zunächst die zugewiesene Kategorie im Gebäudekataster D10 und F10 sowie die Kennzeichnung der Landwirtschaftlichkeit im Gebäudekataster. Damit man mögliche Probleme mit erhöhten
Forderungen der Gemeindeimmobiliensteuer GIS bereits im Vorfeld vermeidet, empfiehlt es sich, die eigene Situation der Wirtschaftsgebäude im Gebäudekataster zu prüfen und, falls noch nicht geschehen, die Kennzeichnung der Landwirtschaftlichkeit nachzuholen.
Bei der Kennzeichnung der Landwirtschaftlichkeit im Gebäudekataster wird mittels Ersatzerklärung bestätigt, dass für das Gebäude alle notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Die Voraussetzungen müssen zum Zeitpunkt der Ersatzerklärung erfüllt sein und werden nicht mehr – wie in der Vergangenheit – für die letzten fünf Jahre vorausgesetzt. Die Kennzeichnung gilt nicht mehr rückwirkend.

Gemeinde kann Nachweis verlangen
Wenn die landwirtschaftlichen Gebäude eine andere Katasterkategorie haben und die Kennzeichnung der Landwirtschaftlichkeit im Gebäudekataster fehlt, kann die Gemeinde für den Nachweis der Ausübung einer landwirtschaftlichen Tätigkeit bestimmte Dokumente beim Bürger innerhalb des Termins für die Saldozahlung der GIS einfordern.
Denselben Nachweis kann die Gemeinde auch verlangen, wenn sie berechtigte Zweifel an der Landwirtschaftlichkeit der Gebäude hat.
Zu den Dokumenten zählen:
• Kopie von MwSt.-Rechnungen oder Eigenrechnungen oder Tageseinnahmen über den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte;
• Kopie der Belege über Unwettereinflüsse oder andere Sachverhalte, die den Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte verunmöglichten;
• Kopie Eintragung in der Bauernversicherung;
• Kopie UMA-Büchlein;
• Kopie LAFIS-Bögen;
• Kopie Versicherungsschein einer landwirtschaftlichen Versicherung;
• andere Dokumente oder Belege, die die Ausübung einer landwirtschaftlichen Tätigkeit nachweisen.
Landwirtschaftliche Wohnungen sind nicht von der GIS befreit. Sie werden wie alle anderen Wohnungen behandelt. Wird die landwirtschaftliche Wohnung etwa als Hauptwohnung verwendet, kann der von der Gemeinde beschlossene Freibetrag beansprucht werden.