Südtiroler Landwirt, Politik | 23.10.2014

Ausgleich für Nässeschäden beschlossen

Weil der viele Regen im Sommer vor allem auf höher gelegenen Wiesen Mahd und Heutrocknung unmöglich gemacht hat, hat die Landesregierung vergangene Woche einen Ausgleich der Schäden für die Bauern ­beschlossen.

Einen Kapitalbeitrag von 150 Euro pro Hektar gibt es als Ausgleich für die Nässeschäden.

Einen Kapitalbeitrag von 150 Euro pro Hektar gibt es als Ausgleich für die Nässeschäden.

Der Schadensausgleich wird für alle Wiesen auf einer Höhe über 1500 Metern gezahlt, dazu auch für besonders steile Wiesen zwischen 1000 und 1500 Metern Meereshöhe, teilt das Landespresseamt in einer Aussendung mit. Als „besonders steil“ gelten dabei Wiesen mit einer durchschnittlichen Hangneigung von 40 Prozent und mehr.
Ausgleich nur für viehhaltende Betriebe

Weil die Landesregierung mit dem Beitrag die Bauern vor allem für die Kosten entschädigen will, die durch den Ernteausfall und den dadurch notwendig gewordenen Zukauf von Futtermitteln entstehen, gibt es noch eine weitere Voraussetzung, an welche die Unterstützung gebunden ist: Unterstützt wird nämlich nur, wer auf seinem Hof Vieh hält. Gewährt wird der Schadensausgleich in Form eines Kapitalbeitrags von 150 Euro pro Hektar Wiese, welche die Voraussetzungen erfüllt. Der Mindestbetrag beträgt 300 Euro, der Höchstbetrag pro Antragsteller 1500 Euro.
Finanziert wird der Nässeschäden-Ausgleich durch eine Umschichtung von Mitteln aus dem Obstbau. „Damit wir den Schadensausgleich finanzieren können, haben wir heute beschlossen, Beregnungs-Beiträge für Obstbauflächen an Bonifizierungs- und Bodenverbesserungskonsortien vorerst auf Eis zu legen“, erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Demnach werden in diesem Bereich bis Ende 2017 keine Beiträge mehr gewährt. Eine Ausnahme bilden natürlich jene Ansuchen, die schon im  zuständigen Landesamt aufliegen.

SBB fordert Sondergelder aus ­Landeshaushalt
Der Südtiroler Bauernbund begrüßt die Entscheidung, den extremen Bergbauern unter die Arme zu greifen, kritisiert aber, dass die Mittel zu wenig sind und ausschließlich innerhalb des Landwirtschaftskapitels umgeschichtet werden. Obmann Leo Tiefenthaler sagt: „Wir sind absolut bereit, die Solidarität innerhalb der Landwirtschaft mitzutragen. Zugleich aber hätten wir uns auch mehr Solidarität der Landesregierung erwartet.“ Zumindest gleich viel Geld hätte sie aus dem restlichen Landeshaushalt locker machen müssen. „Immerhin geht es um den Erhalt der extremen Berglandwirtschaft.“ Die Gesellschaft sei sich einig, dass gerade diese Bauern besondere Leistungen für den Erhalt des ländlichen Raums erbringen. „Mit diesen Beträgen ist relativ wenig geholfen“, sagt Tiefenthaler. Auch für den maximalen Betrag von 1500 Euro kauft sich ein Bauer höchstens 7500 kg Heu. Damit deckt er maximal den jährlichen Heubedarf von ein bis zwei Milchkühen.