Produktion | 02.09.2014

Weinlese hat begonnen

In den Tallagen im Südtiroler Unterland ist die Weinlese bereits im Gange. Je nach Lage und Witterung startet die Ernte flächendeckend ab der zweiten Septemberwoche – und damit rund eine Woche früher im Vergleich zum Vorjahr.

Die Weinbauern hoffen nach dem verregneten Sommer nun auf längere sonnige Zeiten. (Foto: EOS/Florian Andergassen)

Die Weinbauern hoffen nach dem verregneten Sommer nun auf längere sonnige Zeiten. (Foto: EOS/Florian Andergassen)

Der verregnete Sommer, hohe Luftfeuchtigkeit und die fehlenden Sonnenstunden stellten und stellen die Weinbauern heuer vor große Herausforderungen. „Hohe Temperaturen im Frühjahr haben einen frühen Austrieb sowie eine frühe Blüte mit sich gebracht“, berichtet Max Niedermayr, Präsident des Konsortiums Südtirol Wein. Dann folgten andauernde Niederschläge und ein sehr starkes Wachstum.

Mehraufwand bei Erntearbeiten
Es gab kaum eine längere Trockenperiode im heurigen Frühjahr und Sommer. „Viel Wasser und in der Folge aufgeplatzte Trauben, das Risiko von Pilzkrankheiten und die Bedrohung durch die Kirschessigfliege verlangten von den Bauern gar einiges an Einsatz und Mehrarbeit ab“, betont Niedermayr. Ein entsprechender Mehraufwand sei auch jetzt bei den Erntearbeiten erforderlich: „Traube für Traube muss kontrolliert werden, und nur die gesunden dürfen in der Kellerei abgeliefert werden“.

Sekterzeuger: Ungünstiges Sommerwetter
Mit der frühen Blüte und den warmen Frühlingstemperaturen hat das Weinjahr 2014 für Sepp Reiterer, den Präsidenten der Südtiroler Sektvereinigung, gut und vielversprechend begonnen: „Das hätte für uns Südtiroler Sektproduzenten ein idealer Jahrgang werden können“. Die Witterung der letzten Monate hat aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Trauben präsentieren sich zurzeit mit viel Säure sowie mit geringem Extrakt und Zucker. Harmonie und Struktur fehlen noch zu einem guten Teil“, bedauert Reiterer. Und er hofft auf einige Sonnentage in den nächsten Wochen, die „noch vieles retten und für eine gute Qualität der Ernte sorgen können“.

Menge liegt im langjährigen Durchschnitt
Auf ein stabileres Wetter in den letzten Wochen der Traubenreife hofft auch Max Niedermayr: „Mit gezielten Eingriffen in den Weinbergen können wir sicher noch einiges gutmachen, aber ein bisschen mehr Sonne haben wir dringend notwendig“. Mengenmäßig wird die Traubenernte 2014 schätzungsweise fünf bis zehn Prozent unter jener des Vorjahres liegen und sich auf langjährige Durchschnittswerte einpendeln. 2013 wurden in Südtirol 345.790 Hektoliter DOC-Wein produziert, 2012 waren es 329.570 Hektoliter.

Wenn das Wetter in den nächsten Tagen und Wochen noch etwas mitspielt, dann kann sich noch einiges zum Guten wenden. Südtirols Weinbauern, Weinproduzenten und Kellermeister hoffen trotz allem auf einen spannenden und guten Jahrgang.