Produktion | 22.08.2014

Forschungsergebnisse zur Weinqualität

Aktuelles WIssen zur Weinqualität haben die Experten des Versuchszentrums Laimburg in Marling vorgestellt. von LPA – Landespresseamt

Wertvolle Tipps zur Weinproduktion erhielten die Bauern beim „Tag der Weines und der Rebe“.

Wertvolle Tipps zur Weinproduktion erhielten die Bauern beim „Tag der Weines und der Rebe“.

Beim „Tag des Weines und der Rebe“ in der Kellerei Meran Burggräfler informierten sich über 60 Teilnehmer über Aspekte der Weinqualität und neue kellertechnische Verfahren.

Gewürztraminer in verschiedenen Lagen
Einer der Forschungsaspekte wurde von Ulrich Pedri, dem Leiter der Sektion Kellerwirtschaft am Versuchszentrum Laimburg, sowie Günther Pertoll und Florian Haas behandelt. Sie fragten sich, ob sich die Qualität des Gewürztraminers an unterschiedlichen Standorten ändert und wie sich die Lagen im klassischen Gewürztraminer-Anbaugebiet bei Tramin von jenen außerhalb unterscheiden. In langjährigen Versuchsreihen mit insgesamt 14 Standorten im Überetsch und Unterland gingen sie diesen Fragen nach.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Anlagen auf ähnlicher Meereshöhe, aber unterschiedlichen Böden wie Kalkdeckschutt und Moränenboden, sind sensorisch ähnlich; genauso lassen sich im Vergleich klassischer Gewürztraminer-Lagen und solchen außerhalb keine größeren Unterschiede feststellen, obwohl die klassischen Lagen in der Weinqualität eher Vorteile aufweisen. "Größer als die Standortunterschiede sind aber die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahrgängen", sagt Pedri. "Die klimatischen Bedingungen der einzelnen Jahre beeinflussen die Weinqualität mehr als die Bodenbedingungen an unterschiedlichen Standorten."

Kationentauscher statt Weinsäure
Konrad Pixner vom Versuchszentrum Laimburg testete in einem anderen Versuch dagegen das mittlerweile zugelassene Verfahren des Kationentauschers als Alternative zur Zugabe von Weinsäure. Bisher hat man insbesondere durch den erlaubten Zusatz von Weinsäure gegengesteuert, um den pH-Wert nieder zu halten und so die Weinqualität zu erhalten. Beim Versuch tauschte Pixner geladene Teilchen (Kationen) des Weines aus, die dadurch nicht mehr mit der traubeneigenen Weinsäure zu Weinstein reagieren konnten, und somit der pH-Wert des Weines nicht erhöhen ließen. Auch kann das Verfahren bereits beim Most eingesetzt werden, und es hat keine negativen Auswirkungen auf die Weinqualität.

Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, ob eine zusätzliche Hefeernährung für die optimale Weinqualität notwendig ist. Auf Anbauseite wurden die Ergebnisse von Versuchen zur Gründüngung im Weinbau vorgestellt.