Südtiroler Landwirt, Wirtschaft | 31.07.2014

Technik-Interesse ungebrochen

Das Interesse an der Mechanisierung im Apfelanbau und das Angebot an Maschinen ist ungebrochen groß. Jüngster Beweis: der Tag der Technik im Obstbau. Erstmals fand diese beliebte Veranstaltung Mitte Juli in Sinich bei Meran statt. von Maria Elsler

Rund 2500 Obstbauern aus dem ganzen Land nutzten die Gelegenheit, sich am Ladstätterhof in Sinich über die neuesten technischen Geräte im Obstbau zu informieren. (Foto: Walter Rass)

Rund 2500 Obstbauern aus dem ganzen Land nutzten die Gelegenheit, sich am Ladstätterhof in Sinich über die neuesten technischen Geräte im Obstbau zu informieren. (Foto: Walter Rass)

Der „Tag der Technik“ ist seit über fünf Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt für Obstbauern aus Südtirol und den benachbarten Apfelanbaugebieten, bei dem Ideen und Erfahrungen ausgetauscht werden. Organisiert wird er vom Verein der Absolventen landwirtschaftlicher Schulen in Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Landwirtschaft, dem Versuchszentrum Laimburg und dem Beratungsring für Obst- und Weinbau. Etwa 2500 Interessierte aus Südtirol und anderen europäischen Apfelanbaugebieten haben die Veranstaltung heuer am Ladstätterhof in Sinich bei Meran besucht. 200 verschiedene Maschinen und Geräte wurden dabei vorgeführt.

„Die Möglichkeit, die Maschinen und Geräte während ihres Einsatzes zu vergleichen wird von den Bauern sehr geschätzt, und auch mit der Sonderschau zur mechanischen Pflege des Baumstreifens haben wir ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen“, sagte Jakob Ganterer, der Vorsitzende des Organisationskomitees zum Tag der Technik. Dennoch war auch Ganterer beeindruckt vom großen Besucheransturm. Unter den zahlreichen Gästen war auch Landesrat Arnold Schuler. Neben der Arbeitserleichterung trägt Technik auch zur Arbeitssicherheit und zur Effizienz bei, sagte Schuler zur Eröffnung: „Laufende technische Neuerungen ermöglichen zudem eine gezieltere Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und verringern damit die Abdrift. Es freut mich, dass die Gerätehersteller hierfür Lösungen anbieten.“

Neues und Etabliertes
Dass moderne Technik die Arbeit des Obstbauern nicht nur erleichtern, sondern diese – zumindest teilweise – auch ersetzen kann, bewies eine am Tag der Technik ausgestellte Neuheit: die Schlepper-Selbstfahreinrichtung. Das System lenkt den Traktor vollautomatisch durch die Fahrgasse und kann laut Hersteller sowohl bei der Pflege der Anlagen als auch bei der Ernte eingesetzt werden.

Nicht weniger interessiert waren die Bauern an bereits bekannten und etablierten Maschinen wie Pflanzenschutzgeräten, Erntegeräten, Hebebühnen und dergleichen. Aber auch die Geräte zur Pflege des Baumstreifens standen im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Zwölf verschiedene Herstellerfirmen haben ihre Geräte am Tag der Technik vorgeführt. Dabei konnten sich die Besucher selbst ein Bild über die Arbeitsweise und die Vor- und Nachteile der Geräte machen. Wie Andreas Graf Khuen, Obmann des Vereins der Absolventen landwirtschaftlicher Schulen, erklärte, gebe es mittlerweile Maschinen, mit denen die Pflege des Baumstreifens gut möglich ist und sie werden laufend weiterentwickelt und verbessert. Je nach Arbeitsverfahren wird der Boden bearbeitet oder das Gras oberflächlich abgemulcht bzw. abgeschlagen. Eingesetzt werden dazu Mulcher mit rotierenden Bürsten oder Krümler, die den Baumstreifenbereich lockern.

Auch im Obstbau wird es somit bald technisch möglich sein, auf Herbizide zu verzichten. „Die Geräte sind derzeit zwar noch relativ teuer, die Wartung aufwändig, die Dauerwirkung geringer als jene von Herbizid, dennoch sind solche Geräte zur Pflege des Baumstreifens bereits jetzt in verschiedenen Betrieben im Einsatz und es werden vermutlich von Jahr zu Jahr mehr, denn der Trend geht eindeutig in diese Richtung“, sagt Walter Rass vom Südtiroler Beratungsring für Obst und Weinbau, der die Sonderausstellung betreut hat.