Südtiroler Landwirt, Arbeitsberatung | 28.07.2014

Gut vorbereitet in die Obsternte

Vor der Obsternte empfehlen die Abteilung Arbeitsberatung/Löhne sowie die Stabsstelle Arbeitssicherheit im Südtiroler Bauernbund, die wichtigsten Punkte in den Bereichen Arbeitsrecht und Arbeitssicherheit zu kontrollieren.

Bei der Anmeldung und Beschäftigung von Erntehelfern müssen die Bauern eine ganze Reihe von Regeln befolgen. Vor Beginn der Ernte sollte jeder prüfen, ob er alle Punkte einhält. (Foto: VOG)

Bei der Anmeldung und Beschäftigung von Erntehelfern müssen die Bauern eine ganze Reihe von Regeln befolgen. Vor Beginn der Ernte sollte jeder prüfen, ob er alle Punkte einhält. (Foto: VOG)

Betriebsmeldung
Betriebe, die das erste Mal landwirtschaftliche Arbeiter beschäftigen, müssen vor Beginn der Arbeit beim Nationalen Fürsorgeinstitut NISF/INPS die sogenannte Betriebsmeldung einreichen. Mitzuteilen sind dabei alle Grundstücke und Maschinen des Betriebes.
Es handelt sich dabei um eine einmalige Verpflichtung, die nicht jährlich wiederholt werden muss. Später müssen nur noch Änderungen wie z.B. neue oder nicht mehr vorhandene Pachtflächen mitgeteilt werden. Da bei dieser Betriebsmeldung zahlreiche Informationen abgefragt werden, sollten sich jene Betriebe, welche die Lohnbuchhaltung bei der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne im Südtiroler Bauernbund machen wollen, einige Wochen vor Erntebeginn melden, damit alle Formalitäten fristgerecht erledigt werden können.

Meldung der Arbeiter bei den zuständigen Ämtern
Landwirtschaftliche Arbeitsverhältnisse müssen bis spätestens am Tag vor Arbeitsbeginn beim Amt für Arbeitsmarktbeobachtung gemeldet werden. Diese Meldung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Portal der Landesverwaltung ProNotel2 (www.provinz.bz.it/ProNotel2). Sie kann entweder von zu Hause aus gemacht oder von den Mitarbeitern der Abteilung Arbeitsberatung in den Bezirksbüros vorgenommen werden. Dabei müssen alle relevanten Daten der Arbeiter bis spätestens zwei Tage vor Arbeitsbeginn den Mitarbeitern mitgeteilt werden. Besonders wichtig ist eine korrekte und leserliche Steuernummer. Der Arbeitgeber muss eine Kopie der Anmeldung beim Betriebssitz aufliegen haben.  Wird der Arbeiter nicht bei den zuständigen Stellen gemeldet, handelt es sich um Schwarzarbeit. Im Falle einer Kontrolle durch die Behörden kann es dann zu sehr hohen Strafen kommen. Verwandte und Verschwägerte bis zum vierten Grad müssen nicht gemeldet werden, sofern sie gelegentlich und unentgeltlich mithelfen.

Beantragung der Steuernummer
Für die Anmeldung benötigt man die Steuernummer des Arbeitnehmers. Da viele Arbeiter aus den östlichen EU-Ländern kommen, muss – falls der Arbeiter das erste Mal in Italien arbeitet – die Steuernummer beantragt werden.
Es ist zu empfehlen, die Steuernummer so früh wie möglich zu beantragen. Wird die Steuernummer bei einem Arbeiter, der das erste Mal in Italien arbeitet, vom Betrieb angefragt, ist dazu ein eigenes Formular zu verwenden. Es beinhaltet auch einen Teil, in dem der Arbeiter den Betrieb bevollmächtigt die Steuernummer zu beantragen. Das Formular wird von den Steuerämtern nur noch original unterschreiben akzeptiert. Notwendig sind zudem eine Kopie des Reisepasses und – bei Nicht-EU-Bürgern – zusätzlich das Original bzw. den Postabriss der Aufenthaltsgenehmigung.

Arbeiter an andere verleihen
Das Verleihen von Arbeitern an andere Bauern bzw. von anderen Bauern ist gesetzlich verboten und wird von den Behörden streng geahndet. Arbeitet ein Arbeiter bei zwei verschiedenen Arbeitgebern, muss er bei beiden gemeldet sein. Falls Betriebe einen Verleih von Arbeitern oder die Übernahme von Erntearbeiten anbieten, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob die Abwicklung rechtlich korrekt erfolgt.

Nicht-EU-Bürger

Werden Nicht-EU-Bürger angestellt, welche sich schon im Land befinden, so brauchen sie eine für Arbeitszwecke gültige Aufenthaltsgenehmigung bzw. den Abriss der Post für deren Verlängerung. Die Arbeiter müssen sich auf der Wiese ausweisen können, das heißt, sie müssen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass bei sich tragen. Außerdem müssen sie ihre Anmeldebestätigung (UNILAV) immer dabei haben.
Nur so ist es möglich, bei einer Kontrolle zweifelsfrei nachzuweisen, dass mit dem  Arbeitsverhältnis alles in Ordnung ist.

In einigen Bezirksbüros werden in der Woche vom 11. bis 15. August Notdienste der Abteilung Arbeitsberatung/Löhne für die Ernte eingerichtet bzw. Anfragen per Mail oder Fax entgegen genommen. Detaillierte Informationen dazu gibt es hier.