Wirtschaft | 24.07.2014

Füchse dürfen weiter wüten

In mehreren Gebieten des Landes richten seit Wochen Füchse große Schäden an – vor allem in Betrieben, die Legehennen halten. Sonderabschussgenehmigungen soll es aber vorerst keine mehr geben. von Bernhard Christanell

Der Fuchs sorgt bei Südtirols Bauern immer mehr für Sorgenfalten: Die Angriffe vor allem auf Hühner und anderes Geflügel häufen sich.

Der Fuchs sorgt bei Südtirols Bauern immer mehr für Sorgenfalten: Die Angriffe vor allem auf Hühner und anderes Geflügel häufen sich.

Bereits seit Wochen treiben Füchse vor allem im Pustertal und Eisacktal ihr Unwesen und haben bereits in einigen Betrieben den Bestand an Legehennen arg dezimiert. Beim Amt für Jagd und Fischerei, das für die Entschädigungen für Tierverluste durch Füchse zuständig ist, sind in diesem Sommer bereits wesentlich mehr Schadensmeldungen eingegangen als in den vergangenen Jahren. Mit ein Grund dafür ist auch, dass es in diesem Jahr offensichtlich wesentlich mehr Jungtiere unter den Füchsen gibt als zuletzt – und dadurch der Hunger der Tiere natürlich umso größer ist.

Schonzeit dauert bis Ende September
Gejagt werden dürfen die Füchse derzeit nicht – die Schonzeit wurde erst vor zwei Jahren verlängert und dauert nun bis zum dritten Sonntag im September. Einige Sonderabschussermächtigungen wurden vom Landesamt für Jagd und Fischerei zwar dennoch ausgestellt, damit ist jetzt aber vorerst Schluss. Nachdem das Verwaltungsgericht eine Ermächtigung für einen Bauer aus Villanders vorerst ausgesetzt hatte, beschloss das Landesamt, bis zu einer endgültigen Entscheidung keine neuen Abschussermächtigungen mehr auszustellen. Die Ermächtigung angefochten hatte übrigens der Tierschutzverein LAV.

Verwaltungsgericht gibt Tierschützern recht
Das Landesamt wäre durchaus kompromissbereit: Zwar sei – so der geschäftsführende Amtsdirektor Andreas Agreiter – eine generelle Freigabe der Fuchsjagd auf größere Gebiete, wie z.B. Revierebene, nicht ausreichend begründet und rechtlich nicht haltbar, zumindest ließe sich aber eine Vorverlegung der Jagdzeit in einigen Fällen rechtfertigen, etwa bei gewerblicher Hühnerhaltung und eingeschränkt auf einzelne Grundstücke betroffener Gehöfte. Das Verwaltungsgericht hat hingegen den Tierschützern recht gegeben, die sich unter anderem auf Schutzmaßnahmen der Füchse während der Jungenaufzucht, und ein fehlendes Gutachten des italienischen Umweltschutzinstitutes ISPRA beriefen. In einem Schreiben an die Bauernbund-Ortsgruppen und Jagdreviere am Tschögglberg nennt das Landesamt zudem Alternativen zur Jagd: Verluste ließen sich demnach durch Schutzmaßnahmen wie Einzäunungen, Einstallungen oder einen Wachhund erfolgreicher und nachhaltiger vermeiden als durch den Abschuss der Füchse.

Der Südtiroler Bauernbund ist mit der Situation ganz und gar nicht glücklich: „Die betroffenen Bauern leben in ständiger Angst um ihre Tiere und müssen tatenlos zusehen, wie die Füchse ihre Hennen reißen. Das ist nicht akzeptabel. Bei allem Verständnis für die Argumente der Tierschützer – hier geht es um die Lebensgrundlage der hühnerhaltenden Betriebe“, unterstreicht Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner und fordert eine rasche Entscheidung im Sinne der betroffenen Bauern.