Betriebsberatung, Südtiroler Landwirt | 17.07.2014

Eine Mitgliedschaft, die sich auszahlt

Wer Geld von einer Bank leiht, braucht nicht nur einen Bürgen, sondern sollte auch wissen, ob sich die Investition überhaupt lohnt. CreditAgri Italia hilft dabei, wie Nikolaus Lantschner aus Aldein erlebt hat. Er berichtet von seinen Erfahrungen. von Guido Steinegger

Nikolaus Lantschner und seine Hühner: Vor der Finanzierung für den neuen Stall und Lagerräume hat er sich Beratung bei CreditAgri geholt.

Nikolaus Lantschner und seine Hühner: Vor der Finanzierung für den neuen Stall und Lagerräume hat er sich Beratung bei CreditAgri geholt.

Nikolaus Lantschner, Landwirt aus Aldein, wollte nicht einfach ins Blaue investieren. Daher hat er die Zusammenarbeit mit Credit­Agri Italia gesucht.
In den vergangenen Jahren hatte er seinen landwirtschaftlichen Betrieb in mehreren Schritten von Grund auf saniert. Auch durch den Verkauf von Eiern aus der Freilandhaltung hat er seinen Betrieb in eine neue Richtung gelenkt und strukturell wie wirtschaftlich immer wieder dem Markt angepasst.
Nun wurde ein neues Vorhaben aktuell: Er wollte den Hühnerstall am Hof erweitern und die eigene Produktion steigern. Auch zusätzliche Lagerräume am Hof standen auf dem Plan. Damit reagiert er gezielt auf die steigende Nachfrage nach Eiern aus der Freilandhaltung am Markt.

Den ganzen Betrieb durchleuchtet
CreditAgri Italia hat mit ihm die betrieblichen Möglichkeiten, die aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Situation des Betriebes erhoben und jeweils für die Jahre 2011 bis 2015 eine Bilanz erarbeitet. In den Bilanzen von 2014 und 2015 wurde die neue Betriebsstruktur und Produktion bereits mit einberechnet und dabei dessen wirtschaftlicher, betrieblicher, aber auch der finanzielle Aspekt genauestens durchleuchtet. Warum sich Lantschner dafür an CreditAgri gewandt hat und ob es sich ausgezahlt hat, erzählt er im folgenden Interview.

Südtiroler Landwirt: Herr Lantschner, warum haben Sie sich bei der Finanzierung Ihres Vorhabens an CreditAgri gewandt?
Nikolaus Lantschner: Ich habe durch den Südtiroler Bauernbund von dieser Garantiegenossenschaft erfahren. Ich habe mich an CreditAgri Italia gewandt, um mich über die Möglichkeit der Fremdfinanzierung in Zusammenhang mit einer Garantieleistung zu informieren. Vor allem war ich aber an einem Vorabcheck interessiert, der mir über die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des Projektes Aufschluss gibt.

Warum haben Sie sich bezüglich der Finanzierung nicht direkt an die Bank gewandt?
Ich wollte mir erst selbst im Klaren über die Finanzierbarkeit meines Vorhabens sein, bevor ich damit zur Bank gehe. Wichtig war mir auch, dass die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des  Vorhabens durch korrekt erhobene Zahlen belegt wird und von einer neutralen Stelle, eben der Garantiegenossenschaft, eingeschätzt wird.

Haben Sie diese Hilfe bei CreditAgri dann tatsächlich bekommen?
Durchaus. Bereits im ersten Gespräch hat mich CreditAgri über die Art der Kreditbeurteilung der Garantiegenossenschaft aufgeklärt und auch über die dadurch resultierende Ausarbeitung einer Art „Business-Plan“ informiert. Dabei werden die gesamten aktuellen, aber auch die zukünftigen betrieblichen Möglichkeiten, die laufende finanzielle Situation sowie die buchhalterischen Daten in der gesamten Bewertung mit berücksichtigt. In meinem Fall wurden dann auch insgesamt zwei abgelaufene und die zwei kommenden Jahre, in denen die neue Struktur zum Tragen kommt, jeweils in eine vergleichbare Bilanz gepackt. So wurden die Unterschiede in den Einnahmen und Spesen deutlich sichtbar.

Natürlich war Ihr Wunsch auch jener, den Kredit für die neue Investition so günstig wie möglich zu erhalten. Im Zuge der Beratung haben Sie aber gemerkt, dass auch noch andere Aspekte bei der Kreditvergabe zählen. Welche waren das?
Im Zuge der Kreditbeantragung habe ich auch gemerkt, dass es unumgänglich ist, sich bereits im Vorfeld über die Wirtschaftlichkeit und den Nutzen einer Investition im Klaren zu sein und dies auch in Zahlen angeben zu können. Wichtig sind nicht nur die Mehreinnahmen, durch die Investition zu berücksichtigen, sondern auch die laufenden Mehrkosten, die in meinem Fall durch die Produktionserweiterung entstehen. Es wird sicherlich schwierig, eine Investition, die keinen nennenswerten wirtschaftlichen Vorteil bringt, gegenüber der Bank zu rechtfertigen. Die Banken legen bei der Kreditvergabe ja immer größeren Wert auf die Rückzahlungsfähigkeit. Daher hatten die Berechnungen und Bilanzen im Vorfeld, aber auch die Garantieleistung durch die Genossenschaft sicher eine positive Auswirkung auf meine Fremdfinanzierung.

Welche Aufgaben zwischen Ihnen als Kreditnehmer und der Bank als Kreditgeber hat CreditAgri Italia übernommen?
Die Garantiegenossenschaft hat in meinem Fall die gesamte Beratung, Kalkulation und Erstellung des Business-Planes übernommen. Auch die Art und Weise der Finanzierung, aber auch die Laufzeit der Finanzierung wurde gemeinsam im Vorfeld mit CreditAgri definiert.  
Hilfreich waren dabei auch die verschiedenen Simulationen der Tilgungspläne. Dadurch hatte ich bereits beim gemeinsamen Gespräch mit dem Filialleiter und dem Direktor der Bank, bei dem ich auch vom Sachbearbeiter der CreditAgri begleitet wurde, eine genaue Vorstellung, welche Höhe der Rate zu erwarten ist. Auch wurden die von Credit­Agri erstellten Bilanzen der Bank zur Verfügung gestellt, welche diese Daten sicherlich in ihrer Kreditbewertung mit berücksichtigt hat und somit auch einen gründlicheren Einblick in meine wirtschaftliche Situation erhalten hat.

Hat CreditAgri Italia auch den ersten Kontakt mit der Bank hergestellt?
Da ich bereits Kunde bei dieser Bank war, lag es nahe, zuerst mit meiner Hausbank in Kontakt zu treten. Hätte es dort Schwierigkeiten mit der Kreditvergabe gegeben, hätte ich über CreditAgri durchaus die Möglichkeit gehabt, die Finanzierung über eine andere Bank zu beantragen.

Welche Erkenntnisse haben Sie während der Zusammenarbeit mit CreditAgri erlangt?
Insofern war es einfacher, bei der Bank den Antrag zu stellen, da ich bereits im Vorfeld mit einem professionellen Partner die gesamte betriebliche und auch finanzielle Situation durchleuchtet habe. Auch die Kalkulationen und der Business-Plan haben mir nicht nur bei der Beantragung der Finanzierung geholfen, sondern ich finde, dass diese sicherlich auch in einem zweiten Moment hilfreich sind, um die gesteckten Ziele auch zahlenmäßig im Auge zu behalten.

Sie würden CreditAgri also weiterempfehlen?
Klar! Jeder, der eine Investition in seinem landwirtschaftlichen Betrieb plant, sollte sich im Vorfeld gründlich informieren, denn es zahlt sich sicherlich aus. Wenn es dann darum geht, das Vorhaben mittels einer Fremdfinanzierung zu realisieren, so ist CreditAgri Italia als neutraler Ansprechpartner sicher richtig. Für uns Landwirte ist nun einmal das Bankwesen ein etwas komplizierter Bereich, in dem man sich auch nicht so recht auskennt.