Produktion | 13.06.2014

Obstbau als Vorzeigemodell

Der Südtiroler Obstbau erhält internationale Anerkennung: Die Welternährungsorganisation (FAO) lobt in einer Publikation den heimischen Obstbau als beispielhaftes Netzwerk landwirtschaftlicher Familienbetriebe.

Die Welternährungsorganisation (FAO) lobt den Südtiroler Obstbau als Vorzeigemodell für landwirtschaftliche Familienbetriebe.

Die Welternährungsorganisation (FAO) lobt den Südtiroler Obstbau als Vorzeigemodell für landwirtschaftliche Familienbetriebe.

Eine Gruppe internationaler Autoren hat sich im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Bild vom Südtiroler Obstbau gemacht. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, kurz FAO (engl. Food and Agriculture Organization of the United Nations), entstanden. In der daraus entstandenen Studie wird die Südtiroler Obstwirtschaft als Modell für die erfolgreiche Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben und Organisationen beschrieben. „www.sbb.it“ konnte einen ersten Blick auf die Studie werfen.

Beispiel für ein landwirtschaftliches Netzwerk
Die Autoren gehen eingangs der Studie auf die bedeutende Marktstellung des Südtiroler Obstbaus ein, der 10 Prozent der europäischen und 50 Prozent der italienischen Apfelproduktion erzeugt. Anhand eines geschichtlichen Rückblicks wird anschließend Antwort auf die Frage gegeben, wie sich die rund 8000 zumeist sehr klein strukturierten Familienbetriebe im Obstbau zu einer effizienten Branche formieren konnten.

Genossenschaften und Innovation als Erfolgsfaktoren
Als Hauptmerkmal für die erfolgreiche Entwicklung des Obstbaus machen die Autoren den Zusammenschluss der bäuerlichen Betriebe in Genossenschaften aus. Entsprechend dem Genossenschaftsgedanken stehen dadurch bei der Verarbeitung und Vermarktung des Obstes die Bedürfnisse der Mitglieder, sprich der einzelnen Familienbetriebe, im Mittelpunkt. „Das Genossenschaftssystem hat entscheidend zum Erfolg des Südtiroler Obstbaus beigetragen“, schreiben die Autoren.

Ebenso wird in der Studie die Gründung von Forschungs- und Beratungseinrichtungen als wesentlicher Baustein genannt. Der Obstbau habe frühzeitig auf Innovation gesetzt, so die Autoren. Einrichtungen wie das Versuchszentrum Laimburg, der Beratungsring für Obst- und Weinbau und die Arbeitsgruppe für den integrierten Obstanbau wurden gegründet. Durch die enge Vernetzung mit der Praxis konnte ein effizientes Innovationsnetzwerk entstehen, von dem die Betriebe unmittelbar Nutzen ziehen. Dies ermöglichte einen hohen Entwicklungsgrad im Obstbau sowie eine hohe Qualität und Wertschöpfung.

Familienbetriebe sind die Triebfedern

In der Studie wird auf weitere Rahmenbedingungen für die positive Entwicklung des Südtiroler Obstbaus hingewiesen. Dazu gehören die Landwirte selbst, die neue Techniken und Anbaumethoden angeregt und umgesetzt haben und so die „Triebkräfte des Obstbaunetzwerks“ bilden.
Aufgrund der Zusammenarbeit der Betriebe und der Entwicklung branchenübergreifender Strukturen ist der Südtiroler Obstbau heute ein Erfolgsmodell – und für die Welternährungsorganisation ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Einbindung landwirtschaftlicher Familienbetriebe in einem innovativen und wettbewerbsfähigen Netzwerk. Mit der Studie, die demnächst erscheint, möchte die FAO dieses Modell anderen Ländern näherbringen. Ein Vertreter der FAO wird die Studie beim Kongress der Fachmesse Interpoma am 21. November in der Messe Bozen vorstellen.