Verein Freiwillige Arbeitseinsätze | 06.06.2014

VFA: Mit Rekord-Zwischenstand in die Hochsaison

Bereits weit über 1600 – dringend benötigte – freiwillige Helfer haben sich heuer bislang beim Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) gemeldet. Das sind deutlich mehr als im Rekordjahr 2013. Die chronischen Geldsorgen des Vereins konnten mit Hilfe der ASPIAG vorübergehend einmal gelindert werden.

Junge und finanzielle Helfer auf einen Blick: Vorne die Vertreter von VFA und ihrem neuen Sponsor ASPIAG, hinten die Schülerinnen aus München, die eine Woche auf den Höfen im Einsatz sind. (Foto: ASPIAG)

Junge und finanzielle Helfer auf einen Blick: Vorne die Vertreter von VFA und ihrem neuen Sponsor ASPIAG, hinten die Schülerinnen aus München, die eine Woche auf den Höfen im Einsatz sind. (Foto: ASPIAG)

Der VFA legte bei einer Pressekonferenz in Bozen für das laufende Jahr ein erstes äußerst positives Zwischenergebnis vor. Bis Ende Mai haben sich bereits 1638 freiwillige Helfer gemeldet (Vorjahr: 1543) und die geleisteten Einsatztage sind von 3044 im Vorjahr auf 3380 Tage im laufenden Jahr gestiegen. Entsprechend freut sich der Obmann des Vereins, Georg Mayr: „Mit einem derartigen Angebot an Freiwilligen können wir sogar Höfen helfen, bei denen der Betriebsinhaber für eine begrenzte Zeit ganz ausfällt.“ Die mächtige Steigerung der geleisteten Arbeitsstunden erklärt sich Mayr vor allem durch eine Kerngruppe von Helfern, die im Jahresverlauf immer wieder Einsätze an verschiedenen Orten leistet.

Münchner Schülerinnen starten Gruppeneinsatz
Eine wichtige Hilfe kommt auch von den Gruppeneinsätzen. Eine besondere Gruppe ist in den kommenden Tagen auf Südtirols Höfen im Einsatz: 16 Schülerinnen zwischen 17 und 18 Jahren des Edith-Stein-Gymnasiums in München werden eine Woche lang auf verschiedenen Bergbauernhöfen den Familien auf dem Feld, im Stall und im Haushalt unter die Arme greifen. Zustande gekommen ist der Einsatz dank der Klassenlehrerin Brigitte Bauer und ihrem Mann Klaus Schmidt sowie dem Lehrer Benedikt Harder. Seit einigen Jahren machen sie selbst freiwillige Arbeitseinsätze. Die Anreise nach Südtirol haben sich die Schülerinnen durch den Verkauf von Knödeln und Strudel in der Schule selbst finanziert.

Angebot und Nachfrage zeitlich verschoben
Mit dem jährlichen Zuwachs der freiwilligen Helfer wächst auch die Zahl der Bergbauern, die freiwillige Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Und obwohl die Helfer überproportional mehr werden, gibt es zu bestimmten Zeiten doch immer wieder Engpässe – vor allem in der Zeit der Heuernte. Genau in dieser für die Bergbauern so wichtigen Periode haben die freiwilligen Helfer noch keineswegs Hochsaison. Diese folgt erst zwischen Mitte Juli und Ende August, also jener Zeit, in der in den meisten Höhenlagen der Grummetschnitt – also der zweite Schnitt im Jahr – ansteht. Nach Lösungen zu suchen, um diese
zeitliche Verschiebung zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des VFA für die kommenden Jahre.

Chronische Finanzsorgen
Schon seit Jahren beschäftigt den VFA-Vorstand die finanzielle Situation des Vereins, wie Mayr mitteilte: „Der Verwaltungsaufwand und damit die Spesen steigen von Jahr zu Jahr. Daher brauchen wir zusätzliche Mittel, und die sind nur sehr schwer zu finden.“ Zu 45 Prozent finanzieren die Trägerorganisationen – Südtiroler Bauernbund, Caritas, Lebenshilfe und Jugendring – selbst den Verein. Die öffentliche Hand unterstützt den Verein mit knapp 30 Prozent. Den Rest steuern Firmen und private Spender bei.

Despar übernimmt Vorbildfunktion
Eine besondere Zusammenarbeit gibt es seit Herbst 2013 mit der Despar-Gruppe (ASPIAG). Das Unternehmen hat Tragetaschen mit dem Logo des Vereins drucken lassen. „Zwei Cent für jede biologisch abbaubare Tragetasche, die in den Geschäften verkauft werden, gehen an den Verein. Die ASPIAG sorgt mit dieser besonderen Aktion aber auch dafür, dass der Verein im eigenen Land noch bekannter wird und damit auch mehr Helfer aus Südtirol zum Mithelfen animiert werden“, erklärt Robert Hillebrand, Direktor der ASPIAG Bozen. Im Laufe der Monate Dezember 2013 bis April 2014 konnte damit eine Spende von rund 30.000 Euro für den Verein gesammelt werden. Die Aktion läuft noch bis September 2015.
Georg Mayr ist überwältigt: „Von einer solchen Summe hätten wir nie zu träumen gewagt. Der Despar-Gruppe gilt daher ein aufrichtiger Dank. Sie unterstützt unseren Verein auf vorbildliche Weise ideell und finanziell.“ Nun hofft Mayr „auf einen Nachahmungseffekt, damit wir auch zukünftig alle bäuerlichen Familien und freiwilligen Helfer betreuen können. Es wäre schade, wenn wir die Hilfe einschränken müssten, nur weil dem Verein das Geld fehlt.“ Vorerst lässt der Beitrag der Firma ASPIAG den Verein etwas aufatmen.

Mehr Infos zum Verein Freiwillige Arbeitseinsätze gibt es hier