Markt | 12.05.2014

Rindfleisch ein weltweit gefragtes Produkt

Der internationale Handel mit Rindfleisch hat im vergangenen Jahr einen regelrechten Boom erlebt. von AgraEurope

Bei der Produktion von Rindfleisch gewinnen Länder wie Brasilien oder Indien zunehmend an Bedeutung.

Bei der Produktion von Rindfleisch gewinnen Länder wie Brasilien oder Indien zunehmend an Bedeutung.

Einen wahren Boom erlebt die Nachfrage von Rindfleisch in China. Davon profitiert hauptsächlich Australien, da Wettbewerber wie Brasilien, Indien, die USA und die EU dort keinen Marktzugang haben. Auch in die USA, nach Südkorea und Indonesien sowie in die EU konnte Australien die Lieferungen von Januar bis April im Vorjahresvergleich ausweiten.

Produktion in den USA rückläufig

Weniger Rindfleisch im Angebot werden 2014 laut dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) die Farmer in den USA haben. Schätzungen zufolge dürfte die US-Rindfleischerzeugung im laufenden Jahr mit lediglich 11,2 Millionen Tonnen auf das niedrigste Niveau seit 20 Jahren sinken. Das knappe Angebot hat bereits auf allen Marktstufen zu deutlichen Preissteigerungen geführt, teilweise wurden neue Rekordwerte erreicht.

Brasilien ist Export-Weltmeister
Einer der Gewinner des Rindfleischjahres 2014 dürfte nach Einschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums Brasilien sein. Die Erzeuger dort haben ihre Rinderbestände weiter aufgestockt und werden im laufenden Jahr mit voraussichtlich 9,9 Millionen Tonnen so viel Rindfleisch produzieren wie niemals zuvor. Innerhalb von drei Jahren wäre die Erzeugung demnach um rund 900.000 Tonnen oder zehn Prozent ausgedehnt worden. Der Absatz scheint kein Problem zu sein, denn sowohl in Brasilien als auch jenseits der Landesgrenzen steigt die Nachfrage. Mit Unterstützung der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Lande dürfte nach Einschätzung der Washingtoner Analysten der Inlandsverbrauch gegenüber 2013 um mindestens 0,5 Prozent auf 7,93 Millionen Tonnen anwachsen. Außerdem dürfte Brasilien seine führende Rolle als weltweit größter Rindfleischexporteur ausbauen und wäre für gut ein Fünftel der globalen Lieferungen verantwortlich.

Indiens Marktanteil wächst
Weiter auf dem Vormarsch dürften sich 2014 die Rindfleischausfuhren Indiens befinden. Da dem inländischen Verbrauchsanstieg aus religiösen Gründen Grenzen gesetzt sind, wird das durch die steigende Milcherzeugung anfallende Rindfleisch vermehrt ins Ausland verkauft. Die Lieferungen gehen vor allem nach Südostasien, wo Vietnam und Malaysia die wichtigen Abnehmer sind. Aber auch afrikanische Staaten wie Ägypten und Algerien sowie der arabische Raum mit Saudi Arabien und Jordanien stellen wichtige Kunden für indisches Rind- und Büffelfleisch dar.

EU verliert an Bedeutung
Die Bedeutung der Europäischen Union im internationalen Handel mit Rindfleisch ist dagegen in den vergangenen Jahren geringer geworden, woran sich auch 2014 nicht viel ändern wird. Ebenso wie die EU-Kommission zu Jahresbeginn gehen die US-Experten des USDA davon aus, dass die Rindfleischerzeugung in der Gemeinschaft im laufenden Jahr um 1,5 Prozent auf knapp 7,6 Millionen Tonnen zulegen wird.