Steuerberatung, Energie | 29.04.2014

Für Strom- und Wärmeproduktion gelten nicht mehr die Katasterwerte

Ab 1. Jänner 2014 hat sich die Besteuerung der Strom- und Wärmeproduktion aus erneuerbarer Energie und Photovoltaik geändert.

Foto: © CE Reporters

Foto: © CE Reporters

Während bis Dezember 2013 die Einnahmen von Strom- und Wärmeproduktion aus erneuerbarer Energie über die Katasterwerte abgedeckt waren, unterliegen seit heuer 25 Prozent aller MwSt.-pflichtigen Einnahmen der Einkommenssteuer.

Welche Tätigkeiten sind betroffen?

Betroffen sind folgende mit der Landwirtschaft verbundenen Tätigkeiten:

  • Stromproduktion aus Photovoltaik,
  • Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse (z.B. Biogasanlage, Verkauf von Wärme aus Holzenergie …),
  • Erzeugung von Treibstoffen aus Biomasse (z.B. Raps)

Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um eine mit der Landwirtschaft verbundene Tätigkeit handelt, d.h. dass für die Strom- bzw. Wärmeproduktion vorwiegend eigene landwirtschaftliche Ressourcen verwendet werden. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, handelt es sich weiterhin um eine gewerbliche Tätigkeit.

Muss auch der Beitrag versteuert werden?
Der Einkommenssteuer unterliegen alle MwSt.-pflichtigen Einnahmen. Demzufolge müssen  folgende Fälle unterschieden werden:

  1. Die Stromproduzenten mittels Photovoltaik, die den Beitrag vom „Ersten bis Vierten Conto Energia“ erhalten, und dem GSE ausschließlich den Stromverkauf in Rechnung stellen, müssen den Beitrag nicht der Einkommenssteuer unterwerfen. Nur der an den GSE verkaufte Strom muss besteuert werden.
  2. Betriebe, die den Einheitstarif bzw. die „Tariffa Omnicomprensiva“ für die Strom- bzw. Wärmeproduktion erhalten, und somit den gesamten Betrag dem GSE in Rechnung stellen, müssen 25 Prozent des Betrages der Einkommenssteuer unterwerfen. Betroffen sind in diesem Fall z.B. die Stromproduktion aus Biogas und die Stromproduktion der PV-Analgen, welche die Förderung vom „Fünften Conto Energia“ erhalten (Inbetriebnahme ab 27. August 2012).

Gibt es sonst noch Änderungen?
Geändert wird auch der Irap-Steuersatz. Dieser erhöht sich von 1,9 auf 2,98 Prozent.

Hat diese Änderung bereits im UNICO 2014 Auswirkungen?
Diese Neuerung im Bereich der Einkommenssteuer muss bereits heuer für die Akontozahlungen berücksichtigt werden.
Nach den teilweise deutlichen Reduzierungen der garantierten Mindestpreise für den Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energieträgern stellt die Festlegung des neuen Besteuerungsmodus einen weiteren Eingriff in die Nutzung erneuerbarer Energien dar. Die von Rom erzwungene Änderung der laufenden Spielregeln wird die Wirtschaftlichkeit vor allem größerer Anlagen negativ beeinflussen.