Produktion | 23.04.2014

Gallwespen: Gegenspieler ausgesetzt

Vor sechs Jahren ist die asiatische Esskastanien-Gallwespe zum ersten Mal in Südtirol aufgetaucht und hat sich seither rasant verbreitet. Jetzt setzen Förster erstmals die natürlichen Gegenspieler dieses Schädlings ein. von LPA – Landespresseamt

Seit sechs Jahren ist die Kastaniengallwespe der Schrecken aller Kastanienanbauer. (Foto: Landesamt für Forstverwaltung)

Seit sechs Jahren ist die Kastaniengallwespe der Schrecken aller Kastanienanbauer. (Foto: Landesamt für Forstverwaltung)

Die asiatische Esskastanien-Gallwespe Dryocosmus kuriphilus ist ein eingeschleppter invasiver Schädling der Esskastanie. In Südtirol wurde sie erstmals im Jahr 2008 bei Terlan registriert und hat in den darauffolgenden Jahren das gesamte Verbreitungsgebiet der Edelkastanie befallen.

Starker Befall in Montiggl und Aicha
Die durch die Larvenentwicklung verursachte Bildung von grünen bis rötlichen Gallen an Trieben und Blättern beeinträchtigt bei starkem Befall die Vitalität des Baumes. Kontrolluntersuchungen zeigen einen bisherigen durchschnittlichen Parasitierungsgrad der asiatischen Esskastanien-Gallwespe von 9,4 Prozent mit maximalen Werten von 30 in 40 Prozent in Montiggl und Aicha. Der stellvertretende Direktor des Landesamtes für Forstverwaltung, Stefano Minerbi, erklärt: „Die wirksamste Strategie zur Eindämmung dieses Schädlings ist die Freisetzung eines natürlichen Gegenspielers, des chinesischen Parasitoiden Torymus sinensis, der ebenfalls aus dem Ursprungsort der Edelkastanien-Gallwespe stammt.“. Die Weibchen dieses Parasitoiden legen jetzt ihre Eier in die frisch gebildeten neuen Frühjahrs-Gallen an oder neben den Gallwespenlarven ab, die als Nahrung für die Torymus-Larven dienen.

Gegenspieler wird jetzt freigesetzt
Diese Art der biologischen Bekämpfung wurde seit 2010 vom Pflanzenschutzdienst in Zusammenarbeit mit dem Forstpersonal vorgenommen. Jetzt beginnt das Personal von 16 Forststationen mit einer großen Freisetzungskampagne des chinesischen Parasitoiden „Torymus sinensis“ an über 80 Standorten in ganz Südtirol.
Weitere Kontrollen zum Befall der Esskastanie und zum Erfolg der biologischen Bekämpfung werden im Laufe des Jahres und in den folgenden Jahren vorgenommen.