Markt | 22.04.2014

Italiener kaufen weniger Obst und Gemüse

Auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren ist im vergangenen Jahr die von den Italienern gekaufte Menge an frischem Obst und Gemüse gesunken. Süditaliener kaufen doppelt so viel wie ihre Landsleute im Zentrum und Nordosten. von AMI

Radicchio klettert auf der Beliebtsheitsskala den italienischen Konsumenten nach oben.

Radicchio klettert auf der Beliebtsheitsskala den italienischen Konsumenten nach oben.

Wie die Daten der GfK Italia zeigen, kauften die italienischen Haushalte im vergangenen Jahr 323 Kilogramm frisches Obst und Gemüse ein und damit acht Kilogramm weniger als 2012. Im Vergleich zu 2004 zeigt sich sogar ein Minus von 59 Kilogramm. Mit 175 Kilogramm kauften die Haushalte zuletzt mehr Obst als Gemüse (149 Kilogramm) ein.

Auswirkung der Wirtschaftskrise
Dabei dürften im vergangenen Jahr andere Gründe als die Preisentwicklung zur Kaufzurückhaltung geführt haben. Zwar stiegen die Ausgaben für frisches Obst und Gemüse innerhalb von zehn Jahren kontinuierlich an, doch 2013 mussten die Haushalte für das Kilogramm Obst und Gemüse mit 1,68 Euro rund ein Prozent weniger Geld ausgeben. Vielmehr zeigen sich wohl Auswirkungen der Wirtschaftskrise für den Konsumrückgang verantwortlich.

Stabiles Preisniveau bei Obst
Im vergangenen Jahr verfehlten die Obstkäufe der italienischen Haushalte mit 4,24 Millionen Tonnen das Vorjahresniveau um 2,5 Prozent, gegenüber 2004 zeigt sich ein Minus von sechs Prozent. Mit 1,55 Euro kostete das Kilogramm Frischobst aber genauso viel wie 2012. Über das Jahr betrachtet gaben die Haushalte 272 Euro für ihre Obstkäufe aus, und damit sieben Euro weniger als 2012.
Äpfel, Orangen und Bananen blieben 2013 die meistgekauften Obstarten vor Birnen, Wassermelonen und Clementinen. Bei all diesen Obstkulturen ging die Einkaufsmenge gegenüber 2012 zwischen einem und neun Prozent zurück.

Radicchio im Plus, Mangold im Minus
Ebenso wie die Obstkäufe gingen auch die Gemüsekäufe zurück. Mit 3,59 Millionen Tonnen kauften die Haushalte in Italien im vergangenen Jahr 2,1 Prozent weniger Gemüse als 2012 ein, im Vergleich zu 2004 zeigt sich ein Rückgang von vier Prozent. Für das Kilogramm Frischgemüse zahlten die Haushalte durchschnittlich 1,82 Euro, das waren drei Cent oder 1,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Jahresverlauf 2013 kauften die Haushalte für 271 Euro Gemüse ein, 2012 gaben sie 281 Euro aus.
Auf den ersten drei Plätzen der meistgekauften Gemüsearten landen Tomaten, Salate und Zucchini. Die größte prozentuale Steigerung zum Vorjahr zeigte sich bei Radicchio (plus 13 Prozent), das größte Minus bei Mangold (minus sieben Prozent).

Supermärkte haben die Nase vorne
Wichtigste Einkaufsstätte für frisches Obst und Gemüse blieben die Supermärkte mit einem Anteil von 35 Prozent an der Einkaufsmenge. 2004 hatten die Wochenmärkte mit 34 Prozent einen ähnlich hohen Anteil an den Obst- und Gemüsekäufen inne, büßten in den folgenden Jahren jedoch nach und nach Marktanteile ein.

Deutliche Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien
Nach wie vor landet bei den Haushalten im Süden Italiens und auf den Inseln mehr Obst und Gemüse im Einkaufswagen als bei den Haushalten in anderen Landesteilen. 2013 entfielen auf den Süden und die Inseln 36 Prozent der nationalen Obst- und Gemüsekäufe, auf den Nordwesten 28 Prozent sowie auf den Nordosten und das Zentrum jeweils 18 Prozent. Anders als im Nordwesten und Nordosten wird im Süden das meiste frische Obst und Gemüse nicht im Supermarkt, der teuersten Einkaufsstätte, sondern auf den Wochenmärkten gekauft.