Südtiroler Landwirt, Seniorenvereinigung | 10.04.2014

Alter ist für alle eine Bereicherung

Die 25. Landesversammlung der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund fand am Samstag, 29. März, im Haus der Vereine in Nals statt. Unter dem Motto „Mit der Zeit gehen – Veränderungen im Alter annehmen“ ging es um eine positive Herangehensweise an das Älterwerden.

Im Haus der Vereine in Nals trafen sich die Vertreter der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund zu ihrer 25. Landesversammlung.

Im Haus der Vereine in Nals trafen sich die Vertreter der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund zu ihrer 25. Landesversammlung.

Gleich zum Auftakt der Versammlung im voll besetzten Haus der Vereine in Nals brachte es Gottfried Oberstaller, der Landespräsident der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund, auf den Punkt: „Alle wollen alt werden – aber keiner will alt sein!“ Das Älterwerden werde vielfach als etwas Negatives gesehen und mit Gebrechlichkeit, Vergesslichkeit und Einsamkeit gleichgesetzt. „In diesem Punkt ist unbedingt ein Umdenken notwendig“, forderte Oberstaller. Ein Umdenken, das nicht nur von der Gesellschaft, sondern vor allem auch von den älteren Menschen ausgehen müsse. Auf die Frage, was die Senioren selbst dazu beitragen könnten, um ein positives Altersbild in der Gesellschaft zu verankern, lieferte Oberstaller mit dem Motto der Versammlung gleich eine mögliche Antwort: „Mit der Zeit gehen – Veränderungen im Alter annehmen.“

Lebensgewohnheiten dem Alter anpassen
Veränderungen seien grundsätzlich positiv und als Bereicherung und als Chance zu sehen. „Es ist wichtig, dass wir die geistigen, körperlichen und anderen Veränderungen, die das Alter mit sich bringt, zulassen, Lebensgewohnheiten dem zunehmenden Alter anpassen und auch Hilfe annehmen, wenn sie erforderlich ist“, betonte Oberstaller. Am Hof selbst gelte es, im Hinblick auf die Wohnverhältnisse mit der Zeit zu gehen und diese altersgerecht zu gestalten. „Das harmonische Zusammenleben der Generationen am Hof ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für ein positives Älterwerden“, unterstrich Oberstaller. Die Mitglieder der Seniorenvereinigung rief er dazu auf, sich weiterhin für die Belange der älteren und alten Menschen in den Dörfern und Fraktionen einzusetzen und auf ihre Bedürfnisse hinzuweisen.
Der Steyler Missionar und Pfarrer P. Sepp Hollweck ging in seinem Festvortrag ebenfalls auf das Tagesmotto ein: „Im Alter kommen Eigenheiten eines Menschen zum Tragen, die über Jahrzehnte gereift sind, das Liebenswürdige genauso wie das Mürrische. Wir sollten unsere Lebenserfahrung nicht wegretuschieren, sondern alles Erlebte – die inneren Brüche ebenso wie die äußeren Falten – als Teil der eigenen Geschichte annehmen“, forderte Hollweck die Senioren auf. Das Alter sei eine Bereicherung für alle in der Gesellschaft. Auch ein kranker älterer Mensch sei nicht würdelos, sondern bleibe in all seiner Gebrechlichkeit ein Ebenbild Gottes. Zum Alter gehöre auch, sich helfen zu lassen: „Anderen helfen ist oft relativ leicht, sich selbst helfen lassen nicht immer. Auch das ist ein wichtiger Schritt: Die Hilfe anderer anzunehmen und sich die eigene Hilflosigkeit einzugestehen“, sagte Hollweck.

Dokumentarfilm zum „UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe“
Im Jahresrückblick erinnerte Oberstaller an die Höhepunkte des vergangenen Jahres: Die Vorstellung des neuen Leitbilds, das erste Landes-Gaudi-Handmähen der Seniorenvereinigung, der viel beachtete Auftritt auf der Agrialp und die Gründung der 59. Ortsgruppe St. Martin-Untermoi im Gadertal waren nur einige davon. 2014 feiert die Seniorenvereinigung ihr 25-jähriges Bestehen. Ein Höhepunkt wird eine Jubiläumsfeier im Juli sein. Im ganzen Land präsent möchte die Seniorenvereinigung in den kommenden Monaten und Jahren mit der Wanderausstellung „Der Mensch im Mittelpunkt“ sein, die vor knapp zwei Wochen in Bozen vorgestellt wurde und ab sofort von den Ortsgruppen ausgeliehen werden kann. In dieser Ausstellung verknüpft die Seniorenvereinigung die Inhalte ihres Leitbilds mit eindrucksvollen Porträts des jungen Vinschger Fotografen Kurt Tappeiner. Im Spätherbst wird die Dokumentation „Familienleben am Bauernhof“  im Fernsehen ausgestrahlt, welche die Senio­renvereinigung anlässlich des UNO-Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe in Zusammenarbeit mit Bauernbund, Südtiroler Raiffeisenkassen und Rai Südtirol bei den Filmemachern Astrid Kofler und Günther Neumair in Auftrag gegeben hat.

Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler stellte in seinen Grußworten die Projekte und Veranstaltungen zum UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe vor und dankte der Seniorenvereinigung für ihren Beitrag. Zudem rief er die Senioren auf, bei den EU-Parlamentswahlen dem vom Bauernbund unterstützten Kandidaten Herbert Dorfmann das Vertrauen zu schenken.
Dorfmann selbst blickte auf die zu Ende gehende Amtsperiode zurück.
Der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder erhielt als Geschenk eine Einladung zum Landespreiswatten der Seniorenvereinigung.