Produktion | 31.03.2014

Prozessionsspinner: Befall im Vinschgau rückläufig

Im Vinschgau gibt es auf 132 der insgesamt 940 Hektar Schwarzföhrenwälder einen schwachen bis mittleren Befall des Prozessionsspinners. Das haben die jährlichen Forstschutzerhebungen ergeben. von LPA - Landespresseamt

Der Befall mit dem Prozessionsspinner ist im Vinschgau deutlich zurückgegangen.

Der Befall mit dem Prozessionsspinner ist im Vinschgau deutlich zurückgegangen.

Zusätzlich finden sich auf 97 Hektar vereinzelte Raupengespinste, heißt es aus dem Forstinspektorat Schlanders. In den weißen Gespinsten an den Bäumen überwintern die Raupen, bevor sie sich im Frühjahr in den charakteristischen Raupenzügen, den Prozessionen, zum Verpuppen in den Boden begeben. Der Nachtfalter schlüpft nach einer ein- oder mehrjährigen Puppenruhe im Hochsommer.

„Auch wenn es bei Vetzan und bei Spondinig Häufungen gibt, ist nach einer Beurteilung durch Forstschutzexperten vor Ort heuer wiederum keine Behandlung vom Hubschrauber aus nötig“, beschreibt der stellvertretende Amtsdirektor Georg Pircher die Lage. Zudem habe der feucht-nasse Jänner die Entwicklung der Larven eingebremst, und an den Bäumen fänden sich keine besonders großen Gespinste. In den vergangenen Jahren mussten hingegen bis zu 600 Hektar bis zu zwei Mal im Jahr und vom Hubschrauber aus besprüht werden. Die letzte Behandlung mit Bacillus thuringiensis wurde im Jahr 2011 auf 30 Hektar vorgenommen.

Der Raupenfraß des Prozessionsspinners bringt Bäume normalerweise nicht zum Absterben, die Brennhaare der Raupen können aber durchaus unangenehme Reaktionen bzw. Allergien beim Menschen hervorrufen, die Symptome reichen von Juckreiz über Hautreizungen bis zu Schleimhautentzündungen. Daher ist der Kontakt mit den Raupen zu meiden, auch sollten die Nester an den Bäumen nicht berührt und der unmittelbare Bereich unterhalb von stark befallenen Bäumen gemieden werden. Bei starkem Befall von Bäumen in Gärten oder dergleichen kann eine Bekämpfung vom Boden aus erfolgen. Dabei leisten die Forststationen Unterstützung.

Zudem wird weiterhin die Umwandlung der Schwarzkieferforste in naturnahe Mischbestände betrieben. Bereits seit 1996 wurden Jahr für Jahr im Durchschnitt 150.000 Euro investiert und insgesamt über 200 Hektar bearbeitet. Als Ziel sollten in den nächsten zehn Jahren weitere 150 Hektar Schwarzföhrenwald umgewandelt werden.