Produktion | 24.03.2014

Wege gegen Kirschessigfliege

Massenfang, Einsatz von natürlichen Gegenspielern und die Entwicklung von Lockstoffen: Am Versuchszentrum Laimburg diskutierten vergangene Woche Forscher aus mehreren Ländern darüber, wie man der Kirschessigfliege Herr werden könnte. von LPA - Landespresseamt

Weibliche Kirschessigfliege (Foto: LPA)

Weibliche Kirschessigfliege (Foto: LPA)

Die Kirschessigfliege ist mittlerweile zu einer Herausforderung für die Landwirtschaft vieler Regionen Europas geworden. Seit 2009 hat sich die Kirschessigfliege auch in Europa ausgebreitet und stellt eine Herausforderung insbesondere für den Beeren- und Steinobstanbau dar. Die Wissenschaftler haben ihre bisher gewonnenen Erkenntnisse zur Populationsentwicklung, Biologie und Verhalten des Schädlings abgeglichen. Der Vergleich der Daten aus Frankreich, Spanien und Italien zeigt, dass sich die Kirschessigfliege je nach klimatischen Bedingungen und landwirtschaftlicher Beschaffenheit anders verhält. Übereinstimmung besteht aber darin, dass der Wald ein bevorzugter Überwinterungsort des Schädlings ist. Diese Erkenntnisse wollen die Forscher nun mit Klimadaten koppeln, um Muster der Überwinterungsstrategie herauszuarbeiten.

Zur Bekämpfung der Fliege gibt es mehrere strategische Ansätze. Neben Massenfang und Netzen werden auch biologische Gegenspieler des Schädlings erforscht. Während Insektizide den Schädling nur bei geringen Populationsdichten eindämmen können, zeigen engmaschige Netze gute Wirkung. „Die Netze sind teuer und beeinträchtigen etwa beim Kirschenanbau die Qualität, da sich das Klima unter den Netzen verändert", erklärt Silvia Schmidt vom Versuchszentrum Laimburg. Alternativ sind auch Versuche mit biologischen Gegenspielern angelaufen. Da diese aber nicht nur die Kirschessigfliege angreifen, ist diese Methode noch nicht effizient einsetzbar. Die Untersuchung der Duftstoffe von Beeren hat neue Erkenntnisse zu den bevorzugten Lockstoffen für die Tiere geliefert, die für die Entwicklung neuer Fallen eingesetzt werden könnten.

Die Fliege ist in Hinblick auf Wirtspflanzen wählerisch. Sie bevorzugt bestimmte Kulturen wie Brombeeren und Himbeeren, während andere Kulturen wie etwa Trauben erst bei Fehlen bevorzugter Wirtspflanzen und bei hohem Befallsdruck befallen werden.