Südtiroler Landwirt, Betriebsberatung | 13.03.2014

Erfolg beginnt auf der Wiese

Erstmals können Südtirols Bergbauern am Beginn eines neuen Grünland-Jahres auf die Unterstützung des neuen Beratungsrings Berglandwirtschaft BRING zählen. Der „Südtiroler Landwirt“ hat sich mit dem Futterbau-Experten des BRING, Thomas Prünster, unterhalten. von Interview von Bernhard Christanell

Gutes Grundfutter in ausreichender Menge ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg eines Grünlandbetriebes. Hier liegt auf Südtirols Grünlandbetrieben noch einiges an Potential. (Foto: www.agrarfoto.at)

Gutes Grundfutter in ausreichender Menge ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg eines Grünlandbetriebes. Hier liegt auf Südtirols Grünlandbetrieben noch einiges an Potential. (Foto: www.agrarfoto.at)

Südtiroler Landwirt: Herr Prünster, die Südtiroler Bauern kennen Sie bereits seit Jahren als Berater für die Dienststelle Bergbauernberatung des Landes. Warum haben Sie sich für den BRING beworben?
Thomas Prünster: Als Berater kann ich einen direkten Beitrag dazu leisten, dass die Bauern erfolgreich arbeiten können. Daher ist es mir sehr wichtig beim Aufbau des BRING dabei zu sein.

Warum ist professionelle Beratung für die Bauern so wichtig? Wissen sie denn nicht selbst, was sie tun müssen, um ihren Hof ordentlich führen zu können?
Eine professionelle Beratung ist für unsere Bauern die Grundlage dafür, dass sie ihren Betrieb erfolgreich führen können. Die allermeisten Bauern haben das längst verstanden. Schließlich sind die meisten Höfe Nebenerwerbsbetriebe, da kann sich der Bauer nicht über jedes Detail selbst informieren.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre jetzige Tätigkeit für den BRING von jener in der Landesverwaltung?
In einer öffentlichen Verwaltung läuft naturgemäß vieles etwas schwerfälliger. Das ist bei einer Beratung natürlich nicht sehr vorteilhaft. Als Mitarbeiter des BRING können wir viel flexibler und individueller auf Bedürfnisse der Bauern reagieren – auch wenn es zum Beispiel um das Angebot von Kursen oder Informationsveranstaltungen geht.
Sie waren in den vergangenen Monaten viel unterwegs, um den neuen Beratungsring vorzustellen und Mitglieder zu gewinnen. Wie kommt das neue Angebot an?
Am Beginn ist es für die Bauern natürlich ungewohnt, dass sie jetzt für einen Dienst zahlen müssen, den es vorher gratis gab. Sobald sie aber sehen, dass diese Beratung um einiges professioneller und besser koordiniert abläuft als vorher, dann verstummt die Kritik bald.

Stichwort Koordination: Für welchen Bezirk sind Sie innerhalb des BRING verantwortlich?
Da ich aus dem Burggrafenamt stamme, bin ich auch für diesen Bezirk der erste Ansprechpartner. Als Futterbau-Berater bin ich aber im ganzen Land unterwegs, und die Bauern können mich auch jederzeit kontaktieren, wenn sie ein Problem haben.
Wo liegen denn die häufigsten Probleme im Bereich Futterbau und Grünlandpflege? Gibt es Bereiche, wo die Bergbauern in Südtirol noch besonders viel Nachholbedarf haben?
Ein großes Problem sind sicherlich die recht schwachen Grundfutter-Erträge aus dem Grünland – und zwar unabhängig davon, ob eine Wiese nun intensiv oder extensiv bewirtschaftet wird. Es gibt viele lückenhafte Bestände, was vielerorts das Wachstum von Unkräutern begünstigt. Wenn es uns gelingt, die Erträge auf den Grünlandwiesen zu steigern, dann müssen die Höfe im Laufe des Jahres auch weniger teures Futter von außen zukaufen. Das wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes aus. Schließlich liegt die Grundlage für den Erfolg eines Bergbauern-Betriebs auf der Wiese – ohne gutes Grundfutter ist wirtschaftlicher Erfolg sehr schwierig.

Wie rasch kann ein Bauer, der eine solche ertragsarme Wiese mit vielen Unkräutern hat, mit einer nachhaltigen Besserung rechnen?
Eine Sanierung benötigt natürlich Zeit – wichtig ist konkrete Maßnahmen umzusetzen und die sanierte Fläche anschließend richtig zu pflegen. Die bestmögliche Lösung für jeden einzelnen Betrieb zu finden, ist aber unser Job als BRING-Berater – und den werden wir so gut wie möglich erledigen.


Kontakt:

BRING, Galvanistr. 38, Bozen
Tel. 0471 063890
info@bring.bz.it - www.bring.bz.it