Steuerberatung | 12.02.2014

Einheitsbesteuerung der Mieten

Die Option für die Einheitsbesteuerung der Mieten kann eine Steuerersparnis bedeuten.

Entscheiden sich Vermieter für die Einheitsbesteuerung, gilt dies für die gesamte Vertragslaufzeit. (Foto: Thorben Wengert, www.pixelio.de)

Entscheiden sich Vermieter für die Einheitsbesteuerung, gilt dies für die gesamte Vertragslaufzeit. (Foto: Thorben Wengert, www.pixelio.de)

Für die Versteuerung der Mieteinkünfte von physischen Personen ist alternativ zum ordentlichen Besteuerungsverfahren die Möglichkeit zur Anwendung einer Einheitsbesteuerung eingeführt worden. Im Immobiliensektor sind in letzter Zeit zahlreiche neue Steuern oder Steuererhöhungen eingeführt worden. Die genannte Einheitsbesteuerung bildet hier eine Ausnahme, da sie für den einzelnen Steuerpflichtigen eine Steuerersparnis bedeuten kann.
Für Mietverträge zu Wohnzwecken und eventuell dazugehörende Nebeneinheiten kann auf Entscheidung des Vermieters die Einheitsbesteuerung angewandt werden. Diese ersetzt die Einkommenssteuer IRPEF, die regionale und kommunale Zusatzsteuer zur Einkommenssteuer IRPEF, sowie die Registersteuer und die Stempelsteuer für die Registrierung der Mietverträge. Die Einheitssteuer deckt auch eine eventuelle Registersteuer und Stempelsteuer für die Auflösung und Verlängerung des Mietvertrages ab.

Auch für nicht registrierpflichte Verträge
Die Einheitssteuer beträgt für die freien Mietverträge 21 Prozent auf den vollen Betrag der Miete. Für die konventionierten Mietverträge in Gemeinden mit angespanntem Wohnungsverhältnis – für Südtirol: Algund, Bozen, Eppan, Lana, Leifers, Meran – wurde der Prozentsatz ab dem Steuerjahr 2013 von 19 auf 15 reduziert. Die Einheitsbesteuerung kann auch auf Mietverträge angewandt werden, die nicht registriert werden müssen (z.B. Mietverträge für touristische Zwecke bis max. 30 Tage). Die Einheitssteuer muss innerhalb des Zahlungstermins für die Saldozahlung der Einkommenssteuer bezahlt werden. Für eventuell bereits bezahlte Register- und Stempelsteuern kann keine Rückforderung beantragt werden. Außerdem ist für die Einheitsbesteuerung der Mieteinkünfte eine Steuervorauszahlung in Höhe von 95 Prozent geschuldet.

Folge: Keine Anpassung des Mietzinses

Wenn der Vermieter für die Anwendung der Einheitssteuer optiert, verliert er das Recht auf jegliche im Mietvertrag vorgesehene Anpassung des Mietzinses, einschließlich der Anpassung an den ISTAT-Index der Lebenshaltungskosten. Dies gilt auch dann, wenn dies im Vertrag anders festgelegt ist. Der Vermieter muss dem Mieter die Option für die Einheitssteuer sowie den Verzicht auf die Anpassung per Einschreibebrief vor der Anwendung der Einheitssteuer mitteilen. Andernfalls ist die Option nicht gültig. Der Verzicht auf die Anpassung des Mietvertrages kann auch als Klausel im Mietvertrag eingebaut sein.

Wahl gilt für gesamte Vertragslaufzeit
Die Option für die Einheitsbesteuerung ist grundsätzlich bei der Registrierung der Mietverträge zu machen und gilt für die volle Laufzeit des Mietvertrages. Bei der automatischen Verlängerung der Mietverträge muss die Option allerdings erneut gemacht werden und auch dem Mieter muss die Option mit dem Verzicht auf Erhöhungen der Miete nochmals mitgeteilt werden. Die Option kann außerdem jedes Jahr innerhalb der Zahlungsfrist für die Registersteuer abgeändert werden. Die Zahlungsfrist für die Registersteuer ist 30 Tage nach Beginn des Mietjahres.

Interessant bei hohen Einkommen
Die Einheitsbesteuerung ist vor allem bei hohen Einkommen interessant, da hier die Einheitssteuer einen hohen Steuersatz ersetzt. Außerdem ist ab dem Steuerjahr 2013 der Pauschalabzug im Falle der ordentlichen Besteuerung der Mieten von 15 Prozent auf fünf Prozent reduziert worden, weshalb ab dem Steuerjahr 2013 die Einheitsbesteuerung noch interessanter wird.
Es muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass von der Einheitssteuer keine Absetzbeträge in Abzug gebracht werden können. Dies sind zum Beispiel die Absetzbeträge für Familienangehörige zu Lasten oder die Absetzbeträge für Sanierungsmaßnahmen und Energiesparmaßnahmen an Gebäuden. Hier ist zu prüfen, ob der Vorteil der geringeren Besteuerung auch den Verlust der Steuerabsetzbeträge abdeckt.

Wahlfreiheit bei mehreren Verträgen
Die Option für die Einheitsbesteuerung muss nicht für alle Mietverträge gemacht werden. Man hat die Möglichkeit für einen Mietvertrag die Option für die Einheitsbesteuerung zu machen und für einen weiteren Mietvertrag die ordentliche Besteuerung anzuwenden.
Die Entscheidung für oder wider die Einheitsbesteuerung der Mieteinnahmen sollte auf alle Fälle zusammen mit dem eigenen Steuerberater gemacht werden, da dieser über die notwendigen Unterlagen für eine Rentabilitätsberechnung verfügt.