Südtiroler Landwirt, Arbeitssicherheit | 16.01.2014

Arbeitssicherheit verbessern, Förderung beantragen

Wer in Verbesserungen der Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen am Arbeitsplatz investiert, kann um eine Förderung ansuchen. Für Südtirol stehen über zwei Millionen Euro zur Verfügung. Beim Online-Gesuch zählt die Schnelligkeit. Auch heuer bietet der Bauernbund Hilfe an. von Stephen Gallmetzer Kaufmann

Förderungsvergabe im „Click-day“-Verfahren: Wer sein Gesuch am Stichtag im Internet schnell genug abschickt, bekommt den Zuschlag. (Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Förderungsvergabe im „Click-day“-Verfahren: Wer sein Gesuch am Stichtag im Internet schnell genug abschickt, bekommt den Zuschlag. (Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Das nationale Unfallinstitut INAIL fördert heuer zum vierten Mal in Folge Betriebe, die in Projekte zur Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen am Arbeitsplatz investieren. Auf gesamtstaatlicher Ebene steht ein Budget von über 300 Millionen Euro zur Verfügung. Es wurde auf die einzelnen Regionen und Provinzen aufgeteilt.
Für die Südtiroler Betriebe sind davon über zwei Millionen Euro für die Projekte zur Verbesserung bestimmt.

Förderbare Projekte
Förderungswürdig ist grundsätzlich jede Investition, die die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz verbessert. Es sind folgende Projekttypen zugelassen:
1.) Ein Investitionsprojekt kann beispielsweise der Ankauf neuer Maschinen sein. Es wird auch die Einführung von Organisations- und Sozialverantwortungsmodellen gefördert. Für diese zwei Arten von Projekttypen sind insgesamt 1.958.656 Euro vorgesehen.
2.) Für den Austausch oder die Anpassung von Arbeitsmitteln, die vor dem 21. September 1996 in Betrieb genommen worden sind, stehen 192.302 Euro zur Verfügung.

Voraussetzungen
Für das Ansuchen gelten bestimmte Rahmenbedingungen: Beim Ausfüllen des Online-Gesuchs muss eine Mindestpunktezahl erreicht werden. Diese dürfte der klassische landwirtschaftliche Betrieb in Südtirol auf jeden Fall erreichen.

Beitrag deckt 65 % der Kosten
Der Förderbeitrag beläuft sich auf 65 Prozent der Kosten laut geltenden Preislisten oder in Ermangelung dieser laut Kostenvoranschlag (ohne MwSt.). Für die Beitragsgrenze gilt eine Untergrenze von 5000 Euro. Daher muss die Gesamtinvestition mindestens 7700 Euro betragen.

Mindestinvestition: 7700 Euro, Beitragsgrenze: 7500 Euro
Auch heuer gilt die Beitragsgrenze von maximal 7500 Euro. Wer in den zwei vorhergehenden Geschäftsjahren und im laufenden Geschäftsjahr so genannte „De-Minimis-Beihilfen“ erhalten hat, muss diese von den 7500 Euro abziehen.
Der Bauer darf keine weiteren öffentlichen Beiträge für dasselbe Projekt beantragt bzw. erhalten haben. Der Gesuchsteller darf nicht zu den INAIL-Förderungen der Jahre 2010, 2011 und 2012 zugelassen worden sein. Die Investition darf nur nach positiver Überprüfung der technischen/verwaltungsmäßigen Dokumentation getätigt werden. Diesbezüglich erhält der Ansuchende eine Mitteilung des INAIL.

Zeitrahmen
Die Investitionsentscheidung kann bis zum 8. April 2014 getroffen werden. Anschließend erhält man einen Identifizierungskodex für das Abschicken des Gesuches. Ab 30. April 2014 wird dann das Datum mitgeteilt, an dem das Online-Gesuch (Identifizierungskode) abgeschickt werden kann.
Auch heuer können die Gesuche nur Online über das Portal des INAIL eingereicht werden und die Beitragsvergabe erfolgt wieder nach dem „Click-day“ Verfahren: Das heißt, der Schnellere kommt zum Zug.

Weitere Gesuchsabwicklung und Projektabschluss
Betriebe, die in der Rangliste zum weiteren Verfahren zugelassen werden, haben anschließend 30 Tage Zeit, die verschiedenen Unterlagen ans INAIL zu übermitteln. Auch heuer bietet der Südtiroler Bauernbund Hilfe an.
Nach der Zulassung erfolgt die technische und verwaltungsmäßige Überprüfung der Dokumentation durch das INAIL und innerhalb von 120 Tagen nach Einreichen der Unterlagen erfolgt die Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag.
Wird das Gesuch positiv beurteilt, muss das Projekt innerhalb von zwölf Monaten ab Datum des Erhalts der Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag umgesetzt und abgerechnet werden.

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Ansuchen
Bauernbund hilft
Auch heuer können die Gesuche um Förderung von Maßnahmen zur Arbeitssicherheit nur Online über das Portal des INAIL eingereicht werden. Selbstverständlich hilft der Südtiroler Bauernbund seinen Mitgliedern durch Beratung und beim Online-Ausfüllen der Projekte.
Interessierte Bauern können ab dem 22. Jänner im jeweiligen Bezirksbüro einen Beratungstermin vormerken. Für das gewünschte Projekt sollten die Interessierten eine gültige Preisliste oder in Ermangelung dieser einen Kostenvoranschlag und den gültigen Personalausweis mitbringen.